14.02.2020 - 16:30 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Von wegen Falschparker: Polizei warnt vor Inkasso-Zahlungen

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Das Melden von unerlaubt abgestellten Autos auf Privatgrund per spezieller App soll Geld bringen: Verbunden ist das Ganze mit einem Inkassodienst, der die Falschparker zur Kasse bitten will. Davor warnt jetzt die Polizei.

Erst wenn ein vom Gericht erstellter Mahnbescheid vorliegt, sollten sich Empfänger der Inkasso-Briefe anwaltliche Hilfe holen, rät die Polizei.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Der Brief eines Inkasso-Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen flatterte jetzt einer Sulzbach-Rosenbergerin ins Haus. Darin wurde die Frau aufgefordert, im Zuge eines "außergerichtlichen Vergleichsangebots" einen Betrag von mehr als 100 Euro auf das Konto des Unternehmens zu überweisen, weil sie angeblich vor dem Zugang zu einem Privatgelände im Stadtgebiet verbotswidrig geparkt, juristisch formuliert "Besitzstörung und verbotene Eigenmacht" ausgeübt haben soll.

Die Empfängerin des Schreibens war sich eines solchen Verstoßes nicht bewusst und erstattete deshalb Anzeige wegen versuchten Betrugs bei der örtlichen Polizeiinspektion. Erste Ermittlungen haben demnach ergeben, dass die Inkasso-Firma auch im Internet präsent ist und dort eine App bereitgestellt hat, die es unter Angabe der Personalien ermögliche, Fotos von falsch parkenden Fahrzeugen zu laden und dem Inkassodienst "zur Verfolgung" zur Verfügung zu stellen.

Nach einer Fahrzeughalterfeststellung beim "Falschparker" versendet die Firma dann den entsprechenden Forderungsbescheid an die meist ahnungslosen Autobesitzer, teilt die Inspektion Sulzbach-Rosenberg mit. Geworben werde mit einer einhundertprozentigen Auszahlung des Forderungsbetrags an den Einsender der Fotos.

Die weiteren Ermittlungen der PI führten nach eigener Auskunft schließlich zu einer 28jährigen Herzogstädterin, die auf diese Art und Weise "gegen Falschparker im Stadtgebiet" vorgehen lassen wollte und das Inkasso-Unternehmen mit mehreren Fotos angeblicher Parkverstöße bediente.

Während sich der Dienst aus Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit eher mit anderen Methoden des Forderungsmanagements beschäftigt hatte, scheint hier mit der "Verfolgung von Parkverstößen" ein neues Geschäftsfeld eröffnet worden zu sein, vermutet die Polizei. Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass weitere Bürger in den nächsten Tagen Post von dem Unternehmen erhalten, raten die Beamten, sich von solchen Forderungen nicht unter Druck setzen zu lassen und den eingeforderten Betrag nicht zu begleichen.

Erst wenn tatsächlich der ordentliche Mahnbescheid eines Gerichts auf dem Tisch liege, sei es an der Zeit, sich Rechtsberatung zu holen. "Unseriöse Unternehmen" scheuten es allerdings regelmäßig, einen solchen Mahnbescheid bei den Gerichten zu beantragen.

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