18.09.2020 - 10:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Spenden für Basti": Kolpingfamilie will Spender anschreiben

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Die Spendenbereitschaft für den kleinen Basti war immens. Das viele Geld (über eine halbe Million Euro) sorgt nun für einen Streit vor Gericht. Die Kolpingfamilie Herz Jesu Rosenberg hat auf ihrer Homepage ein Statement veröffentlicht.

Auch Sammlungen mit der Spendenbüchse gab es 2018 für den kleinen Basti. Das Thema, um das es derzeit vorrangig geht, sind aber die Beträge, die durch namentlich bekannte Spender zusammenkamen und für die nun eine Lösung gefunden werden muss.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die vor zwei Jahren groß angelegte Aktion "Spenden für Basti" mündete in einem Rechtsstreit. Vor dem Landgericht gab es bereits einen ersten Verhandlungstermin vor Richter Uli Hübner. Gestritten wird ums Geld, es standen sich die Eltern und der Vorsitzende der Kolpingfamilie Herz Jesu Rosenberg gegenüber. Der Verein war als Träger der Spendenaktion aufgetreten. Insgesamt sind für den mittlerweile siebenjährigen Buben über eine halbe Million Euro zusammengekommen (wir berichteten).

Nach Spendenaktion Streit ums Geld

Amberg

"Welle der Hilfsbereitschaft"

Die Initiatoren der Spendenaktion haben sich bereits gegenüber Oberpfalz-Medien geäußert. Der Vorsitzende war leider nicht zu erreichen. Allerdings hat die Kolpingfamilie einen Beitrag über den "Stand der Spendenaktion" auf ihrer Homepage veröffentlicht. Dort heißt es: "Eine Welle der Hilfsbereitschaft und großes Engagement von vielen Seiten hat es innerhalb kurzer Zeit ermöglicht, Basti die notwendige Operation zu ermöglichen, ohne auf die Entscheidung seiner Krankenkasse warten zu müssen." Dank der über 500 000 Euro, die zusammengekommen seien, habe Basti schnell und unbürokratisch geholfen werden können. Und weiter: "Die Operation ist gut verlaufen. Besser noch: Nach einer weiteren Prüfung hat seine Krankenkasse einen Großteil der Heilbehandlungskosten doch noch übernommen. Es blieb - Stand heute - deswegen nur eine deutlich kleinere Lücke zu schließen, als befürchtet." Es habe nur der erhebliche Aufwand rund um den Transport und die Kosten für die Unterkunft des kleinen Basti und seiner Eltern zu seiner Operation in Philadelphia (USA) unterstützt werden müssen.

Initiatoren der Spendenaktion: "Ziel war, Bastis Leben zu retten"

Amberg

Beim Finanzamt offenlegen

Nach der Kostenzusage der Krankenkasse werden die Spenden nun nicht in voller Höhe für Bastis Heilbehandlung benötigt. Allerdings gebe es - "auch bei uns in der Region" - viele Kinder und Familien in vergleichbaren Notlagen. Spenden, die ausdrücklich "für Basti" gegeben worden seien, könnten aber nicht ohne Freigabe für andere bedürftige oder kranke Kinder eingesetzt werden. Daher bittet der Verein auf der Homepage alle Spender "um eine kurze Mitteilung bis Jahresende, ob sie ihre Spende zugunsten anderer bedürftiger Kinder und Familien freigeben, oder eine Rückzahlung wünschen". Als Kontakt wird dwebmaster[at]kf-herz-jesu-rosenberg[dot]de als E-Mail-Adresse angegeben. Außerdem ist dem Internetauftritt zu entnehmen, dass die Kolpingfamilie sich direkt an alle Spender wenden will, deren Kontaktdaten bekannt sind. Der Verein weist darauf hin: "Spender, die sich für eine Rückzahlung ihrer Spende entscheiden, müssen dies gegenüber ihrem Finanzamt offenlegen, wenn die Spende steuerlich geltend gemacht worden ist." Bereits vor Gericht war ein Schreiben Thema, das an über 5000 Spender gehen sollte. Ein Verkündungstermin für den laufenden Zivilprozess ist in den kommenden Wochen angesetzt.

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