Sulzbach-Rosenberg
04.12.2024 - 17:09 Uhr
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Noch immer fehlen Kita-Plätze in Sulzbach-Rosenberg: Neue Einrichtung zur Krötenseeschule?

Nicht alle Eltern finden in Sulzbach-Rosenberg für ihre Kinder eine Unterbringungsmöglichkeit. Jetzt wird die Stadt eine neue Kita bauen müssen. Ob es dafür schon ein Grundstück gibt, und wie eine neue Kita gebaut werden könnte.

Wie viele Kitas müssen noch gebaut werden, um alle Kinder in Sulzbach-Rosenberger Einrichtungen unterzubringen? Eine Frage, die sich nach dem erst 2023 abgeschlossenen Neubau und der kurz danach folgenden Eröffnung an der Schießstätte vielleicht mancher Bürger stellen könnte. Aber, wie Martin Renner, Beauftragter für die Kindergärten der Stadt, weiß, stelle sich der Betreuungsbedarf von Jahr zu Jahr anders dar, was eine präzise Vorplanung sehr schwierig mache. „Neben unterschiedlichen Anmeldezahlen müssen auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, Wechsler zu schulvorbereitenden Einrichtungen oder die ,Korridor-Kinder‘ berücksichtigt werden, die von den Eltern auf eigenen Wunsch in die Schule geschickt oder noch zurückgestellt werden.“ Aus diesem Grund könnten die in Sulzbach-Rosenberg aktuell zur Verfügung stehenden 831 Betreuungsplätze nie genau mit so vielen Kindern belegt werden, sondern in aller Regel mit weniger. „Bei der Stadt Sulzbach-Rosenberg sind derzeit 29 Kinder noch auf der Warteliste. Bei einer Gesamtzahl von 831 Plätzen im Stadtgebiet macht dies etwa 3 Prozent aus. Die Betreuungsquote ist daher im Vergleich zu anderen Kommunen relativ hoch“, macht Renner gegenüber Oberpfalz-Medien deutlich.

Wie sich die Situation für das Kita-Jahr 2025/26 darstellen wird, gleicht gegenwärtig zwar noch einem Blick in die Glaskugel, aber dennoch wird von den Stadtvätern weiterhin eine Unterdeckung erwartet. Etwas mehr Klarheit dürften hier die Anmeldungen der Eltern bringen, die ihr Kind ab 1. September 2025 betreuen lassen möchten. Die Stadtverwaltung bittet deshalb die Eltern, ihren Betreuungswunsch, ob Krippe, Kindergarten oder Hort, bis 31. Dezember unter kitaplatz.suro.city zu erfassen. „Nur dann können die Einrichtungsleitungen den Bedarf sehen und ihre Plätze bis Februar 2025 zuteilen. Die Eltern werden dann im Februar 2025 elektronisch benachrichtigt, ob sie einen Kita-Platz erhalten“, ergänzt Kämmerer Andreas Eckl, in dessen Finanzressort das Kindergartenwesen angesiedelt ist.

Erhöhter Förderbedarf

Dabei gehe es aber zunächst um tatsächliche Anmeldungen, ein erhöhter Förderbedarf könne dadurch nicht abgefragt und geplant werden. Vielmehr werde dieser bei einem Kind meist erst in den Anfangswochen in der Kita entdeckt. Diese Unsicherheit bei den Planungen macht nach früheren Erkenntnissen der Stadtväter aller Wahrscheinlichkeit nach den Neubau einer weiteren Kita notwendig, obwohl erst im September 2023 die für sechs Millionen Euro gebaute Kita „Eulenland“ an der Schießstätte eröffnet wurde. Ob, wo, wann und in welcher Form schon bald eine weitere Kindertagesstätte entstehen könnte, werde zurzeit „hinter den Kulissen“ geplant.

Wie Eckl und Renner auf Nachfrage berichten, würden verschiedene Grundstücksoptionen und Formen der Trägerschaft intensiv geprüft. Spruchreif sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nichts, alle Vorgespräche wurden bis dato nicht öffentlich geführt. Erklärter Wille der Entscheidungsträger dürfte es aber sein, dass ein Neubau aus Kostengründen möglichst auf einem städtischen Grundstück entstehen sollte. In den Fokus rückten dafür schon vor Monaten unter anderem Flächen am Loderhof, am Annaberg und in Kempfenhof.

Drei Gruppen

Sollte es zu einem Neubau mit Containern oder in Form von Holz-Modulen kommen, mache nach Auffassung von Martin Renner nur eine dreigruppige Einrichtung Sinn, um die erwarteten Unterdeckungen im Krippen- und Kindergartenbereich auszugleichen. Bei der Frage nach möglichen Trägern war die Stadt bis dato immer wieder mit dem BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach und dem Natur-Kita-Anbieter „Learning Campus“ aus Trabitz in Kontakt. Letzterer wird nach unbestätigten Informationen mit der Option „Aufbau eines Waldkindergartens in Nähe des Krötensee-Schulzentrums“ sowie als Investor in Verbindung gebracht.

Als freier Träger der Jugendhilfe betreibt Learning Campus“ im Landkreis bereits drei Waldkindergärten in Auerbach, Poppenricht und Schnaittenbach. Die pädagogische Einrichtung bietet nach eigenen Angaben eine breite Palette an Projekten und Aufgabenfeldern an. Ob als Betreiber von ambulanten und stationären Jugendhilfeeinrichtungen, zahlreicher Ganztagsschulen, Waldkindergärten und Entdecker-Kitas oder als Anbieter von Ferienfreizeiten und Teamkompetenz-Trainings. Grundlage dafür ist die eigens entwickelte LearningCampus-Pädagogik, die an verschiedenen Orten prägende Erfahrungen möglich machen soll.

Schlössl als Option

Nicht außer Acht lassen will das Finanzreferat aber auch das vom BRK betriebene Kinderhaus „StadtKids“ im Schlössl in Rosenberg, für das ab Juli 2023, nachdem die Kita Eulenland an die Schießstätte umsiedelte, die Anmietung von Räumen verlängert wurde. Dieser Vertrag laufe bis zum Jahr 2025. Ob sich dort darüber hinaus weitere Nutzungsmöglichkeiten der Kinderbetreuung ergeben, ist offen. Als Interimslösung bis zur Realisierung einer neuen Kita aber durchaus vorstellbar.

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Sulzbach-Rosenberg04.03.2024
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Hintergrund:

Kita "Eulenland"

  • 1600 m2 Grundfläche
  • Holzständerbauweise
  • Gründach und PV-Anlage
  • Je drei Kindergarten- und Krippengruppen mit bis zu 141 Plätzen
  • BRK-Kreisverband als Träger
  • Sechs Millionen Euro Kosten
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