Sulzbach-Rosenberg
27.03.2019 - 11:25 Uhr

Trickbetrüger schwärmen mit zehn Autos aus

Der Polizei in Sulzbach-Rosenberg ist ein Coup gelungen: Sie hat ein Mitglied einer Trickbetrüger-Bande geschnappt, die deutschlandweit Senioren auf Parkplätzen Geld stehlen.

Trickbetrüger gefasst: Der Polizei in Sulzbach-Rosenberg ist ein Ermittlungserfolg gelungen. Bild:  Stephanie Pilick/dpa
Trickbetrüger gefasst: Der Polizei in Sulzbach-Rosenberg ist ein Ermittlungserfolg gelungen.

Zu verdanken haben die Ermittler den Zugriff zweier Senioren, die sich am Dienstag bei der Polizei meldeten. Wie Polizeihauptkommissar Peter Krämer berichtet, sei gegen 11 Uhr ein 86-jähriger Rentner ganz aufgeregt zur Polizeiinspektion gekommen, um zu schildern, dass er soeben von einem Trickdieb ziemlich rabiat angegangen worden sei. Die Masche: Ein Unbekannter fragt an einem Parkplatz nach Wechselgeld. Lässt sich das Opfer darauf ein, fehlen auf einem Geldscheine oder andere Wertsachen.

Er habe erst vergangene Woche in der Zeitung gelesen, dass Diebe mit diesem Trick in der Gegend unterwegs seien und gleich dem Unbekannten die Autotür vor der Nase zugeknallt. Sofort lief eine Fahndung mit zivilen Beamten aus Amberg im Bereich der Einkaufsmärkte in Sulzbach-Rosenberg an. Fast gleichzeitig erreichte die Inspektion eine weitere Mitteilung über einen penetranten Mann, der in der Hofgartenstraße Geld gewechselt haben wollte. "Als ihm der 65-jährige Anrufer einige Cent entgegenhielt, winkte er ab und ging davon", erklärt Krämer. Der Rentner jedoch folgte dem Verdächtigen und sah noch, wie er mit einem zweiten Mann in einen VW Golf mit Heilbronner Kennzeichen stieg und wegfuhr.

Die Fahndung konzentrierte sich nun auf dieses Fahrzeug, das kurze Zeit später auf dem Parkplatz am Rewe-Markt in der Rosenberger Straße ausgemacht werden konnte. Am Steuer und alleine im Auto saß ein 29-jähriger Rumäne. Von seinem Mittäter fehlte jede Spur. Der Autofahrer wurde vorläufig festgenommen und zur Wache am Luitpoldplatz gebracht. Die beiden Rentner erkannten den Mann sofort wieder als denjenigen, der vor wenigen Minuten ihnen entsprechend entgegengetreten war.

"Die Senioren reagierten hervorragend und gaben dem Täter keine Gelegenheit, in die Geldbörse zu greifen, so dass ihnen kein Schaden entstanden ist", sagt der Polizeisprecher. Während die Polizisten den Sachverhalt protokollierten, habe immer wieder das Handy des Rumänen geklingelt. "Offensichtlich wollte sich sein Komplize nach der Mitfahrgelegenheit und dem Verbleib des Täters erkundigen."

Die parallel verlaufenden Ermittlungen bei der Kripo in Heilbronn ergaben dann den Hinweis, dass der Festgenommene nicht alleine unterwegs, sondern vermutlich Mitglied eines rumänischen Clans ist, der bundesweit Straftaten begeht. "Hauptsächlich Trickdiebstähle, aber auch sonstige Eigentumsdelikte, wie Tankbetrügereien", wie Krämer erklärt. Vorgänge in Hessen und im unterfränkischen Aschaffenburg müssen derzeit bearbeitet werden. Der Clan verfügt offensichtlich über bis zu zehn Fahrzeuge, mit denen dann die Täter in wechselnder Besetzung ausschwärmen, um meist Senioren zu schädigen.

Krämer: "Der Dank der Polizeiinspektion gilt nun ganz konkret den beiden 65 und 86 Jahre alten Männern, die gestern alles richtig gemacht haben. Sie haben niemanden an ihre Geldbörse gelassen,gute Erkenntnisse erlangt und diese unverzüglich der Polizei mitgeteilt." Der 29-jährige Rumäne wurde erkennungsdienstlich behandelt und musste danach wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Er begab sich laut Polizei zu seinem VW Golf und verließ Sulzbach-Rosenberg schnurstracks über die Autobahn A6 in Richtung Westen. "Die Ermittlungen nicht nur in Sulzbach-Rosenberg sind aber noch lange nicht abgeschlossen", stellt Krämer klar.

 
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