01.12.2020 - 13:50 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Amtsgericht Tirschenreuth: Streit um Handy endet mit Tritt in den Bauch

Beim Gerangel um ein Smartphone soll ein Mann seine Ex-Freundin mit dem Ellenbogen und einem Tritt in den Bauch verletzt haben. Die Aussagen der beiden waren vor dem Amtsgericht Tirschenreuth in einem Punkt nicht stimmig.

Wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung musste sich ein 24-Jähriger vor Gericht verantworten.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Im März dieses Jahres kam es zu einer Gewalttat, für die sich ein 24-Jähriger nun vor dem Amtsgericht Tirschenreuth verantworten musste. Er wurde beschuldigt, seine ehemalige Freundin bei einem handgreiflichen Streit um ein Smartphone vorsätzlich und fahrlässig verletzt zu haben.

Am Tag, als es zu der Tat kam, rief die Mutter der Ex-Freundin den Angeklagten an und bat ihn darum, die Geschirrspülmaschine zu reparieren. Dieser Bitte sei er trotz der damals geltenden Ausgangssperre in Mitterteich nachgekommen, berichtete der Angeklagte, der sich gut mit der Mutter des Opfers verstanden habe. Dieser Bitte sei er trotz damaliger geltender Ausgangssperre in Mitterteich nachgekommen, berichtete der Angeklagte, der sich gut mit der Mutter des Opfers verstanden habe.

Vertrag für Handy bezahlt

Während sich der Anlagenmechaniker das Gerät ansah, teilte ihm die Mutter mit, dass sie jetzt zum Einkaufen fahre. Er soll die Tochter, die mit im Haus wohnt, in Ruhe lassen und nicht in ihr Zimmer gehen. Als der Geschirrspüler repariert war, ging der Angeklagte trotzdem zum Zimmer der Ex-Freundin. Dort forderte er die 16-jährige auf, ihm das Handy auszuhändigen, welches er ihr geschenkt hatte. Der Angeklagte hatte ein paar Monate zuvor den Vertrag dazu abgeschlossen und bezahlte diesen auch monatlich.

Als er ihr das Handy aus der Hosentasche zog und damit das Zimmer verlassen wollte, hielt ihn die junge Frau von hinten an der Schulter fest. Um sich aus dem Klammergriff zu befreien, schlug der 24-Jährige mit dem Ellenbogen um sich und traf die junge Frau im Gesicht. Dabei biss sie sich in die Wange. Dann soll sich der Angeklagte umgedreht und der Frau mit dem Fuß in den Bauch getreten haben.

Das stritt der Angeklagte allerdings ab. Der Tritt sei frei erfunden, sagte er vor Gericht. Wenn er sie wirklich getreten hätte, wären die Verletzungen deutlich größer gewesen. Mit dem Handy habe er dann das Haus verlassen. Am nächsten Tag habe er es ohne die Sim-Karte wieder zurück in den Briefkasten geworfen.

Dreijähriger bringt Taschentuch

Die Geschädigte sagte vor Gericht, dass sie vor Schmerzen auf dem Boden geblieben sei. Der dreijährige Bruder sei dann in ihr Zimmer gekommen und habe ihr ein Taschentuch gegeben. Als die Mutter vom Einkaufen zurückkam, informierte sie die Polizei, die noch am Abend alles aufnahm. „Mein Sohn erzählt heute noch, wie er seine Schwester weinend gefunden und ihr ein Taschentuch gebracht hat“, sagte die Mutter aus.

Aus den Schilderungen der Geschädigten, der Mutter und des Angeklagten bestätigte sich der Vorfall für den Staatsanwalt. Die Schilderungen seien glaubhaft berichtet worden. Der Schlag mit dem Ellenbogen sei fahrlässig, der Tritt in den Bauch sei vorsätzlich geschehen. Er plädierte für eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 40 Euro. Auch für Richter Thomas Weiß war der Tathergang schlüssig. „Ein Dreijähriger denkt sich so etwas nicht aus“, sagte der Amtsgerichtsdirektor.

Er verurteilte den 24-Jährigen zu 100 Tagessätzen à 40 Euro. Dabei berücksichtigte er, dass es keine schwerwiegenden Verletzungen gab, obwohl ein Tritt in den Bauch auch lebensgefährlich hätte enden können. Negativ habe sich ausgewirkt, dass der Angeklagte die Tat teilweise bestritte hatte.

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Tirschenreuth

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