08.05.2020 - 12:27 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nach Protesten: Industriegebiet abgespeckt

Der Zweckverband "Interkommunales Gewerbegebiet an der A 93" hat auf die Bedenken des Landesbundes für Vogelschutz, des Bauernverbandes und der ÖDP reagiert: Die Pläne für den Flächennutzungsplan bei Steinberg am See wurden modifiziert.

Bei einem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet im Februar forderten Mitglieder des Vogelschutzbundes und der ÖDP ein Umdenken bei den Planungen eines Gewerbegebietes im Bereich "Heiligenholz". Jetzt erzielten sie einen Teilerfolg.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei ihrer Sitzung der Oberpfalzhalle fassten die Verbandsräte des Zweckverbandes "Interkommunales Gewerbegebiet an der A 93" den einstimmigen Beschluss, eine Fläche von 14 Hektar aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen.

Ursprünglich sollten 40 Hektar Wald- und Naturschutzgebiet zwischen der A 93 und der Staatsstraße 2145 von Schwandorf nach Steinberg am See als Industriegelände ausgewiesen werden. Es reicht bis auf wenige Meter an den Hirtlohweiher heran, den der Landesbund für Vogelschutz als Rückzugsgebiet für seltene Vogel- und Amphibienarten erworben hat. LBV-Kreisvorsitzender Zeno Bäumler (Wernberg-Köblitz) hält das "Natura-2000-Gebiet" für eine Gewerbeansiedlung für "völlig ungeeignet". Der Wald sei "in weiten Teilen vernässt" und weise "größere Moorstandorte" auf, betonte er bei einer Ortsbesichtigung vor wenigen Wochen. Der Standort habe zudem keinerlei Anbindung an bestehende Siedlungsgebiete.

Dieses Argument griff auch ÖDP-Kreisvorsitzender Alfred Damm auf. Er sieht das vom Gesetzgeber geforderte "Anbindegebot" verletzt und unterstützte deshalb die Einwände des Vogelschutzbundes. Die ÖDP startete eine Internet-Petition gegen die Pläne des Zweckverbandes, die mittlerweile 464 Personen unterschrieben haben. Kritik übt ferner der Bayerische Bauernverband, der um den Waldbestand am "Heiligenholz" fürchtet. "Wir kommen nun allen Beteiligten entgegen", versicherte Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, der als amtierender Zweckverbandsvorsitzender die Sitzung leitete. Der Kompromiss bestehe darin, "dass wir 14 Hektar Fläche aus dem Flächennutzungsplan herausnehmen". Die Grenze liege nun 500 Meter vom Hirtlohweiher entfernt.

"Das ist auf jeden Fall besser als vorher", so die erste Reaktion des LBV-Kreisvorsitzenden Zeno Bäumler auf "den Teilerfolg". Er ist aber nach wie vor der Meinung, "dass ein Industrie- und Gewerbegebiet nicht in den Wald gehört". Er werde das weitere Vorgehen nun im Vorstand besprechen. Der Zweckverband wird nun, wie Vorsitzender Thomas Falter ankündigte, den überarbeiteten Entwurf des Flächennutzungsplans neu auslegen.

Parallel dazu soll der Bebauungsplan am "Richtfeld" rund um die OMV-Tankstelle vorangebracht werden. Dort hat der Zweckverband ein fünf Hektar großes Gebiet erworben, für das er schnell Baurecht schaffen will. Der Geschäftsleiter des Zweckverbandes, Roland Kittel, geht davon aus, "dass wir im nächsten Jahr Baureife erhalten werden und loslegen können".

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