08.10.2020 - 10:36 Uhr
ThansteinOberpfalz

Gemeinderat Thanstein gibt grünes Licht für Photovoltaikanlagen

Der Gemeinderat Thanstein stellt die Weichen für Solarenergie: Mit großer Mehrheit befürwortet das Gremium zwei Vorhaben zum Bau von Photovoltaikanlagen. Auf insgesamt zehn Hektar soll künftig Sonnenstrom erzeugt werden.

Das Thema "Stromerzeugung aus Sonnenenergie" spielte die Hauptrolle in der jüngsten Sitzung des Thansteiner Gemeinderat. Zwei Bauwerber verfolgen entsprechende Planungen.
von Elfriede WeißProfil

Sollen im Gemeindegebiet Thanstein Solaranlagen auf der grünen Wiese gebaut werden oder nicht? Mit dieser zentralen Frage beschäftigten sich die Gemeinderäte bei ihrer Sitzung, nachdem zwei Anträge für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf Grundstücken in der Gemarkung Kulz auf der Tagesordnung standen.

Im Dorfgemeinschaftshaus in Kulz erläuterten Projektingenieur Klaus-Peter Fels und Landschaftsarchitekt Matthias Rembold das Projekt näher. Alexander Herrmann beabsichtigt auf einer Fläche von 4,2 Hektar beim Ortsteil Krähhof eine Photovoltaikanlage. Ein ähnliches Projekt auf einer Fläche von 5,8 Hektar verfolgt Mathias Dirnberger im Bereich "Auf der Point". Von diesem Vorhaben liegen drei Grundstücke innerhalb der Schutzzone eines Landschaftsschutzgebietes.

Im Gremium waren die beiden Anträge auf Änderung des geltenden Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungs- und Erschließungsplanes mit Grünordnung zu behandeln. Ingenieur Fels erläuterte die Bauweise der Anlagen, die künftig Strom für etwa 3530 Haushalte liefern sollen. Die mögliche CO2-Einsparung gab der Planer mit über 7000 Tonnen an. Er stellt in Aussicht, dass die Gewerbesteuer in voller Höhe in der Gemeinde bleibe. Auch die Einbindung hiesiger Firmen sei möglich, und der Rückbau sei durch Bankbürgschaften gesichert.

Landschaftsarchitekt Matthias Rembold zeigte sich zuversichtlich, dass beim Vorhaben "Auf der Point" die drei Grundstücke wegen Grenzlage von der Unteren Naturschutzbehörde aus der Schutzzone herausgenommen werden können. Es seien umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen angedacht. Genannt wurde beispielsweise die Möglichkeit zur Schafbeweidung oder Aufstellungsmöglichen für Bienenkästen.

Die Gemeinderäte stellten zahlreiche Fragen zu dem Projekt, die sich unter anderem auf Flächenversiegelung und Bürgerbeteiligung bezogen. "Wir stehen noch ganz am Anfang", merkte Bürgermeister Walter Schauer an, "heute geht es nur darum, ob wir derartige Flächen in der Gemeinde haben wollen oder nicht." Mit jeweils einer Gegenstimme (Ratsmitglied Wolfgang Schwab) wurden die Anträge befürwortet, Gemeinderat Mathias Dirnberger durfte wegen persönlicher Beteiligung nicht mit abstimmen.

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Schwarzenfeld

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Walter Schauer bekannt, dass dem Zuschuss für die Umbauarbeiten an der Eingangstür zum Feuerwehrgerätehaus Thanstein zugestimmt wurde. Für das Vorhaben zur Fahrbahnerneuerung in den Ortsteilen Berg und Kulz war der Bürgermeister zur Auftragsvergabe an die Firma Huber ermächtigt worden.

Schnell erledigt war ein Bauantrag auf Neubau eines Geräteschuppens in Dautersdorf. Ursprünglich war der Bauwerber zunächst von einer Genehmigungsfreiheit ausgegangen war, hatte dann aber den Antrag nachgereicht hat. Grünes Licht gab es auch für einen zehn Meter langen Anbau an ein Wohnhaus in Thanstein. Zufahrt und Erschließung mit Wasser und Kanal sind gesichert, so dass dem Vorhaben nichts im Wege stand.

Seitens der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Thanstein lag ein Antrag auf Nutzungsänderung eines Dienstraums der früher hier ansässigen Bundespost mit anschließendem Aufenthaltsraum für Sommergäste vor. Wie Vorsitzender Uli Knoch schrieb, soll der Raum als Vereinsheim mit Anbau eines Nebengebäudes umgenutzt werden. In dem Hauptgebäude auf dem Dorfplatz sollen dafür teilweise Fenster zugemauert werden, der Anbau soll als Lager dienen. Die Gemeinderäte waren geschlossen für das Vorhaben.

Zu einer Anfrage bezüglich des Seniorenwohnheims antwortete der Bürgermeister, dass gegenwärtig eine Bewohnerin einzieht und auch die Tagespflege noch im Oktober aufgenommen wird. Die Kanalbefahrungen sind abgeschlossen, die Schadensbeurteilung stehe noch aus, informierte Schauer außerdem. Für die Eingrünung des Funkmastens liege mittlerweile die Planung vor.

Projektingenieur Klaus-Peter Fels (stehend links) und Landschaftsarchitekt Matthias Rembold (rechts) erläuterten den Gemeinderäten die Vorgehensweise beim Bau der beantragten Freiflächen-Photovoltaikanlagen und beantworteten zahlreiche Fragen . 
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