29.11.2020 - 10:12 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Auch Wasserzähler gehen online in Sulzbach-Rosenberg

Ein städtisches Fahrzeug rollt durch die Straßen, unsichtbar fließen Daten auf einen Speicher, schon sind die Stände der Wasserzähler registriert: Die Zukunft hält Einzug bei den Stadtwerken.

Der Hydrus 2.0 ist ein Hauswasserzähler und kommt jetzt in Sulzbach-Rosenberg zum Einsatz.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Digitaltechnik kommt nun auch im Keller: Die Stadtwerke planen, ab dem Jahr 2021 mit der Umstellung von mechanischen auf funkauslesbare elektronische Wasserzähler zu beginnen. Um dies auch rechtlich möglich zu machen, hat der Stadtrat die Wasserabgabesatzung entsprechend angepasst.

Stadtwerke-Chef Roland Kraus erklärt im Redaktionsgespräch die neue Technik, die jeden Haushalt betrifft: "Der Einsatz von Funkwasserzählern bietet sowohl dem Wasserversorger als auch den Abnehmern viele Vorteile. Künftig können die Zählerstände stichtagsgenau zum 31.12. erfasst und abgerechnet werden, der Zeitaufwand für die Ablesung wird deutlich verringert, auch entfallen Kosten für die Anschreiben zur Selbstablesung."

Zwölf Jahre funktionstüchtig

Für die Kunden ergebe sich der Vorteil, dass die Wasserableser nicht mehr in den Keller gehen brauchen oder die Zählerstände nicht mehr an die Stadtwerke übermittelt werden müssen. Die Eichgültigkeit der bisher eingesetzten Wasserzähler lag bei sechs Jahren, so dass nach Ablauf dieser Zeit die Geräte beim Kunden gewechselt werden mussten. Das wird jetzt auch besser: "Für Funkzähler kann die Eichgültigkeitsdauer über ein Stichprobenverfahren auf mindestens zwölf Jahre verlängert werden", erklärt Kraus. Das führe langfristig trotz höherer Anschaffungskosten zu Einsparungen und käme über die Gebührenkalkulation dem Kunden wieder zu Gute.

Minimale Strahlung

Wie ist das mit der Strahlung? "Keine Gefahr", meint der Fachmann. Das Funkauslesesystem erscheine insofern unbedenklich, als alle 16 Sekunden mit einer Leistung von 10 mW auf eine Dauer von 0,01 Sekunden, pro Tag also lediglich insgesamt rund 50 Sekunden, gesendet werde.

Schnurlostelefone (250 mW), Mobiltelefone (2000 mW) oder WLAN-Router (100 mW), die selbst im Standby-Modus mit deutlich größerer Leistung senden, wirkten dagegen mehrere Stunden am Tag, wenn nicht sogar rund um die Uhr. Zudem sei die durch den Funkzähler tatsächlich auf den Menschen einwirkende Strahlungsleistung um etliches geringer als die abgestrahlte Leistung, da sich die Zähler in der Regel im Keller und somit nicht in unmittelbarer Nähe des Menschen befinden.

Datenschutzrechtliche Anforderungen seien in der Gemeindeordnung und der Wasserabgabesatzung geregelt. Die Eigentümer bzw. Gebührenzahler der Grundstücke, in denen ein Funkwasserzähler eingebaut werden soll, werden vor dem Einbau schriftlich durch die Stadtwerke benachrichtigt.

Und es gibt eine Ausnahme: Bei Gebäuden mit nur einer Einheit (Einfamilienhaus) haben die Eigentümer oder Gebührenzahler ein Widerspruchsrecht gegen die Funkauslesbarkeit des digitalen Wasserzählers. Nehmen sie dieses Recht in Anspruch, wird in diesen Fällen die Funkauslesung am Zähler deaktiviert. Der Abnehmer muss dann allerdings seinen Zählerstand selbst ablesen und an die Stadtwerke übermitteln.

Heuer nur Selbstablesen

Abschließend informiert Kraus noch über eine organisatorische Besonderheit: "Die Ablesung der Wasserzähler erfolgt in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich durch Selbstablesung der Hausbesitzer - es kommen also keine Wasserableser!" In den nächsten Tagen werden die Ablesekarten versendet und die Eigentümer gebeten, ihren Zählerstand bis spätestens 31.12.2020 zu melden. Dabei wird der jeweilige Stand vom Ablesetag zum 31.12. hochgerechnet.

Regeln fürs Übermitteln

Erfolgt keine Übermittlung des Zählerstandes, wird dieser anhand des Vorjahresverbrauchs geschätzt. Bei der Ablesung sollte auch die Zählernummer, die auf der Ablesekarte abgedruckt ist, mit der Nummer auf dem Zählergehäuse abgeglichen werden . Diese befindet sich an der Deckelinnenseite, auf dem Sichtglas der Wasseruhr oder auf dem Gehäuserand.

Bei der Ablesung ist außerdem darauf zu achten, dass es keine Nachkommastelle gibt und es sich bei jeder Ziffernstelle (meist sind es fünf) um volle Kubikmeter handelt.

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Info:

Möglichkeiten zur Übermittlung des Zählerstandes

  • portofreie Rücksendung der Ablesekarte
  • Übermittlung per Mail an ablesung[at]stadtwerke-suro[dot]de
  • per Fax an 09661/8747-8
  • online unter www.stadtwerke-suro.de, Rubrik ,,Zählerstände“
  • durch Scannen des QR-Codes (Weiterleitung auf das Web-Formular des Softwarepartners Symvaro GmbH)
  • Bei Problemen mit der Selbstablesung: Stadtwerke, 09661-87 47-0.

 

 

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