Seit fünf Jahren sind Heike und Charly Kremp Pächter des Campingplatzes am Thumsenreuther Weiher. Viel länger schon gibt es aber das traditionelle Sautrogrennen, das jährlich im Rahmen eines Sommerfestes auf dem Weiher ausgetragen wird. Das soll heuer wieder so sein. „Wir haben das von Anfang an beibehalten“, sagt Heike Kremp. Teilnehmer dieser lustigen Veranstaltung, die rein der Unterhaltung und dem Spaß an der Sache dient, sind meist die Camper. Dazu gehören seit 2019 das Ehepaar Horst und Petra Dürbeck. Horst (55) und Petra (51) stammen aus Weiden und wurden bei der Sache eines Dauercampingplatzes in Thumsenreuth fündig. „Hier hat es uns von Anfang an gefallen“, freuen sich die beiden über ihr neues Domizil, das sie sich liebevoll eingerichtet haben. Nun sind Horst und Heike Dürbeck oberflächlich gesehen ein ganz normales Ehepaar mittleren Alters, das Spaß am Campen hat. Die beiden haben aber ein ziemlich skurriles Hobby, mit dem sie sich am kommenden Samstag auf dem Campingplatz outen werden: Horst ist Feuerschlucker, Heike assistiert ihm. „Ähm, wie bitte?“ ist da der erste Gedanke. Wie kommen ein Bautechniker und eine kaufmännische Angestellte aus Weiden dazu, Feuerschlucker zu werden? „Wir sind viel auf Mittelalterfesten unterwegs und haben uns das immer sehr genau angeschaut“, erklärt Horst seine „feurige“ Leidenschaft. Eines Tages habe er sich dazu entschlossen, das selbst einmal ausprobieren. Geht das? Darf man das? Ist das nicht zu gefährlich? Fragen über Fragen tauchen auf. Horst erzählt gelassen, wie er sich selbst das Feuerschlucken beigebracht habe. Schritt für Schritt. „Und natürlich immer unter strengster Beibehaltung aller erforderlicher Sicherheitsmaßnahmen“, betont er. Horst und Heike Dürbeck blieben nicht allein mit ihrer ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung. Als Gruppe „Phönix“ hätten sie vor sieben bis acht Jahren zu Dritt begonnen. Jetzt sei diese auf zehn Leute angewachsen. Seit acht Jahren zieht „Phönix“ durch die Region. Horst und Petra Dürbeck treten nun mit den Freunden auf Mittelalterfestivitäten selbst auf oder „Phönix“ verblüfft die Gäste auf Geburtstagen, Hochzeiten, bei Firmenfeiern oder Vereinsfeiern mit ihrer außergewöhnlichen Unterhaltungsshow. Das Equipment, sagt Horst Dürbeck, würde weitgehend selbst hergestellt werden, weil da der Handel wenig hergebe. Zum Schutz trägt jeder Lederbekleidung. „Vom Flohmarkt, das ist billiger. Und die Westen haben wir uns selbst genäht.“ Dann braucht es noch Fackeln, Spezialseile aus Kevlar, Schwerter, Kugeln, einen Feuerkorb. Das hochreine Petroleum gibt es im Fachhandel. „Nur, wer es vorher schafft, Wasser lange im Mund zu halten ohne es zu schlucken, kann das machen“, warnt Horst Dürbeck davor, das mit dem Feuerschlucken einfach so auszuprobieren von Null auf Hundert. Das könnte gefährlich werden. Was in der Show auch gefährlich ausschaut, sei viele Male geprobt und geübt worden, betont er weiter. Von anfangs zehn Minuten hat „Phönix“ seine Feuershow auf bis zu 45 Minuten gesteigert. Am Thumsenreuther Weiher dauert das Spektakel eine gute halbe Stunde. Beginn ist am 13. Juli gegen 15 Uhr. Aber da gibt’s noch kein Feuer! Am Nachmittag wird das Sautrogrennen ausgetragen. Die Teilnehmer starten um 16 Uhr. Vorgabe ist, mit einem selbstgebastelten Sautrog einmal über den Weiher und zurück zu fahren, ohne abzusaufen. „Das darf kein Boot sein und auch kein Surfbrett“, erklärt Heike Kremp die Statuten. . „Wer am Sautrogrennen teilnehmen möchte, darf sich ebenfalls gern unter die teilnehmenden Camper mischen“, sagt Heike. Ab 17 Uhr dürfen sich Kinder und Erwachsene mit mittelalterlichem Bogenschießen, Wurf- und Ballspielen, Stelzen und vielem mehr vergnügen. Heike Kremp kocht Spanferkelbraten mit Kartoffelsalat, Schaschlik und Saure Bratwürste. Die Feuerwehr stellt ein Fahrzeug für Getränke bereit. Sobald gegen 22 Uhr die Abenddämmerung herein bricht, beginnt direkt vor dem Weiher auf der kleinen Wiese erstmals im Rahmen des traditionellen Sautrogrennens die Feuershow der Weidener Gruppe „Phönix“.
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