22.12.2019 - 16:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ständiges Gremium für Maxhütten-Transformation gefordert

Das einzige Hüttenwerk Bayerns - die Maxhütte - verschwindet nun bis Ende des Jahres zum größten Teil für immer aus dem Stadtbild, schreibt die Wählergruppe SuRo 2030. Sie macht sich auch Gedanken über die Folgenutzung.

Auf dem Maxhüttengelände informierte Karl Reyzl (Zweiter von rechts) als Berater der Max-Aicher-Gruppe die Vertreter der Wählergruppierung SuRo 2030 zum Stand des Abbruchs und den Möglichkeiten der Folgenutzung.
von Externer BeitragProfil

Das einzige Hüttenwerk Bayerns - die Maxhütte - verschwindet nun bis Ende des Jahres zum größten Teil für immer mit seiner industriellen Landschaft, den Freiflächen, mit seinen Anlagen und Gebäuden aus dem Stadtbild, schreibt die Wählergruppe SuRo 2030 in einer Pressemitteilung.

Chance vertan

Ihrer Ansicht nach sei sie Chance vertan worden, die Roheisen- und Stahlerzeugung sowie die Weiterverarbeitung in einem "relativ" kleinen Ensemble auch für die nächsten Generationen zu dokumentieren. Schwierige Besitzverhältnisse sowie eine bis jetzt weiter völlig offene Finanzierbarkeit haben den Erhalt der Gesamtanlage für eine museale Darstellung verhindert.

Weiter merkt SuRo 2030 an, dass aktuell alle Beteiligten auf den zweiten Teil eines durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Sulzbach-Rosenberg beauftragten Gutachtens über den Zustand der zu erhaltenden Bauteile und Gebäude, wie Hochofen mit Winderhitzern, der ehemaligen Begichtungstechnik und der Plaza mit den benachbarten Hallen warten. Ein ganz wesentlicher Teil dieses Gutachtens seit die Kostenschätzung für die Generalreparatur der "Hochofen-Plaza" für die öffentliche Begehbarkeit. Dieses weiterhin unter Denkmal stehende Ensemble müsse als Minimallösung erhalten bleiben.

Kerstin Paul ergänzte, dass Informationen zu den Geschehnissen an der Maxhütte nur teilweise öffentlich zugänglich sind. SuRo 2030 möchte diese Informationen noch aktiver an die Bürger bringen, um eine öffentliche Diskussion anzuregen. Unter diesen Gesichtspunkten und Vorzeichen heißt es an anderer Stelle der Presseinformation, traf sich die Arbeitsgruppe Wirtschaft-Tourismus-Gastronomie von SuRo 2030 mit dem ehemaligen Rohrwerk-Geschäftsführer und jetzigen Berater der Max-Aicher-Gruppe, Karl Reyzl, direkt vor Ort.

Große Finanzierungslücke

Hauptanliegen der Wählergruppe war, mehr Informationen zum Abbruch, aber auch über die Planungen für die Folgenutzung der Industriebrache zu gewinnen. Wie Reyzl erwähnte, müsse nach dem Abriss der Anlagen und Gebäude ein Großteil der verunreinigten Böden vor einer möglichen Nachfolgenutzung, wie bereits im Ost-Teil des Maxhüttenareals geschehen, saniert werden. Da die Kosten für den Bodenaustausch und die damit verbundene Zwischensicherung der Oberflächen zum Schutz des Grundwassers jährlich steigen, entstehe bereits jetzt eine Finanzierungslücke in Millionenhöhe, die durch Grundstückspreise nicht geschlossen werden könne.

Der Entwurf des Flächennutzungsplans liege bereits vor, sei allerdings noch nicht rechtskräftig. Statt der bisher dargestellten Nutzung als Industriegebiet sollen künftig ebenfalls Wohn-, Misch-, Gewerbe- und Sondergebiete für Einkaufszentren, Kultur, Tourismus und Dienstleistungen möglich sein. Ziel müsse nach Auffassung Reyzls ein vielseitiges Angebot an Produktion und Handwerk, Wissenschaft und Forschung, Kultur, Freizeit und Wohnen sein.

Eigenständige Identität

"Das Maxhüttenareal soll eine eigenständige Identität und Strahlkraft für die Stadt entwickeln", betont Paul Wolf. "Wir regen die Bildung eines ständigen Gremiums mit angemessener Bürgerbeteiligung an, welches sich intensiv mit dem Thema Neuansiedlung des Maxhüttenareals beschäftigt und diese vorantreibt", wird Martin Kunert zitiert. Roland Falk schlägt als ersten Schritt die Auslobung eines Ideen- und Realisierungswettbewerbes vor. Er organisiert für die SuRo2030 im Januar einen Besuch in Nürnberg "auf AEG", einem Beispiel für die Revitalisierung einer Industriebrache.

Gregor Stephan fasst zusammen: "Sulzbach-Rosenberg braucht Arbeitsplätze in der digitalisierten Welt, um als Lebensmittelpunkt und Heimat für seine Bewohner auch in Zukunft zu bestehen."

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