Update 07.02.2020 - 17:14 Uhr
ThansteinOberpfalz

„Das ist Rekord im Landkreis“

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Thanstein ist eine Gemeinde mit knapp 1000 Einwohnern. Die Aufgaben für einen Bürgermeister sind vielfältig. Walter Schauer (61) hat dieses Amt seit sechs Jahren inne. Jetzt will er es noch einmal wissen. Einen Gegenkandidaten hat er nicht.

Bürgermeister Walter Schauer tritt am 15. März ohne Gegenkandidaten zur Wahl an.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Zusammen mit den Gemeinden Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini und Schwarzhofen bildet Thanstein die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald. Die vier Orte liegen wie ein Diadem rund um die Pfalzgrafenstadt, in der sich auch das moderne Bürogebäude der Verwaltungsgemeinschaft befindet.

CSU-Mann Walter Schauer, von der Christlichen Wählergemeinschaft Kulz aufs Schild gehoben, ist der stellvertretende Leiter der Verwaltungsgemeinschaft und entsprechend oft in Neunburg im Büro beschäftigt. Schauer, der ein ehrenamtlicher Bürgermeister ist, wurde im Alter von 55 Jahren zum ersten Mal zum Gemeindeoberhaupt von Thanstein gewählt.

Damals war er bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden, da er als Beschäftigter der Bundeswehr-Verwaltung in Oberviechtach zeitig in den Vorruhestand gehen konnte. Erfahren in Verwaltungsdingen, mit freier Zeit gesegnet und als langjähriger Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister mit den praktischen Anforderungen vertraut, erhielt er 2014 auf Anhieb über 80 Prozent Zustimmung.

Wie viele Kommunen, die die Gebietsreform der 1970er Jahre mitmachen mussten, setzt sich Thanstein aus mehreren früher eigenständigen Orten zusammen: Zunächst Thanstein, dann Kulz, wo Schauer lebt, und schließlich Dautersdorf. Das politische Leben organisiert sich nicht in Parteien, sondern überwiegend in Gemeindelisten. Fünf davon gibt es bei der anstehenden Wahl, so dass für die acht Gemeinderatssitze 72 Bewerber kandidieren. "Das ist Rekord im Landkreis", versichert der Bürgermeister schmunzelnd.

Das "sehr gute Miteinander im Gemeinderat" freut Schauer, aber man hat auch einige schwierige Aufgaben miteinander zu lösen. Über der Gemeinde schwebt das Damoklesschwert hoher Verschuldung, die man seit geraumer Zeit mit Hilfe des Freistaats in den Griff zu bekommen versucht - wie es aussieht, mit Erfolg. Da schmerzt es besonders, dass die Gemeinde keine Straßenausbaubeiträge mehr einziehen darf. "Uns fehlen deswegen 300- bis 400 000 Euro", rechnet er vor. Dass aus München zum Ausgleich 10 000 Euro kommen, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auf der Agenda des Bürgermeisters stehen die bereits eingeleiteten Dorferneuerungen in Hebersdorf und Kiesenberg, sowie die Neuordnung landwirtschaftlicher Flächen in und um Thanstein und Tännesried, die mit einer "Flurwerkstatt" in diesem Monat losgehen soll. Wichtig ist ihm auch die Erweiterung der Pflegeeinrichtung in Thanstein, für die das ehemalige Schulhaus umgebaut wurde. "Eröffnung ist im April, " kündigt Schauer an. Zu dem Projekt gehört auch ambulantes betreutes Wohnen und die Option auf einen Neubautrakt mit Tagespflege.

Geplant ist ein Bürgerhaus in Thanstein, für das man das alte Schulhaus aus dem Jahr 1888 umbauen müsste. Und natürlich hat Schauer, wie jeder Bürgermeister auf dem Land, einen großen Wunsch: Junge Leute am Abwandern zu hindern. Dazu, so weiß er, braucht es Bauplätze. Auch hierfür will er sich besonders einsetzen.

Das Rennen um die beghrten Posten hat im ganzen Landkreis begonnen

Schwandorf
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