24.05.2020 - 11:36 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenbergerin sitzt in New York fest: Noch immer gefangen im "Big Apple"

Unfreiwillige Verlängerungen ihrer New York-Aufenthalte sind für Christl Pelikan-Geismann nichts Neues. Aber weder Hurrikan noch Vulkanausbruch verzögerten die Rückreise so lange wie die Corona-Pandemie. Und es ist noch nicht überstanden.

Christl Pelikan-Geismann mit dem Cello-Meister Misha Quint.
von Anke SchäferProfil

Am 11. Mai hätte der Flieger zurück in die Heimat abheben sollen. Aufgrund ihres ausgedünnten Flugplans hat die Airline jedoch den Flug storniert. Die 23-Stunden-Alternativen will sich Christl Pelikan-Geismann nicht zumuten: "Das ist auch zu gefährlich für mich, da ich jetzt in der höchsten Risikostufe bin", schreibt sie aus New York.

Und so sitzt sie bis auf weiteres im Big Apple fest. Immerhin funktioniere ihre Versorgung wunderbar. Der Speisezettel sei zwar sehr einseitig und langweilig, aber hungern müsse sie nicht. Die Freunde, die für sie die Einkäufe übernehmen, berichten immer noch von langen Schlangen vor Supermärkten und Drugstores. Als Mangelware hätten mittlerweile Fleischwaren aller Art das berühmte Toilettenpapier abgelöst. Hamsterkäufe seien dagegen nicht mehr möglich seit die Abgabemengen beschränkt wurden.

Und auch wenn diesmal keine Treffen mit Freunden, keine Besuche von Restaurants, Museen, Konzerten, Opern und natürlich auch kein Shopping-Touren ihre New Yorker Tage ausfüllen, langweilig ist es trotzdem nicht - im Gegenteil. Bis zu 18 Stunden am Tag arbeite sie an den Polymer Clay-Herzen, mit denen sie nach ihrer Rückkehr Pflegekräfte beschenken möchte. Zehn einzelne Schritte seien pro Stück nötig, fast 250 der doppelseitigen tragbaren Anhänger sind bereits fertig.

Die Aussicht, zuhause möglicherweise weitere zwei Wochen in Quarantäne sitzen zu müssen, schreckt sie übrigens nicht. Die Aussicht auf Schweinebraten mit Knödeln, Leberkäs-Semmeln, einen Blick ins Grüne statt ins nächste Hochhaus – und natürlich das ersehnte Wiedersehen mit ihrem Mann, Altbürgermeister Gerd Geismann, und all ihren Freunden wiegen auch diese letzte missliche Option auf.

Traurig stimmt sie dagegen die Absage des diesjährigen Sulzbach-Rosenberg International Music Festivals (SRIMF). Festivalleiter Misha Quint habe bis zuletzt noch "einen Funken Hoffnung" gehabt, berichtet die erklärte "SRIMF-Mutter". Nach ihren Informationen soll das weitere Quint-Festival in Acqui Terme im italienischen Piemont dagegen mit Segen des dortigen Bürgermeisters im August über die Bühne gehen.

Wegen Corona in den Vereinigten Staaten gestrandet

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