Tirschenreuth
07.09.2020 - 13:51 Uhr

Acht Jungstörche im Landkreis Tirschenreuth

Die Storchenbilanz fällt für das Jahr 2020 im Landkreis sehr durchwachsen aus. Karl Berr sorgt sich vor allem um den Tirschenreuther Horst.

Nach Fütterung der beiden Jungstörche benutzt ein Altstorch den Heiligen Florian als Ruhe- und Aussichtsplatz. Die Steinfigur steht auf der Tirschenreuther Stadtpfarrkirche. Bild: Karl Berr/exb
Nach Fütterung der beiden Jungstörche benutzt ein Altstorch den Heiligen Florian als Ruhe- und Aussichtsplatz. Die Steinfigur steht auf der Tirschenreuther Stadtpfarrkirche.

Durchwachsen fällt die Storchenbilanz für den Landkreis Tirschenreuth aus. Das Gute zuerst: Im Tirschenreuther Nest auf dem Pfarrhof gab es zwei sehr lebhafte Storchenjunge, welche den Ort mit riskanten Flugübungen unsicher machten. Ein dritter Jungstorch wurde im Stiftland auf dem Horst auf dem Kamin der Firma KSW Kachelofen GmbH in Mitterteich flügge, berichtet der Tirschenreuther Karl Berr in einer Pressemitteilung. Etwas besser sah es laut Berr im westlichen Landkreis aus: In lmmenreuth gab es vierfachen Nachwuchs. Im Kemnather Nest wurde ein Jungstorch flügge.

Die übrigen Storchennester im Stiftland blieben in diesem Jahr verwaist. Das waren die Horste in Bärnau, in Falkenberg, in Gumpen, in Wiesau und in Hofteich, das Nest auf dem Gebäude Wiendl in Mitterteich und der Horst in Waldershof, auch der Nestunterbau in Waldsassen wurde nicht beflogen. Die zwei neuen Nisthilfen in Friedenfels wurden von Störchen zwar besucht, aber nicht bebrütet. Stadtrat Karl Berr sieht trotz der vielen Teiche auch die Zukunft der Tirschenreuther Störche gefährdet, weil rund zwölf Hektar horstnahe Feuchtwiesen bebaut worden sind und weitere Flächen bebaut werden sollen. "Die Stadt will Stellplätze für Wohnmobile und Parzellen für Wohnhäuser auf zwei Flächen beim Fischhof ausweisen. Diese liegen zwischen der Mühlbach- und Waldnaabaue", weiß Berr.

Die Feuchtwiese sei auch deshalb für die Störche als Schreitvögel so wichtig, weil sie Nahrung biete und die Verbindung der Feuchtwiesen in Büttelloch mit jenen beim Fischhof herstelle. Der Stellplatz für Wohnmobile bringe zudem Unruhe für die Störche und sei eine Uferbebauung am Mühlbach, die nach dem Bürgerbegehren ,,Rettet die Bienen" vermieden werden sollte. "Die Wohnmobile wären besser beim Freibad oder beim Parkplatz des Landratsamts an der Mähringer Straße aufgehoben", findet der WGU-Stadtrat.

Bei all den Aktivitäten nach dem Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" sollten auch die Bedürfnisse der Störche stärker beachtet werden, erklärt Berr. Er stützt seine Aussage auf eine Mitteilung des LBV, nach der in Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern etwa 30 Prozent der Storchenpaare keinen Bruterfolg gehabt hätten.

Insgesamt steigt die Weißstorchpopulation im Freistaat seit Jahren aber wieder an. 2019 wurden 634 Brutpaare in Bayern gezählt. Dieses Jahr waren es nach einer ersten Bestandsaufnahme des LBV vom Frühjahr über 700 besetzte Nester, darunter "mindestens 100 Neuansiedlungen", hauptsächlich in Schwaben und Mittelfranken.

Hier mache sich bemerkbar, dass in Bayern ein Großteil des Storchenbestandes über eine ungefährlichere westeuropäische Route in den Süden ziehe und oft schon in Spanien überwintere. Diese Störche siedeln sich laut LBV mittlerweile auch in kleineren Talauen mit begrenzten Nahrungswiesen an.

Tirschenreuth25.06.2020
 
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