Etwa die Hälfte der Abiturienten des P-Seminars Geschichte im Herzog-Christian-August-Gymnasium hatte sich nach dem Abitur noch einmal in ihre ehemalige Schule aufgemacht, um der Öffentlichkeit die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. "Wir haben ihnen eigentlich wenig Vorgaben gemacht", erläuterte Seminarleiter Ludwig Nerb. "Die Projekte haben sie weitgehend selbst entwickelt."
Ein Projekt bestand in der Entwicklung neuer Flyer und Plakate für das Stadtmuseum, die bereits gedruckt sind und demnächst im Stadtbild auftauchen werden. Eine andere Arbeitsgruppe hat eine Android-App entwickelt, die beispielsweise über die Öffnungszeiten informiert und einen interaktiven Rundgang durch die ständige Ausstellung bietet. Ein Quiz und ein historischer Kalender runden das Angebot ab.
Bürgermeister Michael Göth und Museumsleiterin Edith Zimmermann zeigten sich dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Gymnasium. "Leider können wir die wegen Corona ausgefallene Einladung der Stadt für Euch nicht nachholen", sagte das Stadtoberhaupt, "weil zu viele von Euch nach der Schule zum Studieren fortgehen." Schulleiter Dieter Meyer versprach, dass die Zusammenarbeit zwischen HCA-Gymnasium und Stadtmuseum langfristig fortgeführt werden soll: "Wir bleiben da am Ball!"
Eine Arbeitsgruppe dokumentierte den Verfall und den laufenden Abriss der Maxhütte, eine weitere das Flüchtlingslager, das 1945 am Rand des Schlackenbergs in den Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers entstand. Das Schicksal der überwiegend aus dem Sudetenland vertriebenen Flüchtlinge war hart: Sie durften nur 25kg persönliches Gepäck mitnehmen, und auch das wurde an der Grenze noch einmal geplündert. Eine Zeitzeugin, die von den Schülern interviewt wurde, erinnerte sich an Wohnverhältnisse, die zumindest aus heutiger Sicht menschenunwürdig scheinen, aber auch an die generell freundliche Aufnahme in der Herzogstadt.
Schließlich wurde ein von Schülern restaurierter, geschnittener und vertonter Film mit Originalaufnahmen des Reichsfilmdiensts vom Erzbergbau, Verhüttung und Stahlerzeugung gezeigt. Die Projekte sollen dauerhaft im Stadtmuseum gezeigt werden. Bürgermeister Göth schlug vor, die Film- und Fotodokumentation auch vor Ort an der Maxhütte oder am Schlackenberg zu präsentieren.









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