16.04.2021 - 09:43 Uhr
TeunzOberpfalz

Pro Kreisverkehr, kontra Brücke: Teunzer starten Unterschriftenaktion

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Das Planfeststellungsverfahren zum Umbau der Teunzer Kreuzung läuft. Und auch eine Unterschriftenaktion von Teunzer Bürgern, die sich gegen den geplanten Brückenbau über die Bundesstraße 22 richtet. Anfang Mai werden die Listen übergeben.

Heinrich Deyerl, Waltraud Zitzmann-Uber (Mitte) und Agnes Bauer sammeln Unterschriften gegen eine Brücke über die B 22 an der Teunzer Kreuzung.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Auch die aktuellen Pläne des Staatlichen Straßenbauamts Amberg-Sulzbach sehen für den seit dem Jahr 2008 geplanten Umbau (elf Varianten wurden geprüft) der Teunzer Kreuzung vor, dass zur Überquerung der Bundesstraße 22 eine Brücke befahren werden muss. Rund 6,5 Millionen Euro sind für die Entschärfung der Kreuzung (B 22 mit der Staatsstraße 2156) inclusive Regenrückhaltebecken angesetzt. Auch wenn das Projekt vom Gemeinderat befürwortet wird, ist es einigen Teunzern zu viel, was dafür an Geld, Flächenverbrauch und Eingriff in die Natur (Biotopverlust) notwendig ist.

Sie wollen mittels einer Unterschriftenaktion in das Planfeststellungsverfahren eingreifen und ein Umdenken anregen. Schon beim ersten Planfeststellungsverfahren im Jahr 2014 sammelte Maschinenbaumeister Heinrich Deyerl Unterschriften. Einige Einwände führten damals zur Einstellung und Neuaufnahme des Verfahrens. Deyerl kritisiert im Gespräch mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion, dass die Brücke Bestandteil auch der abgeänderten Planung geblieben ist.

Details zum neu geplanten Umbau der Teunzer Kreuzung

Teunz

Sicher und praktikabel

„Jede andere Variante ist billiger als eine Brücke“, sagt Agnes Bauer, die ebenso wie Waltraud Zitzmann-Uber noch bis Ende April Unterschriften unter dem Motto „Pro Kreisverkehr - kontra Brücke“ sammelt. „Dass ein Kreisverkehr nicht nur den wohl sichersten Verkehrsfluss bedeutet, sondern auch praktikabel ist, beweist die Umsetzung an vielen anderen Bundesstraßen“, betont Deyerl. Bis dato habe er kein nachvollziehbares Argument gehört, welches gegen einen Kreisverkehr an dieser Stelle spreche.

Den drei Teunzern stößt auf, dass mit der aktuellen Planung rund 9000 Quadratmeter neu versiegelt werden und eine Erdbewegung von 30 000 Kubikmetern notwendig ist. „Dabei werden Biotope zerstört, Bäume entfernt und bei der angesetzten Bauzeit von zwei Jahren läuft die Umleitung auch durchs Dorf und die Schulstraße“, moniert Zitzmann-Uber. Befürchtet werde, dass Verkehrsteilnehmer künftig die noch gefährlichere Niedermuracher Kreuzung vorziehen könnten.

Heinrich Deyerl spricht etliche Vorteile der „Alternative Kreisverkehr“ an. So falle das Überqueren der Gegenfahrbahn weg, ebenso das Anfahren am Berg und auch das Umfahren zwischen Teunz und Bundesstraße, welches künftig durch die Abkoppelung nötig wird. Er sieht in der neuen Planung zwei neue Unfallschwerpunkte und moniert, dass der Hauptverkehrsfluss zwischen Oberviechtach und Nabburg nicht verbessert werde. Als großen Nachteil bezeichnet er die vorgsehene Variante für die Teunzer, die in Richtung Weiden fahren wollen. Denn sie müssen künftig die B 22 auf der Brücke überqueren, den halben Berg wieder herunterfahren und anschließend nach links in die Bundesstraße einfädeln. „Es ist ein Brückenbau-Wahnsinn“, sagt der Maschinenbaumeister und schüttelt den Kopf.

Aktion läuft bis 1. Mai

Die Zeit drängt: Wer die Initiative „Pro Kreisverkehr - kontra Brücke“ unterstützen möchte, kann sich noch bis 1. Mai bei Heinrich Deyerl, Waltraud Zitzmann-Uber oder Agnes Bauer melden. Denn am 6.Mai endet das Planfeststellungsverfahren des Straßenbauamts Amberg-Sulzbach.

Die geplante Brücke über die Bundesstraße 22 soll in etwa auf der Höhe des Ortseingangsschildes von Teunz enden.

„Dass ein Kreisverkehr nicht nur den wohl sichersten Verkehrsfluss bedeutet, sondern auch praktikabel ist, beweist die Umsetzung an vielen anderen Bundesstraßen.“

Heinrich Deyerl

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