Update 18.11.2018 - 17:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Volkstrauertag: Den Frieden auch im menschlichen Geist verankern

Die Mahnung steht im Mittelpunkt - sich an Schrecken von Kriegen und Gewaltherrschaft zu erinnern, damit sich diese nicht wiederholen. Rund ums Ehrenmal am Friedhofsberg in Sulzbach-Rosenberg versammeln sich Delegationen zum Volkstrauertag.

Zahlreiche Vereine waren mit Abordnungen vertreten, um gegen Krieg und Gewalt und für ein friedliches Zusammenleben einzutreten.
von Wolfgang BerndtProfil
Wer sich für Europa und gegen Europafeindlichkeit engagiert, setzt ein Zeichen für den Frieden, lautete das Credo von Bürgermeister Michael Göth.

Zivilcourage bei menschenverachtendem Verhalten gegenüber Anderen oder anders Denkenden zeigen und den Mitmenschen, insbesondere den Fremden, mit Respekt begegnen, das forderte Bürgermeister Michael Göth, der an die Schrecken beider Weltkrieg erinnerte.

Bei der Kranzniederlegung gedachten ebenfalls der Ortsvorsitzende des VdK, Herbert Göth, und der Vorsitzende der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, Franz Schneller, den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft. Der Gedenkveranstaltung war ein Marsch durch die Innenstadt vorangegangen, mit dem städtischen Bergknappenorchester an der Spitze.

Das Gedenken am Volkstrauertag gelte allen Opfern von Krieg und verbrecherischer Gewalt, erinnerte der Bürgermeister. Der Volkstrauertag sei ein Tag der Trauer und der Mahnung, aber auch der Hoffnung auf Versöhnung und Verpflichtung für eine friedliche Zukunft. Der diesjährige Volkstrauertag finde eine Woche nach dem 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges statt, der 17 Millionen Menschen das Leben gekostet habe. Zu den Aufgaben der Kriegsgräberstätten gehöre es, die Menschen mit den Folgen von Krieg und Gewalt zu konfrontieren. Der Volkstrauertag als Reaktion auf die Weltkriege habe deshalb unverändert seine Daseinsberechtigung.

Der Beitrag zur Friedenssicherung müsse sein, die Unmenschlichkeit und die Sinnlosigkeit von Kriegen nicht zu vergessen. "Diese Erinnerung darf nicht sterben und sollte wachgehalten werden, um den europäischen Friedensgedanken in der Gesellschaft dauerhaft zu sichern", forderte der Bürgermeister. Der Europafeindlichkeit müsse entgegen getreten werden.

Der Volkstrauertag erinnere beschämt an die Demütigung und Ermordung von Millionen jüdischer Mitbürger, Frauen, Kindern und Älteren und an die Angehörigen von Randgruppen in der Gesellschaft, die dem Terror zum Opfer gefallen seien. Deshalb sei eine lebendige Erinnerungskultur nötig, damit die körperlichen und seelischen Wunden der Opfer und Hinterbliebenen nie aus dem Bewusstsein verloren gingen. Allen Mitmenschen, insbesondere den Fremden, müsse man mit Achtung begegnen und deren Würde gerade im Alltag respektieren.

"Menschenverachtendes Verhalten gegenüber Anderen oder anders Denkenden darf nicht geduldet werden", so Göth. Man müsse bereit sein, Zivilcourage zu zeigen. Das beste Denkmal, das man schaffen könne, sei der Aufbau einer Gesellschaft, die über Grenzen hinweg von Toleranz und gegenseitiger Achtung und Humanität geprägt sei. "Auf Hass, Grausamkeit und Menschenverachtung lässt sich keine Zukunft aufbauen."

Der Mensch habe den Schlüssel, um Kriege zu verbannen, wie es in der Präambel der UNESCO heißt: "Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden."

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