12.09.2021 - 13:31 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Von der Ostsee zur Nordsee: Rosenberger Pfadfinder wandern in Dänemark

Peitschender Wind und Regen, ein eisiges Bad in der Nordsee und "Spejder-Alarm" in der Unterkunft: Die Rosenberger BdP-Pfadfinder wanderten in Dänemark 140 Kilometer von Küste zu Küste – sie haben wahre Nehmer-Qualitäten bewiesen.

Die Sonne schien den zehn Rosenberger Pfadfindern nicht immer auf diesem Trip in Dänemark. Dafür gab es besondere Erlebnisse.
von Autor SGGProfil

„Sommer“fahrt war nun wirklich der falsche Begriff für das kühl-feuchte Wetter in Dänemark, das die zehn Pfadfinderinnen und Pfadinder vom Rosenberger BdP-Stamm Graf Gebhard dieses Jahr bei ihrem Auslandsaufenthalt im hohen Norden erwischt hatte. Trotz fehlendem Sonnenschein, ließen sie sich von ihrem Ziel nicht abbringen: 140 Kilometer wanderten die Rosenberger von der Ostsee bis zur Nordsee in zehn Tagen.

Allein die zwölfstündige Zugfahrt ins dänische Vejle an der Ostseeküste schlauchte die aufgeregten Jugendlichen. Doch wer da denkt, dass dann ein entspannter Hotel-Aufenthalt folgte, ist bei den Pfadis falsch: Der Trupp schnürte die Wanderstiefel marschierte noch zehn Kilometer der ersten Etappe bis zu einem "Shelter". So heißen dänische Unterkünfte, in denen man kostenlos übernachten kann.

Falscher Spinnenalarm

Doch Bettruhe gab es auch jetzt noch nicht. Beim ersten Kontakt mit einem waschechten Dänen rief dieser mehrmals das für die Oberpfälzer unverständliche „Spider“. Es folgten unverständliche Blicke der Jugendlichen, da einfach nirgends Spinnen entdeckt werden konnten. Doch schnell wurde klar, was der Einheimische ihnen mitteilen wollte – „Spejder“ ist dänisch und bedeutet nichts anderes als „Pfadfinder“.

Lokomotive als Schlafplatz

Ein gemütlicher Brunch am nächsten Morgen wurde durch den überraschenden Besuch dreier Schulklassen beendet, die die Pfadfinder argwöhnisch beäugten. Anscheinend hatten diese Wandertag und das Shelter als Ziel auserkoren. Also packten die Rosenberger flugs ihre Sachen und wanderten weiter. Die Jugendlichen lernten schnell, dass Wasser nicht nur von oben kommen kann, sondern Wanderern durch durch starke Böen von allen Seiten entgegenschlagen kann. Die Laune änderte sich jedoch unversehens, als der Erste in der Gruppe den nächsten Schlafplatz entdeckt hatte: „Eine echte Lokomotive zum Übernachten!“, kündigte er das echte Erlebnis seinen Freunden an.

Dass sich die Klufthemden-Träger tags darauf bereits um 6 Uhr morgens aus den Schlafsäcken quälten, hatte einen Grund: Ein Besuch im Legoland war geplant. Um 7 Uhr fuhr der Bus. Zwar standen alle pünktlich an der Haltestelle und der Bus fuhr los. Allerdings ohne die Pfadfinder – es war die falsche Bushaltestelle, und alles Winken und Rufen half leider nichts. Außer, dass der Busfahrer den Pfadfindern fröhlich zurückwinkte. Weil für Pfadfinder der Spruch "Der Weg ist das Ziel" wohl ganz besonders gilt, konnten die zehn Jugendlichen nach ein paar weiteren Irrungen und das Legoland doch noch freudig stürmen. Das Highlight war bei allen das Lego-Brickhouse, das aus verschiedenen Würfeln und Etagen mit Schaukeln besteht, die sich erklettern lassen.

Techno-Musik als "geringeres Übel"

Beim nächsten Shelter auf der Wanderroute erwartete die Pfadfinder ein fragwürdiger musikalischer "Höhepunkt". Als die Trupp-Mitglieder an ihrem nächsten Schlafplatz ankamen, hörten sie laute Techno-Musik: Das Shelter war schon „besetzt“ von zwei Dänen, die Scooter und Rammstein auf voller Lautstärke rauf und runter spielten. Mit deutscher Musik in Dänemark hatte niemand der müden Wanderer gerechnet. Die Rosenberger standen also vor der Wahl: Weiter wandern im Regen oder den Abend bei Technomusik verbringen? Nach einer kurzen Diskussion fiel die Wahl auf das geringere Übel: ein Abend mit Technomusik.

Bad im eisigen Meer

Ab hier führte der Weg der Pfadfinder durch das wunderschöne Sydvestjylland (Südwestjütland) über Moore, Felder, Stock, Stein und Kuhweiden, immer am Fluss Holme Å entlang, bis zum endgültigen Ziel – die Nordseeküste in Blåvand. Zum Abschluss zeigten sich die Rosenberger auf ein weiteres Mal unerschrocken: Alle Zehn nahmen ein – für den ein oder anderen – äußerst kurzes Bad in der eiskalten Nordsee, bevor es nach zwei Übernachtungen zur Erholung wieder mit dem Zug zurück in die Heimat zurück ging. Trotz ungemütlichem Wetter, für den Trupp steht fest: "Dänemark, wir „Spejder“ kommen wieder!"

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Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Fakten zur Reise

  • Zehn Pfadfinder vom Stamm Graf Gebhard (BdP)
  • 140 km von der Ostsee- zur Nordsee-Küste in Süddänemark
  • Schlafen in "Shelter"-Unterkünften und einer Eisenbahn-Lok
  • BdP steht für Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

 

 

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