Theuern bei Kümmersbruck
28.08.2018 - 13:37 Uhr

Da bewegt sich ja noch ’was

Mechanik hat schon immer den ihr innewohnenden Reiz, beim Zuschauen nachvollziehen und verstehen zu können, warum etwas passiert. Der IT fehlt dieses Moment, was alte Technik umso interessanter macht.

Als Nachfolgebetriebe der vielen Hammerwerke entstanden im 10. Jahrhundert die Spiegelglasschleifen und Polierwerke Bild: Klaus Högl
Als Nachfolgebetriebe der vielen Hammerwerke entstanden im 10. Jahrhundert die Spiegelglasschleifen und Polierwerke

(e) Es ist immer wieder ein imponierendes Erlebnis, wenn sich das gewaltige Räderwerk, angetrieben von Transmissionen in Bewegung setzt und einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht. Wenn sich die einst mit Wasserkraft betriebene und um 1680 erbaute Getreidemühle ratternd dreht, die mächtige Spiegelglasschleife "Baumhof", die einst in Neunburg vorm Wald stand, zu besichtigen ist oder sich das Strommuseum mit Elektrogeräten präsentiert, die mittlerweile schon zu den Raritäten gehören, dann ist Familientag im Kulturschloss Theuern.

Besser gesagt in den Außenstellen des Museums, die auch heuer stark frequentiert waren. Mit der Figur der "Poliermeistersgattin" (alias Conni Platz) legte sich auch eine kompetente Museumsführerin ins Zeug. Sie vermittelte den vielen jungen und alten Besuchern Wissen über die Arbeitsweise der Getreidemühlen, über die im 19. Jahrhundert entstandenen Spiegelglasschleifen, die in den Jahren 1972 bis 1978 in Theuern wieder originalgetreu aufgebaut wurde, und Polierwerke als Nachfolgebetriebe der einst vielen Hammerwerke in der Region.

Über das Handwerk und Leben eines Müllers war Wissenswertes zu hören, passend natürlich in der "Müllerstube": 14 Stunden schuften täglich, ein miserabler Lohn, wenig Ansehen und in der Regel draußen, weg von Ortschaften, weil dort ausreichendes fließendes Wasser vorhanden war. Vor der Außenstelle herrschte schon ab 11 Uhr bei besten meteorologischen Gegebenheiten reger Betrieb. Zugleich war auf einem gut bestückten Flohmarkt in erster Linie, Porzellan, Glas, Emaille zu erstehen.

Dieses Angebot nutzte sogar das Museum selbst. Es ist nun um ein Exponat reicher - eine historische Badewanne aus dem 19. Jahrhundert. Transportabel und nicht fest eingebaut musste sie damals sein, um sie nach dem Baden auch wieder wegräumen zu können. Und noch eine Besonderheit: Sie ist zum Schaukeln, um Wasser zu sparen. Nach vorn gekippt, gibt es Wasser für den Unterkörper, Beine und Füße, hinten ist der Oberkörper dran. Für die Beschäftigung von Kinder war beim Familiennachmittag auch gesorgt. Weiter geht das Programm des Museums am Samstag, 15. September, in der Außenstelle Mühle mit der Veranstaltung "2 Seiten mindestens" mit Kreiner und Reiner. Sie präsentieren "Gesage und Gesinge" sowie "Gitarre und Gesinge". Platzreservierungen sind erforderlich unter: Schloss Theuern, 09624/832, info[at]museumtheuern[dot]de.

Gipsstampfmühle – Turbine und Schwungrad Generator Bild: Klaus Högl
Gipsstampfmühle – Turbine und Schwungrad Generator
Teilweise sehr dicht drängen sich die Besucher um die ausgestellten historischen Maschinen Bild: Klaus Högl
Teilweise sehr dicht drängen sich die Besucher um die ausgestellten historischen Maschinen
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.