01.04.2021 - 13:22 Uhr
Thanhausen bei BärnauOberpfalz

Vier Feldkreuze in Thanhausen ins rechte Licht rücken

Um vier Feldkreuze wieder auf Vordermann zu bringen, nimmt der OWV Thanhausen viel Geld in die Hand. Unter den vier Flurdenkmälern befindet sich auch ein Kreuz, das als gestohlen gemeldet worden war.

OWV-Vorsitzender Bernd Schwamberger mit den abgebrochenen Teilen vom "Kimmerles"-Kreuz, die im Januar wieder aufgefunden wurden.
von Konrad RosnerProfil

Der OWV Thanhausen will vier Feldkreuze für 15.000 Euro sanieren. Und dafür kann der Verein auf eine großzügige Förderung zurückgreifen. Diese kommt aus dem Regionalbudget der Ikom Stiftland, die damit Kleinprojekte unterstützt, die unter anderem zum Erhalt und zur Belebung des kulturellen Erbes im Stiftland beitragen.

Den Förderbescheid hat OWV-Vorsitzender Bernd Schwamberger schon in der Hand. Anfang September muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Für Schwamberger und sein Team sei das kein Problem: „Wir schaffen das.“ Der OWV Thanhausen gab einen Kostenvoranschlag für die Sanierung der vier Feldkreuze ab, die Gesamtkosten belaufen sich auf 15.000 Euro. Als Förderung gibt es insgesamt 10.000 Euro. Damit muss der Waldverein aller Voraussicht nach rund 5000 Euro aus der Vereinsschatulle beisteuern. Schwamberger hofft aber auch auf den ein oder anderen Spender, eventuell auch auf einen Zuschuss vonseiten der Stadt Bärnau, um die Kosten etwas abfedern zu können. Folgende vier Flurdenkmäler, die allesamt im Besitz der Stadt sind, erstrahlen bald im neuen Glanz:

„Kimmerles"-Kreuz

Das bekannteste Feldkreuz in Thanhausen ist das „Kimmerles"-Kreuz, das an der Verlängerung der Karl-von-Korb-Straße am Waldrand steht. Dieses Kreuz wurde im September vergangenen Jahres als gestohlen gemeldet und blieb dann monatelang verschwunden. Es wurde aber wohl nicht gestohlen, eher waren wohl Vandalen am Werk. Denn es ist wieder aufgetaucht.

Willi Krisch fand das abgebrochene Kreuz am 6. Januar. Es lag rund 20 Meter entfernt vom Standort im Schnee. Allerdings nicht das komplette Kreuz. Also ging er einige Tage später mit einem Metallsuchgerät noch einmal auf die „Pirsch“, und fand so auch das abgebrochene kleinere Teil des Kreuzes.

Für Schwamberger hat dieses Kreuz einen besonderen Bezug, denn als er 2009 zum neuen OWV-Vorsitzenden gewählt wurde, war die Sanierung dieses Feldkreuzes seine erste Amtshandlung. „Wir wollen nun versuchen, das Kreuz wieder anzuschweißen und es auch zu versteifen“, erklärt Schwamberger. Zudem soll es auch neu lackiert werden. Die Stadt Bärnau hatte für die Wiederbeschaffung dieses Kreuzes eine Summe von 1000 Euro ausgesetzt, da sie von einem Diebstahl ausgegangen war. Ob dieser Betrag oder ein Teil davon ausgezahlt wird, steht laut Bürgermeister Alfred Stier noch nicht fest.

Im September 2020 war das „Kimmerles"-Kreuz verschwunden

Thanhausen bei Bärnau

"Hansens"-Kreuz

"Hansens"-Kreuz stehe inmitten zweier wuchitger Bäume an der Verlängerung der Karl-von-Korb-Straße.

In einem bedauerlichen Zustand ist das „Hansens"-Kreuz der Familie Freundl aus dem Jahre 1925, das ebenso an der Verlängerung der Karl-von-Korb-Straße steht. Offenbar hatte der Wind den Stein, auf dem das Kreuz stand, umgestoßen. Das Kreuz brach ab. Es steht momentan zwischen zwei imposanten und wuchtigen Bäumen.

"Platzers"-Kreuz

Bernd Schwamberger neben dem "Platzers"-Kreuz, das stark renovierungsbedürftig ist und zudem etwas versetzt werden muss.

Am Rohrbunnen in Thanhausen steht "Platzers"-Kreuz. Es ist ebenfalls stark renovierungsbedürftig. Das Besondere: Die beiden wuchtigen Bäume links und rechts neben dem Flurdenkmal stehen auf städtischem Grund, während das Kreuz auf Privatgrund steht. Es muss deshalb etwas nach vorne versetzt werden. Das Kreuz ist aus einem massiven Granitstein, der Korpus, so Schwamberger, dürfte aus Holz sein.

Kreuz am Gaisbühl

Das 40 Kilogramm schwere Metallkreuz ist momentan in der OWV-Unterstellhütte gelagert. Es soll wieder am Gaisbühl aufgestellt werden.

Das vierte Kreuz steht am Gaisbühl, einem Aussichtspunkt bei Thanhausen. Doch dem war nicht immer so. Der Gaisbühl war mit Bäumen und Büschen sehr stark zugewachsen. 1990 stellte der OWV Thanhausen wieder den Urzustand her und entfernte viele Hecken und Bäume. Dabei wurde auch das Kreuz mitten auf dem Gaisbühl entdeckt.

2018 fertigte Bildhauer Herbert Lankl einen imposanten Granitstein für das Metallkreuz, das auch renoviert wurde, an. Im März 2020 wurde jedoch dieses etwa 40 Kilogramm schwere Kreuz abgebrochen, ob durch Vandalismus oder durch Sturm, konnte nicht geklärt werden. Aktuell ist das Denkmal, das ansonsten in einem hervorragenden Zustand ist, in der Unterstellhütte des OWV gelagert. Bevor es wieder aufgebaut wird, soll das Kreuz versteift werden.

2020 förderte die Ikom Stiftland zwölf Kleinprojekte

Tirschenreuth
Diese Platte ist normalerweise in "Platzers"-Kreuz befestigt.

 

 

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