Update 14.06.2018 - 18:11 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Turbo für die Stadt zuschalten

"Herzogstadt mit Flair" reicht nicht mehr alleine. Mit einer professionellen Organisation soll die Entwicklung der Kommune fortgeführt werden.

Mit professionellem Stadtmarketing setzte sich der Sulzbach-Rosenberger Stadtrat im Hauptausschuss auseinander.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Über die Notwendigkeit eines solchen Instruments zur weiteren Aufwertung der Stadt gab es im Hauptausschuss am Dienstag breiten Konsens. Welche Inhalte der Themenbereich allerdings umfassen soll, oder wie Zuständigkeiten verteilt werden, werden erst weitere Diskussionen zeigen.

Antragsteller 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS), sein gleichgelagerter erster Versuch "Aufbau eines Stadtmarketings" datiert aus dem Jahr 2013, wartete zur Sitzung mit seinen Vorstellungen auf. Seiner Meinung nach bedarf es einer professionellen Organisation, die funktions- und themenübergreifend am Querschnitt der städtischen Aufgaben und Akteure arbeitet, Synergien schafft und Potenziale hebt.

"Man kann auf Stadtmarketing nicht verzichten. Es ist der Ansatz zur zielgerichteten Gestaltung und Vermarktung der Stadt", gab sich Reitzenstein überzeugt, der auch einen starken Wettbewerb um Einwohner, Unternehmen, Kunden und Tourismus ausmachte. "Ziel muss es sein, sich für diesen Wettbewerb zu positionieren und die Lebensqualität und die Wirtschaftskraft zu stärken."

Bürgermeister Michael Göth stellte das Thema zur Diskussion, verwies auf die erreichten Verbesserungen der Dachmarke, wollte sich weiteren Fortschritten und einem Stadtmarketing nicht verschließen. "Wir können bestimmte Bereiche hinterfragen und an den entsprechenden Stellschrauben drehen." Als sinnvoll sah der Rathauschef auch Kontakte mit Kommunen an, die bereits ein Stadtmarketing eingeführt haben, um die Umsetzung richtig anzugehen.

Karl-Heinz-Herbst (Grüne) regte ein neues Stadt-Leitbild an und sah grundsätzlich Verbesserungsmöglichkeiten. Hauptamtsleiter Johann Gebhardt schaltete sich ebenfalls in die Diskussion ein, indem er hinterfragte, ob es für diesen Prozess einen externen Moderator brauche. Pro Su-Ro-Vorsitzender Kurt von Klenck, der zur Sitzung ins Rathaus geladen war, stellte sich auch vollumfänglich hinter die Einführung eines Stadtmarketings. Details, wie Finanzierung, Akteure, Leitbild oder Handlungsfelder, müssten seiner Meinung nach in einer Arbeitsgruppe abgeklärt werden.

CSU-Fraktionssprecher Stefan Morgenschweis sah ein sehr komplexes Thema, regte zum Nachdenken über Verbesserungen und deren Finanzierbarkeit an. "Ein Konzept könnten wir bei der nächsten Stadtratsklausur entwickeln." Bürgermeister Michael Göth wird nun nach einstimmigem Votum Kontakt mit Kommunen aufnehmen, in denen Stadtmarketing bereits etabliert ist, um Empfehlungen für die Realisierung in der Herzogstadt folgen zu können.

Man kann auf Stadtmarketing nicht verzichten.

Hans-Jürgen Reitzenstein

Info:

Handlungsfelder im Stadtmarketing

Mit der Vorstellung von vier Handlungsfeldern zum Stadtmarketing unterfütterte 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein im Hauptausschuss seinen Antrag:

Wohnen und Wohnumfeld

Ansprache von Investoren, Profilierung der Stadt als Familienwohnstandort sowie die Förderung alternativer, neuer Wohnformen.

Wirtschaft und Gewerbe

Aufbau einer proaktiven Wirtschaftsförderung sowie weiteres Management der Flächenvorhaltung für neue und bestehende Unternehmen.

Altstadt

Stärkung der Versorgungsfunktion der Altstadt, Aktives Leerstandsmanagement sowie Digitalisierung und Online-Marketing.

Freizeit und Kultur

Hierzu zählen für Reitzenstein die Steigerung der Attraktivität der Innstadt und Lebensqualität, Neuausrichtung von Events und Veranstaltungen sowie das Schließen von Angebotslücken.

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