26.06.2020 - 09:15 Uhr
TeublitzOberpfalz

Protest gegen Gewerbegebiet

Der Staatswald in der Nähe der Autobahnausfahrt soll ein Gewerbegebiet werden: So plant es die Stadt Teublitz. Dagegen regt sich massiver Widerstand.

Klaus Pöhler, Reinhard Scheuerlein, Christian Stierstorfer und Peter Pracht (von links) forderten bei einem Ortstermin den Erhalt des Waldes an der Autobahnausfahrt Teublitz.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz setzen sich gegen die Pläne der Stadt Teublitz zur Wehr und wollen eine Gewerbeansiedlung im Staatswald unweit der Autobahnausfahrt verhindern. „Wir stellen uns schützend vor dieses erhaltenswerte Stück Wald“, betonten LBV-Landesvorsitzender Dr. Norbert Schäffer und Bund-Landesvorsitzender Richard Mergner bei einem gemeinsamen Ortstermin.

"Vorbildlicher Zukunftswald"

Die Delegation überzeugte sich bei einem Waldspaziergang am Donnerstag von der Qualität „dieses vorbildlichen Zukunftswaldes aus Kiefern, Buchen, Eichen und Erlen“. Der Bund Naturschutz werde alles daran setzen, „dass dieser Wald erhalten bleibt“, bekräftigte Landesvorsitzender Richard Mergner mit Nachdruck. Er appellierte an die bayerische Staatsregierung, das Anbindegebot für Gewerbegebiete an die Wohnbebauung zu bekräftigen, Rahmenbedingungen für „eine naturschonende Wirtschaftsentwicklung in den Kommunen“ zu schaffen und keinen Staatswald für Gewerbeflächen zu opfern.

Nach Protesten: Gewerbegebiet bei Steinberg abgespeckt. Hier der Artikel

Schwandorf

Die Stadt Teublitz hat in ihrem Flächennutzungsplan ein neues Gewerbegebiet in einer Größenordnung von 30 Fußballfeldern ausgewiesen und will die Pläne in den nächsten Wochen öffentlich auslegen. Der Präsident des Landesbundes für Vogelschutz, Norbert Schäffer, nennt die Ansiedlung von Betrieben abseits einer bestehenden Bebauung einen Tabubruch. Der Flächenfraß sei in Zeiten von Corona zwar in den Hintergrund getreten, gehe aber ungehindert weiter.

"Schlag ins Gesicht"

„Der Humusboden des Waldes bindet den Klimakiller CO2“ betont Klaus Pöhler. Der BN-Kreisvorsitzende findet es „pervers und paradox“, ein „einzigartiges Erholungsgebiet“ einfach verschwinden zu lassen. LBV-Kreisvorsitzender Zeno Bäumler empfindet die Pläne der Stadt Teublitz als Schlag ins Gesicht der vielen ehrenamtlichen Umweltschützer, „die sich mit viel Herzblut um den Erhalt der Artenvielfalt und der Lebensräume bemühen“. Für den LBV-Waldreferenten Christian Stierstorfer handelt es sich hier um keinen „0815-Wald“, sondern um „ein über Jahrhunderte gewachsenes Ökosystem mit einer Vielfalt an Tieren und Pflanzen“.

Christoph Bauer, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle, vermisst eine gemeinsame Planung der drei Kommunen im Städtedreieck und ein „ökonomisch faires Gesamtkonzept“. Jede Kommune denke zu sehr an den eigenen Vorteil und die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Das geplante Gewerbegebiet an der Autobahnausfahrt Teublitz sei „ein drastisches Beispiel für den ungebremsten Flächenverbrauch und die fortschreitende Naturzerstörung in Bayern“, so Bauer.

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