Vor etwa vier Jahren suchte der Thansteiner Herbert Männer, ein passionierter Sammler alter Reklame, nach einer Möglichkeit, einen Teil seiner Schätze einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Was lag aus seiner Sicht näher, als dafür das verwaiste Schulhaus an der Eibensteinstraße zu nutzen, das – fast vor seiner Haustür – im Dornröschenschlaf lag? Ein erstes Gespräch mit Bürgermeister Walter Schauer war erfolgversprechend. Dieser konnte sich eine Ausstellung mit alter Reklame im Schulgebäude vorstellen, zumindest solange bis eine andere Nutzung in Betracht kommt.
Mit seiner Unterstützung, der finanziellen Hilfe einiger Sponsoren und der tatkräftigen Hilfe Ehrenamtlicher ging es ans Werk. Alois Obermeier zimmerte die Stellwände für den Ausstellungsraum im Erdgeschoss und das Neunburger Heimatmuseum stellte die notwendigen Vitrinen zu Verfügung. Am 6. März 2015 wurde mit etwa 100 Gästen das Reklame-Museum offiziell eröffnet.
Seitdem hat sich eine Vielzahl von Besuchern eingestellt, angefangen von Vereinsgruppen, Schulklassen, Stammtischrunden, Pensionistenvereinigungen und Kulturinteressierten. Unter ihnen auch Nostalgiker, die sich an die alten Tante-Emma-Läden erinnerten, und Rentner, die in ihrer Kindheit mit Schneebällen und Steinen nach den bunten Email-Schildern geworfen hatten. Aber auch Historiker, die sich für die alten Werbetexte und Bilder interessierten und in der alten Reklame einen Teil der Alltagskultur sahen. Kurzum – es war ein illustres Publikum, das sich informierte und amüsierte. Auf jeden Fall gab es stets reichlichen Gesprächsstoff, wie die vielen Eintragungen im Gästebuch belegen.
Mit dem Besuch des Reklame-Museums wurde häufig auch andere Thansteiner Sehenswürdigkeiten wie die Pfarrkirche oder die restaurierte Burgruine besichtigt. Vor allem im Jubiläumsjahr (800 Jahre Thanstein) kamen viele Besucher in die Ausstellung.
Nunmehr ist das Ende des Reklame-Museums gekommen. Das lag keineswegs an dem mangelnden Interesse der Besucher, immerhin waren etwa 2500 Personen zu Gast. Der kulturelle Schatz muss vielmehr einer Folgenutzung der Gemeinde weichen: Im Schulhaus ist die Errichtung einer Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senioren mit zwölf Wohnungen geplant. Der Thansteiner Sammler Herbert Männer ist zwar traurig, dass sein Museum schließt, aber er freut sich auch, dass eine sinnvolle Nutzung folgt.
Für sein ehrenamtliches Engagement bedankte sich Bürgermeister Walter Schauer bei Herbert Männer mit einem Präsent. Die Errichtung sei eine tolle Idee und eine kulturelle Bereicherung für die Gemeinde gewesen, so Schauer. Am nächsten Sonntag, 9. Dezember besteht die letzte Möglichkeit, nachmittags ab 14 Uhr die Ausstellung aus einer anderen Zeit zu bewundern.













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