24.01.2020 - 14:50 Uhr
TeublitzOberpfalz

Vor Ort gegen den Klimawandel

Wie soll sich der Landkreis Schwandorf weiter entwickeln? Eine Antwort darauf liefert die ÖDP bei ihrem Wahlkampfauftakt für die Kommunalwahl im März.

Ihre Ziele für die kommenden sechs Jahre formulierte die ÖDP bei ihrem Wahlkampfauftakt.

ÖDP-Kreisvorsitzender ging bei der Auftaktveranstaltung im Café Keskins in Teublitz zunächst auf den Flächenverbrauch in Bayern, der mit 11,7 Hektar pro Tag am höchsten in ganz Deutschland sei, ein. Das Ziel, ihn zu reduzieren, sei nicht mal im Ansatz bisher erreicht worden, sagte Damm laut einer Pressemitteilung der Partei. Deshalb fordere die ÖDP eine Zusammenarbeit der Kommunen bei der Ausweisung von Gewerbeflächen als Interkommunale Gewerbegebiete. Außerdem müssten erst die vorhandenen Flächen vor der Ausweisung von neuen Gewerbeflächen genutzt werden. Das Gleiche gelte bei der Ausweisung von Baugebieten.

Bezüglich des Klimawandels heiße es: Global denken - Lokal handeln. Die ÖDP wolle, dass der Landkreis ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen berücksichtige. Hierzu sollten für sämtliche klimarelevante Beschlussvorlagen die besten Möglichkeiten für Klima-, Umwelt- und Artenschutz dargestellt und anhand der bestmöglichen Lösung bewertet werden.

Ein gleichlautender Antrag sei kürzlich vom Kreistag mit den Stimmen von CSU, FW, JW und der SPD abgelehnt worden. "Dies zeigt, diese Parteien haben die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt", bedauerte Damm. Den Südostlink bezeichnete er als eine "Gelddruckmaschine für die Betreiber". Besser sei es, den überschüssigen Strom in Gas umzuwandeln und diesen bei Bedarf wieder in Strom. Ausreichende Gasspeicher gebe es bereits - und damit könne die Stromversorgung auch bei der Dunkelflaute gesichert werden. Weiterhin forderte der Redner weitere Verbesserungen im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs. Als Beispiel nannte er unter anderem die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken und Bahnhöfen, wie etwa in Klardorf und Ponholz.

Die ÖDP trete außerdem für schnelles Internet mit Glasfaseranschluss für jedes Haus mit mindestens 50 MB ein und lehne den Ausbau des G5-Netzes ab, solange die Unbedenklichkeit nicht erwiesen sei. Ferner spreche sich die Partei gegen eine weitere Erhöhung der Verbrennungsmenge im Schwandorfer Müllkraftwerk aus. "450 000 Jahrestonnen sind mehr als genug. Schwandorf darf nicht die Müllhauptstadt Bayerns werden", betonte Damm.

Wenn der ZMS-Geschäftsführer auf die Frage, ob man eine weitere Ofenlinie im Müllkraftwerk bauen wolle, antworte, dass so etwas vor den Kommunalwahlen nicht diskutabel sei, "dann gehen bei mir die Alarmglocken an", sagte der Sprecher und forderte Landrat Thomas Ebeling als Vorsitzenden des Zweckverbandes auf, jetzt "reinen Wein" einzuschenken. "Sollen die Kapazitäten des Müllkraftwerks Schwandorf erhöht werden - Ja oder Nein?", fragte Damm. Ziel der ÖDP sei es, mit sechs Kreisräten in den neuen Kreistag einzuziehen, führte der Kreisvorsitzende abschließend aus.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.