09.09.2021 - 17:03 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberg: B14 bei Oberpfalz-Arkaden wieder teilweise freigegeben

Die Vollsperrung am Bierhalsberg endet, die B 14 wird wieder für den Verkehr freigegeben – jedoch vorerst nur einspurig. Der Architekt der Oberpfalz-Arkaden plant derweil ein spezielles „Oktoberfest“.

Die neu errichtete Verkehrsinsel dient künftig Fußgängern auf Höhe der St.-Anna-Apotheke als Querungshilfe über die B14.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Seit 23. August war die B14 am Bierhalsberg in Sulzbach-Rosenberg vollständig gesperrt. Nun gibt es zumindest teilweise gute Nachrichten für Autofahrer: Die Hauptverkehrsader durch die Stadt wird am Freitag, 10. September, wieder freigeben – wenn auch nur einspurig. Laut Baudirektor Stefan Noll öffnet die für den Straßenbau zuständige Firma Pichler aus Paulsdorf am Vormittag eine Spur, so dass die Bundesstraße entlang der künftigen Oberpfalz-Arkaden stadteinwärts wieder befahrbar wird. „Ich gehe davon aus, dass der Verkehr bis Mittag fließt“, schätzt Noll den genauen Zeitpunkt vorsichtig ein.

Ende Mai hatten sich während der Arbeiten am nördlichen Rand der Baugrube überraschend drei Stützpfeiler gelöst und Erdreich zum Nachrutschen gebracht. Das staatliche Bauamt ordnete daraufhin sicherheitshalber an, die Straße einseitig zu sperren, um ein weiteres Abrutschen der Böschung oder gar Schäden an der direkt angrenzenden B14 zu verhindern.

Ampel und Straßeninsel fertig

Der Architekt der Oberpfalz-Arkaden, Friedrich W. Groefke, hat das zum Anlass genommen, die Straße gleich vollständig zu sperren und nötige Arbeiten für die geplante Fußgängerampel zu dem Einkaufszentrum und eine Straßeninsel als Querungshilfe auf Höhe des ehemaligen Forstamtes vorzuziehen.

Diese Arbeiten sind laut Groefke inzwischen abgeschlossen. „Die Fundamente für die Ampelanlage sind gegossen, die gesamte Elektrik ist unterirdisch verlegt, und auch die Straßeninsel ist fertig. Nur die Ampelanlage selbst ist noch nicht montiert. Das machen wir erst ganz zum Schluss“, erklärt der Architekt.

Auch in der Baugrube selbst gibt es Fortschritte. Auf dem Betonfundament stehen inzwischen die Seitenwände des Erdgeschosses, in welchem später der Edeka-Markt einziehen soll. Doch nicht alles läuft rund. So ist der Leerraum zwischen Straßenhang und Gebäudewand nach wie vor nicht aufgefüllt. Genau diese Befüllung ist laut Bauamtsdirektor Noll jedoch Voraussetzung für die vollständige Freigabe der Straße.

Zehn Tage im Verzug

Der Grund, warum dies in den vergangenen Wochen nicht bereits gemacht wurde, liegt Groefke zufolge daran, dass die Geschossdecke im Erdgeschoss noch nicht vollständig einbetoniert ist. Die Decke steife die Seitenwände aus und stabilisiere sie. Denn ohne die Decke könnte der Hang wieder nachsacken. „Der Rohbau war bisher noch nicht so weit, dass wir das hätten machen können. Wir hängen mit dem Zeitplan circa zehn Tage hinterher“, gibt der Architekt zu. Schuld an der Verzögerung sei der überraschende Bruch des Betonpfahls im Mai gewesen. „Wir mussten erst mal die Bruchstelle sichern, um weiteres Absacken zu verhindern, das hat uns Zeit gekostet.“

Obwohl die Eröffnung der Arkaden bereits für Ostern 2022 geplant ist, gibt sich Groefke zuversichtlich, den straffen Zeitplan einhalten zu können. „Ich bin sehr optimistisch, immer.“ Der Fachmann gibt zu bedenken, dass es in Deutschland mit dem gravierenden Mangel von Baustoffen momentan viel größere Probleme gebe. „Zum Glück sind wir davon bislang nicht betroffen. Wir haben keine Lieferschwierigkeiten“, sagt er.

Wie geht es weiter? Ab Freitag werde laut Groefke die Ampelanlage an der Storg-Kreuzung wieder in Betrieb genommen. In den kommenden Wochen ginge es dann auf der gesperrten Straßenseite mit Asphaltarbeiten los. So werde die Straße verbreitert, um eine dritte Spur einzuziehen. „Das wird die Linksabbiegespur als Zufahrt zu den Arkaden.“ Der Fußgängerweg am Rand der Baugrube bleibe deshalb weiter gesperrt.

Bis die B 14 wieder vollständig befahrbar ist, werden Groefke zufolge noch mehrere Wochen vergehen. „Wir sind frühestens nach den Herbstferien so weit.“ Das wäre dann Anfang November.

Fest im Oktober

Groefke macht eine weitere Ankündigung: Weil es im Winter keine Grundsteinlegung gegeben habe, wolle er dies nun nachholen. „Wenn im Erdgeschoss, wo der Edeka reinkommt, die Decke vollständig drauf ist, dann machen wir ein Deckenfest. Das wird dann quasi das kleine Oktoberfest für Sulzbach-Rosenberg“, sagt er und lacht. Damit soll der Baufortschritt dokumentiert und einer Reihe ausgewählter Gäste vor Ort die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst ein Bild vom künftigen Einkaufszentrum zu machen. Doch wann genau es soweit sein soll, da ist Groefke zurückhaltend. Sicher ist sicher – schließlich ist auf der Baustelle schon einmal etwas Unvorhergesehenes passiert.

Die Baugrube der Oberpfalz-Arkaden ist instabil - es sind Stützpfeiler gebrochen

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Ein Schweizer Investment-Start-up hat die Oberpfalz-Arkaden gekauft

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Dieses Bild ist ab Freitag, 10. September, Geschichte: Am Vormittag wird die Vollsperrung der B14 aufgehoben. Die Straße ist dann stadteinwärts wieder einspurig für den Verkehr freigegeben.
Weil die Betondecken noch fehlen, konnte der Raum zwischen Straßenhang und Gebäudemauer bislang nicht vollständig aufgefüllt werden. Eine Fahrspur der B 14 und der Fußgängerweg bleiben deshalb weiter gesperrt.
Die Bauarbeiten an den Oberpfalz-Arkaden sind inzwischen circa eineinhalb Wochen im Verzug. Immerhin: Die ersten Gebäudedecken sind betoniert. Im Oktober soll es deshalb ein "Deckenfest" geben.

„Wir mussten erst mal die Bruchstelle sichern, um weiteres Absacken zu verhindern, das hat uns Zeit gekostet.“

Architekt Friedrich W. Groefke

Architekt Friedrich W. Groefke

 

 

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