Sulzbach-Rosenberg
24.12.2025 - 08:36 Uhr
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SPD will wieder eine Leitung fürs Kulturamt: Bürgermeister sagt "Ja, aber"

Wie geht es weiter mit der Kulturstadt Sulzbach-Rosenberg? Die SPD-Fraktion im Stadtrat sieht hier wertvolle Arbeit in Gefahr: Sie will wieder einen Leiter des Kulturamtes einstellen. Der Bürgermeister hat dazu aber noch Fragen.

Unter Regie des Kulturamtes Sulzbach-Rosenberg wurde im Sommer und Herbst ein Imagefilm für die Stadt gedreht. Die SPD hat jetzt beantragt, wieder eine Leitung des Amtes zu etablieren. Archivbild: wsb
Unter Regie des Kulturamtes Sulzbach-Rosenberg wurde im Sommer und Herbst ein Imagefilm für die Stadt gedreht. Die SPD hat jetzt beantragt, wieder eine Leitung des Amtes zu etablieren.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat von Sulzbach-Rosenberg hat beantragt, die Leitung des Kulturamtes zeitnah qualifiziert neu zu besetzen. Ziel sei es, die erfolgreiche kulturelle Entwicklung der letzten Jahrzehnte fortzuführen und das vielfältige, überregional geschätzte Kulturprogramm der Stadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Die SPD begründet ihr Anliegen ausführlich und schreibt zum Hintergrund: „Sulzbach-Rosenberg hat sich über die vergangenen 30 Jahre hinweg als eine Stadt mit einem außergewöhnlich attraktiven und abwechslungsreichen Kulturangebot etabliert. Dieses Angebot prägt das Image unserer Stadt weit über die Landkreisgrenzen hinaus und trägt entscheidend zur Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger ebenso wie zur Anziehungskraft der gesamten Region bei.“ Nicht zuletzt genieße Sulzbach-Rosenberg auch in den umliegenden Städten und Gemeinden hohes Ansehen für seine Kulturarbeit.

Um diesen hohen Standard zu sichern und weiter auszubauen, sei eine qualifizierte und engagierte Leitung des Kulturamtes unerlässlich, findet die SPD: „Die derzeitige personelle Situation erlaubt es jedoch nicht, das bestehende Niveau des Kulturangebotes dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die aktuell gewählte Übergangslösung erweist sich als nicht zufriedenstellend und kann den Anforderungen an ein modernes, professionell geführtes Kulturamt nicht gerecht werden.“

Kompetenz, Erfahrung, Konzept

Die SPD beantragt deshalb, "die Stelle der Kulturamtsleitung fachlich und organisatorisch neu auszuschreiben und mit einer Person zu besetzen, die über die notwendigen Kompetenzen, Erfahrungen und konzeptionellen Fähigkeiten verfügt, um die bewährte kulturelle Arbeit der Stadt fortzusetzen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.“ Die hierfür erforderlichen Personalkosten seien im kommenden Haushaltsplan entsprechend zu veranschlagen und sicherzustellen.

Oberpfalz-Medien hat über diesen Antrag mit Bürgermeister Stefan Frank (CSU) gesprochen. Wie könnte ein solcher Posten überhaupt finanziert werden? „Das ist so schon schwierig, denn nach dem Ausscheiden der letzten Leitungskraft haben wir wieder eine normale Vollzeitkraft eingestellt“, berichtet der Bürgermeister. Im Personalplan sei ein solcher Leitungsposten momentan gar nicht vorgesehen. „Aber wenn der Stadtrat das wirklich will, werde ich es natürlich umsetzen, sofern es möglich ist.“

Bürgermeister fragt, "was fehlt?"

Allerdings, so Stefan Frank, habe er noch nicht ganz verstanden, wo die Defizite beim bestehenden Niveau des Kulturangebotes genau lägen. Die Zahl der Kulturveranstaltungen sei ja eher gestiegen. „Es gibt alle Arten von Veranstaltungen im Seidel-Saal, viele Feste, ein Plus an Stadtführungen und auch sonst reichlich Kulturangebote, nach denen sich eine andere Stadt die Finger lecken würde. Da würde ich schon gerne wissen, was die Antragsteller denn vermissen.“

Das Stadtoberhaupt räumt aber ein, es müsse in Zukunft bei den Kosten schon mehr darauf geschaut werden, was der Anteil der Stadt sei. „Hieß es früher bei den Konzerten oder ähnlichem, das ging null auf null auf oder sogar mit einem leichten Gewinn, dann hat man damals die tatsächlichen Personalkosten, sprich den Arbeitsaufwand der Verwaltung, nicht berücksichtigt und mit eingerechnet.“ Dann nämlich sehe die Sache schon anders aus. Außerdem müsse bei der Einnahmenverteilung mehr darauf geachtet werden, dass der Anteil der Stadt adäquater ausfalle als bisher. Auch müsse die „normale“ Verwaltungsarbeit, die sonst manchmal liegen bleibe, wieder Vorrang haben vor den freiwilligen Aufgaben im Kulturbereich.

Thema für den Personalausschuss

Die Aufgaben seien nach dem Ausscheiden der letzten Kulturamtsleitung anders verteilt worden, das laufe jetzt ungefähr ein Jahr so, sagt Frank. Nun sei eine Bilanz samt Neubetrachtung angesagt. „Ich möchte den Antrag gerne in den Personalausschuss geben und dort offen diskutieren. Dabei geht es auch um die Einordnung von großen Veranstaltungen für die gesamte Bevölkerung, wie beispielsweise beim Altstadtfest im Vergleich zu einem doch begrenzten Kreis, etwa bei einem Flötenkonzert.“ Generell aber gelte nach wie vor: „Wenn der Stadtrat das wirklich möchte, dann werden wir einen Weg finden.“

Der Bürgermeister bilanziert abschließend: „Bereits in meiner Antrittsrede habe ich klargestellt, dass mir die Kultur wichtig ist und ich diese nicht beschneiden möchte. Deshalb habe ich mich vieler Themen in diesem Bereich auch persönlich angenommen. Gewinn kann man mit Kultur selten machen. Das ist ja auch nicht der Sinn dahinter – aber sie muss leistbar bleiben.“

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