22.09.2020 - 16:45 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zukunft der Storg-Immobilie: Hotellerie setzt jetzt auf Aufklärung

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Die Gastro-Branche in der Region ist durch die Corona-Pandemie enorm unter Druck geraten. Sulzbach-Rosenberger Hoteliers fürchten zudem wegen den Hotel-Plänen im früheren Storg-Gebäude um ihre Existenz.

Die prognostizierten 120 Hotelbetten in der künftig umgebauten ehemaligen Storg-Immobilie beunruhigen die Sulzbach-Rosenberger Hotelgasthöfe.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die Zahlen, mit denen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ganz aktuell aufwartet, verheißen wenig Gutes: Im ersten Halbjahr haben rund 25 900 Gäste den Landkreis Amberg-Sulzbach besucht. Das seien 52 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 51 Prozent auf etwa 64 200.

Die NGG beruft sich dabei in einer Pressemitteilung auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. „Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Gastwirtschaften, Biergärten und Restaurants über viele Wochen ganz zusperren. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Rainer Reißfelder, Geschäftsführer der NGG-Region Oberpfalz.

Die Zahlen, die wir uns sicher nicht einfach ausgedacht haben, machen dann deutlich, dass unsere Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind.

Michael Sperber

Die vorherrschende Gesamtsituation im Gastgewerbe verschlimmert nach eigenen Angaben auch die Lage der Sulzbach-Rosenberger Hotellerie, deren Vertreter, darunter die Hotelgasthöfe Sperber-Bräu, Bayerischer Hof, Heldrich Forsthof, Zum Bartl und Zum Wulfen Kauerhof, die sich zur Interessengemeinschaft (IG) Rettet die Hotelgasthöfe in SuRo zusammengeschlossen haben.

Sie hätten die Zahlen und den Markt analysiert und leiten nun durch die geplanten 120 Hotelbetten in einer künftig ertüchtigten Storg-Immobilie keine Belebung der eigenen Häuser, sondern im schlimmsten Fall direkte Existenzbedrohung ab. Klärende Gespräche mit der Rinkenburger Objektbau – eventuell unter Moderation der Stadt – hätten für mehr Klarheit sorgen sollen, zustande kamen sie aber nicht.

Austausch gewünscht

Was Achim Kiel (Bayerischer Hof) sowie Michael und Christian Sperber (Sperber-Bräu) dagegen auf den Tisch legten, waren Belege eines E-Mail-Austausches zwischen der IG und der Rinkenburger Objektbau, die vorerst auf keine weiteren Gespräche zwischen den Konfliktparteien schließen lassen. „Wir haben das Gespräch gesucht, um über den Markt zu sprechen. Aber nachdem wir nach vier Wochen noch immer keine Antwort erhalten haben, waren wir sehr enttäuscht“, gibt Achim Kiel unumwunden zu.

Über geänderte Pläne des Investors sei nichts bekannt, auch hätte die Stadt, welche die Mails jeweils als Kopie erhielt, noch keine Reaktion auf die Bedenken der IG gezeigt. „Wir hoffen natürlich noch immer auf einen Austausch, werden jetzt aber auch Gäste und Bevölkerung umfassend über unsere Berechnungen aufklären. Die Zahlen, die wir uns sicher nicht einfach ausgedacht haben, machen dann deutlich, dass unsere Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind“, sagt Michael Sperber, der wie seine Kollegen die Fakten quasi auf den Wirtshaustisch legen will. Thilo Rinkenburger als verantwortlicher Vertreter der gleichnamigen Objektbau hatte schon im Juli nach dem ersten öffentlichen Auftritt der IG geäußert, dass er die Bedenken der ortsansässigen Hotellerie nicht teilen könne, sich dagegen sogar eine Belebung erwarten lasse. An seinen Projekt-Standorten hätte die vorhandene Gastronomie-Landschaft in aller Regel immer profitiert, sagte damals der Unternehmer, dessen Objektbau GmbH bereits mehr als 100 Hotels realisiert hat.

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"Planungen haben sich verzögert"

Auf Nachfrage bei Thilo Rinkenburger von der Rinkenburger Objektbau GmbH in Dillingen, konnte der Unternehmer noch keinen konkreten Zeitpunkt zum Start des Umbaus und der Sanierung der früheren Storg-Immobilie nennen. Ihm sei aber sehr wohl bewusst, dass die Weiterentwicklung des ehemaligen Storg-Komplexes für die Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung sei. Auch Bedenken der örtlichen Hotellerie seien seinem Hause bekannt. „Wir stehen im ständigen Kontakt mit den Verantwortlichen der Stadt. Die Gebäudegröße bedingt diverse Vorplanungen inklusive vieler Fachplaner. Leider haben sich unsere Planungen – nicht zuletzt wegen Corona – zeitlich verzögert und es mussten Veränderungen vorgenommen werden“, so Rinkenburger. Deshalb gebe es aktuell noch keine Informationen für die Öffentlichkeit. Ähnlich verhalte es sich in punkto Austausch mit den Vertretern der örtlichen Hotellerie.

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