13.09.2020 - 16:43 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Pfarrer Uwe Markert nimmt Abschied aus Rosenberg und Poppenricht

Es ist noch gar nicht so lange her: Am 15. Februar 2015 wurde Uwe Markert Pfarrer von St. Johannis in Rosenberg und St. Michael in Poppenricht. Jetzt geht er und nimmt viele schöne Erinnerungen mit.

Die Vertrauensmänner der beiden Kirchenvorstände (von links), Michael Kuhn für Rosenberg und Wolfgang Böttner für Poppenricht, schenken Pfarrer Uwe Markert zum Abschied eine Schultüte und seiner Frau Kristina Blumen.
von Autor COGProfil

Pfarrer Uwe Markert wechselt von Rosenberg an das Religionspädagogische Zentrum Heilsbronn, wo er sich in der Ausbildung von Religionslehrern engagieren wird. Deshalb wurde er am Samstag mit einem Gottesdienst verabschiedet.

Dekan Karlhermann Schötz dankte sowohl Markert für sein Wirken als auch dessen Frau Christina, die als Ehepartnerin den Beruf des Pfarrers immer mitgetragen und unterstützt habe. Dann entband Dekan Schötz Pfarrer Markert offiziell von seinen Pflichten in den beiden Gemeinden.

Wohl zum letzten Mal predigt Pfarrer Uwe Markert in der Rosenberger Johanniskirche.

Abgeschlossene Baumaßnahmen

In seiner Predigt blickte Markert zurück auf seine Zeit in Rosenberg und Poppenricht, an glückliche Momente, gelungene Aktionen und Feste, schöne Gottesdienste und abgeschlossene Baumaßnahmen. Als Religionslehrer in der Jahnschule, der Krötenseeschule und in Poppenricht habe er hoffentlich die jungen Menschen für die Botschaft Jesu begeistern können.

Das sei auch der Anlass für seine Entscheidung gewesen, sich auf die neue Stelle zu bewerben, um diese Freude am Beruf weiterzugeben. "Das ist eine zutiefst erfüllende Tätigkeit", schloss er.

Immer gut verstanden

Coronabedingt war die Zahl der Grußworte auf vier beschränkt. Bürgermeister Michael Göth wünschte dem scheidenden Pfarrer alles Gute für seine neuen Aufgaben an seinem neuen Wirkungsort. "Ihr Wirken hat uns viele Anstöße gegeben", stellte der Poppenrichter Bürgermeister Roger Hoffmann fest und hob hervor: "Ihnen ist es gelungen, Ihre Botschaft an den Menschen zu bringen, weil jeder weiß, dass Sie dahinterstehen."

Pfarrer Saju Thomas von der katholischen Schwestergemeinde Herz Jesu bedauerte Markerts Weggang, denn "wir haben uns vom ersten Tag an gut verstanden." Es gebe praktisch keinen Unterschied zwischen den beiden Rosenberger Gemeinden. Zwar sei der Kirchturm von Herz Jesu höher, dafür sei aber der Pfarrer von St. Johannis größer.

Für den Rosenberger Kirchenvorstand dankte Vertrauensmann Michael Kuhn für die gute Zusammenarbeit auch mit dem CVJM. Wolfgang Böttner, Vertrauensmann in Poppenricht, dankte Markert insbesondere für die Belebung der Ökumene. Auch die Arbeit im Kirchenvorstand sei angenehm gewesen, denn Markert habe die Sitzungen gut strukturiert und sei immer mit einem klaren Konzept vorgegangen: "Wir durften in der Regel um 10 Uhr nach Hause gehen!" Diakonin Regina Reymann übermittelte den Dank aller Gruppen und Kreise der beiden Gemeinden, die ein buntes Buch für Markert gestaltet hatten.

Markert war sichtlich bewegt und dankte allen Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen für die gute Zusammenarbeit. Besonders hob er hervor, dass Dekan Karlhermann Schötz ihm bei Fragen immer sofort mit Rat und Tat geholfen habe. Deshalb überreichte er ihm einen Oscar der Kategorie "Bester Chef".

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste vor der Kirche, um mit Pfarrer Uwe Markert noch ein paar persönliche Worte vor seinem endgültigen Abschied zu sprechen.

Drei Fragen an Pfarrer Uwe Markert

ONETZ: Welche besondere Erkenntnis haben Sie in Ihrer Zeit in Rosenberg und Poppenricht gewonnen?

Uwe Markert: Manche Geschäftspartner meinten, mit einem Pfarrer kann man es ja machen! Sie spekulierten darauf, dass ich in grenzenloser Nächstenliebe mir alles gefallen lasse. Aber ich kenne ja Martin Luthers sogenannte "Zwei-Reiche-Lehre". Die ist noch hochaktuell: Luthers Problem war, wie ich als Christ in der Welt zurecht komme. Denn im Bereich der Kirche erzähle ich von Gott, helfe mit Seelsorge und lebe in Vergebung und Nächstenliebe.
Im Reich der Welt komme ich so aber manchmal in eine Zwickmühle. So ist es nach Luther legitim, wenn ich als Christ, um Unrecht abzuwehren und um andere zu schützen, Zwang androhe und ausübe. Das ist zwar für den Betroffenen keine Nächstenliebe, aber für die, die ich verteidige, schon. Ich merkte schnell, dass ich bei vielen Baumaßnahmen und Vertragsverhandlungen mit Nächstenliebe nicht weit gekommen wäre. Da hat mir die "Zwei-Reiche-Lehre" geholfen, für die Gemeinde zu kämpfen - reinen Gewissens.

ONETZ: Was war Ihr allerschönstes Erlebnis hier?

Uwe Markert: Es gab sehr schöne Erlebnisse: Gelungene Gottesdienste und Veranstaltungen. Als ich mal mein Manuskript in der Kirche vergessen hatte, spürte ich Gottes Geist, dass es fast keiner gemerkt hat. Oder als im ersten Jahr hier in Rosenberg an der Kirwa die Feuerwehr mich im Bar-Zelt abgefüllt hat und ich den Gottesdienst am Sonntagmorgen trotzdem überstanden habe, obwohl es mir richtig schlecht ging. Freizeit mit Konfirmanden, Segel- und Kanufreizeiten. Insgesamt: Es gab viele allerschönste Erlebnisse.

ONETZ: Inwiefern wird Ihre Tätigkeit als Gemeindepfarrer Ihre neue Aufgabe in der Religionslehrerausbildung beeinflussen, bereichern oder befruchten?

Uwe Markert: Ich hoffe, dass ich gefestigt bin, wenn ich Situationen wieder den "zwei Reichen" zuordnen muss. Ich werde nämlich einerseits Berater sein, damit junge Kollegen sicher erste Schritte als Religionslehrer gehen, an Anfangsfehlern reifen. Andererseits bin ich aber auch Prüfer. Da hoffe ich, dass es gelingt, fair zu urteilen.

Große Projekte in Uwe Markerts Rosenberger Zeit

Sulzbach-Rosenberg
Bei der Entpflichtung dankt Dekan Karlhermann Schötz (rechts) nicht nur Pfarrer Uwe Markert (links), sondern auch seiner Frau Kristina.
Nur wenige Gemeindeglieder hatten coronabedingt am Gottesdienst teilnehmen dürfen. Sie freuten sich, dass sie sich vor der Kirche persönlich von Pfarrer Markert verabschieden konnten.

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