Wissenschaft muss nicht trocken sein – das bewies am vergangenen Samstag der erste "Science Slam" im Haus der Biodiversität in Tännesberg. Junge Forscherinnen und Forscher stellten ihre aktuellen Projekte auf unterhaltsame Weise vor, mit Humor, treffenden Vergleichen und verständlichen Erklärungen. Das Publikum nahm die Premiere des ungewöhnlichen Formats, initiiert vom Förderverein Haus der Biodiversität, begeistert auf.
Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister von Tännesberg, Ludwig Gürtler, führte Moderatorin Annika Lüthy mit Witz und Charme durch den Abend. Die junge Zeitnehmerin Emilia stoppte die Beiträge jeweils nach zehn Minuten. Der Applaus der Besucher entschied schließlich über den Sieger – fachkundig gemessen von Christian Schönberger, dem Architekten des Hauses, der augenzwinkernd als „notariell geprüfter Schallmeister“ im Einsatz war.
Den Auftakt machte Dennis Gref, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzensysteme der TU München. Mit viel Humor erklärte er, wie man Nährstoffkreisläufe im ökologischen System optimieren kann, um Erträge zu steigern, ohne der Umwelt zu schaden. Seine anschaulichen Beispiele zeigten, dass man komplexe Agrarforschung verständlich und unterhaltsam vermitteln kann.
Überraschender Einstieg
Dr. Alissa Wieberneit, Bioanalytikerin, wählte einen überraschenden Einstieg mit der Frage: „Was haben Krallenfrösche und Schwangerschaftstests gemeinsam?“ Von dort aus führte sie zu ihrer Forschung an ultradünnen Nanofasern, die durch Elektrospinnen hergestellt werden. Sie erklärte auf unterhaltsame Weise das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen und warum Chemiker gerne Dinge in immer kleinere Teilchen zerlegen.
Lara Bliestle, die Bauingenieurwesen studiert, führte das Publikum anschließend in die Welt der Energietechnik ein. In ihrem Beitrag zur füllmengenreduzierten Propanwärmepumpe erklärte sie verständlich die Funktionsweise moderner Wärmepumpen. Sie erläuterte die Vorteile von Propan als Kältemittel und warum eine reduzierte Füllmenge sowohl effizient als auch sicher ist.
Beim letzten Vortrag des Abends ging es ebenfalls um Energie. Anton Achhammer von der OTH Regensburg sprach über grünen Wasserstoff und dessen faire Produktion. Er erklärte anschaulich die Wasserspaltung mit Kathode und Anode. Mit einem augenzwinkernden Vergleich veranschaulichte er die enorme Energiedichte von Wasserstoff: Mit einem Kilogramm Wasserstoff könne man sich rund 82.500 Mal elektrisch rasieren.
Besonderes Holzstück als Preis
Vor der Abstimmung fasste Moderatorin Annika Lüthy die Beiträge humorvoll zusammen und forderte das Publikum auf, für den jeweiligen Favoriten zu applaudieren. Am Ende setzte sich Anton Achhammer durch und gewann den ersten "Science Slam" im Haus der Biodiversität. Als Preis erhielt er ein besonderes Holzstück, das ihm Architekt Christian Schönberger überreichte. Alle Teilnehmenden freuten sich zudem über Apfelsaft aus dem Haus der Biodiversität.
Der gelungene Abend zeigte eindrucksvoll den starken Zusammenhalt im Förderverein und machte Lust auf weitere Veranstaltungen. Mit dem "Science Slam" ist dem Haus der Biodiversität ein unterhaltsamer Auftakt gelungen – und ein weiterer Schritt, sich als lebendiger Treffpunkt für Wissenschaft und Gesellschaft in der Gemeinde Tännesberg zu etablieren.















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