10.08.2018 - 15:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Aldi darf erweitern

Weil im Ausschuss für Bau- und Umweltwesen sowie im Hauptverwaltungsausschuss jeweils nur zwei Punkte auf der Tagesordnung stehen, beschließt Bürgermeister Franz Stahl, die Sitzungen zusammenzulegen. Diskutiert wird über den Aldi-Markt und den Abriss der Dreifachturnhalle.

Markus Zimmermann stellt im Bauausschuss den Bauantrag auf Erweiterung des Aldi-Marktes. Nach vorne hin soll das Einzelhandelsgeschäft um 150 Quadratmeter vergrößert werden, dadurch fallen mehrere Parkplätze weg.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Der letzte der vier Punkte auf der Tagesordnung der kombinierten Sitzung war der interessanteste. Markus Zimmermann stellt einen Bauantrag auf Erweiterung eines Einzelhandelsgeschäfts in der Äußeren Regensburger Straße - dabei handelt es sich um den Aldi-Markt am südlichen Ortseingang. Das Geschäft soll nach vorne hin erweitert werden. "Es geht um 150 Quadratmeter", sagt Stahl. Dadurch verschiebe sich natürlich der ganze Innenraum nach hinten.

Weniger Parkplätze

In zwei Punkten widerspricht Zimmermanns Antrag dem Bebauungsplan. Der Erweiterungsbau überschreitet zum einen die zulässigen Baugrenzen und zum anderen die maximal zulässige Verkaufsfläche um etwa 100 Quadratmeter. Das gemeindliche Einvernehmen könne dennoch erteilt werden. Dem Gremium fällt auf, dass dadurch weniger Parkplätze zur Verfügung stünden. Darauf erwidert Paulus Mehler (CSU): "Der Parkplatz ist riesig, ich hab ihn noch nie voll gesehen." Stahl wirft ein, dass durch eine gemeinsame Übereinkunft einige Parkplätze auch für die Öffentlichkeit und nicht nur für Kunden zur Verfügung stehen. Der Bauausschuss erteilte schließlich das gemeindliche Einvernehmen für die Aldi-Erweiterung.

Auf der Tagesordnung stand daneben noch ein weiterer Bauantrag von Ramona und Andreas Gennari. Sie wollen auf ihrem Grundstück eine Terrassenüberdachung bauen. Der Antrag wurde bewilligt.

Der Ausschuss für Hauptverwaltung, Finanzwesen und Wirtschaft beschäftigte sich mit dem Abbruch und dem Neubau der Dreifachturnhalle am Stiftland-Gymnasium. "Wirtschaftlich gesehen ist die Turnhalle nicht sanierungsfähig", weiß der Bürgermeister. Hinter dem Pausenhof soll deshalb eine neue Turnhalle gebaut werden. Dann erst werde die alte abgerissen.

"Billige Art"

Stahl betrachtet die Maßnahme positiv. "Für die Schule und die Vereine, die das Areal nutzen, ist das eine Verbesserung." Derselben Meinung ist Dr. Alfred Scheidler (CSU): "Aber das Gebäude ist 40 Jahre alt. Ich frage mich, wie das geht, dass es so marode ist, dass es weggerissen werden muss", wirft er ein. Konrad Zant (CSU) dazu: "Die Halle wurde 1975 gebaut. Schon damals wurde gesagt, dass es eine billige Art von Turnhalle ist." Er mache sich zudem Sorgen, weil der Deutsche Alpenverein erst kürzlich einen Boulder-Raum und eine Kletterwand in die alte Halle eingebaut hat. Stahl sieht eine Möglichkeit, in die neue Halle von vornherein solche Räumlichkeiten zu integrieren, allerdings entscheide das Landratsamt.

3. Bürgermeister Norbert Schuller (Freie Wähler) sieht den Neubau ebenfalls positiv, sowohl für den sportlichen als auch den schulischen Bereich. "Bei einer Sanierung hätten wir eine Überbrückungszeit von eineinhalb bis zwei Jahren gehabt." Das sei mit einem Neubau leichter zu handhaben. Konrad Schedl (Bündnis 90/Die Grünen) schließt sich Dr. Scheidlers Kritik an der Lebensdauer des Gebäudes an. "Auf der anderen Seite ist es besser als eine Sanierung." Er schlug zudem vor, kein Flachdach zu bauen, "das wird gerne undicht". Er regte ein Pultdach mit Photovoltaikanlage an.

Viele Anregungen

"Bei diesem Projekt sind wir nicht die Bauherren", bremste Stahl seine Kollegen. "Wir können viel empfehlen." Alle Anfragen müssten an das Landratsamt weitergegeben werden. Der Ausschuss fragte sich, ob die Größenordnung beibehalten wird, ob wieder eine Dreifachturnhalle gebaut wird. Das allerdings gehe aus der Bauvoranfrage nicht heraus. Lediglich die Örtlichkeit werde grob abgesteckt. Zur Bauvoranfrage erteilte der Ausschuss das gemeindliche Einvernehmen.

Zu einem Tekturantrag zum Landratsamt-Gebäude erklärte Stahl: "Das Gebäude hat einen Anbau und einen Umbau erhalten." An der Situation ändere sich nichts, lediglich die Räume werden umgewidmet und müssen brandschutzrechtlich angepasst werden. Hans Zölch (Freie Wähler) bemängelte, dass der Antrag des Landratsamts erst nach Ausführung der Maßnahme eingereicht worden sei. Der Ausschuss nahm die Kritik zur Kenntnis.

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