04.02.2019 - 15:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Viel Geld für Sulzbach-Rosenbergs Schulen

86,5 Millionen Euro investiert der Landkreis Amberg-Sulzbach in Sulzbach-Rosenbergs Bildungseinrichtungen. Landrat Richard Reisinger freut sich: "Der Kreistag steht voll dahinter, alle Entscheidungen fielen einstimmig!"

In dieser „Containerstadt“ läuft nach den Faschingsferien der Unterricht für viele Realschüler, denn dann beginnt die Sanierung des Altbaues.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Der Landrat gerät ins Schwärmen, wenn er von den Planungen etwa für die Realschule mit ihrem neuen überdachten Atrium spricht. Beim Pressetermin mit den Experten des Gebäudemanagements zeigt sich der wahre Umfang der geplanten Arbeit: Es kann sein, dass zum Beispiel das Berufsschulzentrum erst 2032 fertig wird. Reisinger ging mit unserer Zeitung die einzelnen Projekte durch: HCA-Gymnasium

Hier stehen die Sanierung und der Umbau des Fachbereichs Physik und der Informatik an. Als "museumsreif" bezeichnete Richard Reisinger den sage und schreibe 50 Jahre alten Physiksaal, der noch nie erneuert oder saniert worden war. "Die Räume sind abgewirtschaftet und entsprechen nicht mehr dem schulischen Bedarf", erklärte der Leiter des Gebäudemanagements des Landkreises Amberg-Sulzbach, Hubert Saradeth. Daher sei eine Sanierung dieses Fachbereichs mit drei Lehrsälen und Nebenräumen erforderlich. Sein Stellvertreter Thomas Raithel ergänzte, dass auch der angrenzende Informatikraum aus dem Jahr 1980 saniert werden solle. Die bereits im April 2018 genehmigte Kostenrechnung belaufe sich auf 1,4 Millionen Euro. Doch der Landkreis hat einen Förderantrag für das Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur (KIP-S) eingereicht. "Und hier beträgt die Förderung der förderfähigen Kosten bis zu 90 Prozent!", freute sich der Landrat. Die Genehmigung zum vorzeitigen Beginn liege vor, die Ausführung sei von März bis Oktober 2019 geplant. Die Baustelle wird staubdicht gemacht, das Material größtenteils durch die Fenster angeliefert.

Aber das HCA-Gymnasium hat auch noch eine zweite Baustelle: Der Landkreis plant die Generalsanierung der Turnhalle für rund 2,8 Millionen Euro: Lüftung, Wärmeversorgung, Hallenboden, Warmwasserversorgung, Sanitäranlagen, Brandschutz und auch Barrierefreiheit heißen die Aufgabengebiete hier. Nach Bedarfsermittlung und Beschlussfassung könnte 2020 geplant werden, ab 2023 liefe dann die Bauausführung.

Sonderpädagogisches Förderzentrum

Die Generalsanierung mit Teilabbruch und Ersatzneubauten ist abgeschlossen und wird im Mai feierlich eingeweiht. 13,7 Millionen Euro sind hier zwischen 2014 und 2018 verbaut worden. Hauptsächlich der energetische Zustand und Mängel beim Brandschutz der abgewirtschafteten Gebäude seien ausschlaggebend gewesen, erinnerte Hubert Saradeth. Jetzt haben die 160 Schüler in 14 Klassen nach mehrmaliger baubedingter Unterrichtsverlagerung ein schmuckes, neues Domizil.

Walter-Höllerer-Realschule

Eine große Nummer bei den Investitionen ist auch die Realschule: etwa 22,1 Millionen Euro werden hier verbaut, die der Kreistag bereits genehmigt hat. Grundlage ist das Raumprogramm der Regierung der Oberpfalz für 620 Schüler in 24 Klassen und 30 Sportklassen. "Generalsanierung des Altbaus und der Turnhalle", hieß der Plan, die Ausschreibungen laufen. Ein Containergebäude mit 19 Klassenzimmern als Unterrichtsprovisorium steht bereits, in den Faschingsferien wird umgezogen.

Bei der Dreifach-Turnhalle hätten sich aber inzwischen neue Erkenntnisse über statische Mängel ergeben, die eine Sanierung unrentabel erscheinen ließen, berichtete Thomas Raithel. Daher werde es eine zusätzlicher Planung über Abbruch und Neubau einer Dreifach-Turnhalle geben, die dann erst dem Kreistag vorgelegt wird.

Berufsschule

Der mit Abstand dickste Brocken der Landkreis-Investitionen ist aber das Berufliche Schulzentrum: Generalsanierung und Erweiterung sowie der Neubau eines Schülerwohnheims stehen hier an, weil Brandschutz- und Sicherheitsmängel, energetischer Zustand und abgewirtschaftete Gebäude nicht mehr dem Standard entsprechen. Die Grobkosten-Schätzung liegt bei rund 46,5 Millionen Euro für die Maßnahme, die sich alleine mit Vorentwurf, geändertem Raumprogramm, Entwurfsplanung sowie Förderverfahren bis 2022 hinziehen wird. Zehn Jahre sind ab dann bis zur Fertigstellung als Bauzeit veranschlagt.

Rund 1425 Schüler, davon die Hälfte dauerhaft anwesend, sind es derzeit an der Neumarkter Straße,, durch die Eingliederung der Berufsfachschule und die neuen Berufszweige E-Commerce-Kaufmann und Lagerlogistiker werde aber ein deutlicher Anstieg erwartet, prognostizierte Landrat Richard Reisinger.

Landrat Richard Reisinger stellte gemeinsam mit Hubert Saradeth und Thomas Raithel (von rechts) vom Landkreis-Gebäudemanagement die Pläne für die Sulzbach-Rosenberger Schulen vor.

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