12.06.2020 - 12:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Amtsgericht Tirschenreuth: Verhandlungen in Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit am Amtsgericht Tirschenreuth verändert. Dies wird auch in den Sitzungssälen deutlich.

Im großen Sitzungssaal am Amtsgericht Tirschenreuth schaut es etwas anders aus: Staatsanwältin Anja Benner-Tischler, Amtsgerichtsdirektor Thomas Weiß und Justizfachwirt Sebastian Wiedemann (von links) sind durch Plexiglas-Trennscheiben geschützt. Zudem gibt es einen Bildschirm und eine Dokumentenkamera.
von Martin Maier Kontakt Profil

Das Amtsgericht Tirschenreuth hat seit der Coronakrise einiges umgestellt. Dass eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, genauso wie die Angabe der eigenen Personalien beim Betreten des Gebäudes. Nicht ganz alltäglich ist das kontaktlose Fiebermessen im Eingangsbereich. Aber dies dauert auch nur Sekunden.

In den Sitzungssälen schaut es auch etwas anders aus. Richter, Staatsanwaltschaft, Protokollant, Anwalt und Angeklagter sind durch Plexiglas-Trennscheiben geschützt. Stühle und Tische wurden, so weit es möglich war, weiter auseinander gestellt. Das Schöffengericht verhandelt in einem anderen Raum, der mehr Platz bietet, um die Abstände zwischen Richter und den zwei Schöffen zu wahren. Und Verhandlungen mit mehr Angeklagten werden nach Weiden verlagert. Grundsätzlich entscheiden die Richter in den Sitzungssälen, ob und in welchem Umfang eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.

Zudem hat sich technisch etwas am Amtsgericht getan. Über eine Dokumentenkamera können die Richter im großen Saal nun Fotos und Skizzen auf einen Bildschirm werfen. Damit müssen sich nicht mehr alle um das Richterpult versammeln. Und im Juli gibt es neue Möbel. Damit ist es möglich, einzelne Tische weiter auseinander zustellen. Nur das markante, mintgrüne Richterpult bleibt vorerst stehen. Diese Neuerungen waren sowieso geplant, wurde wegen der Coronakrise aber vorgezogen. "Auf Dauer stellen wir auf die elektronische Akte um", verweist Amtsgerichtsdirektor Thomas Weiß darauf, dass im nächsten Jahr die Sitzungssäle entsprechend technisch aufgerüstet werden.

Seit Ende Mai spult das Amtsgericht sein "normales" Verhandlungs-Pensum wieder ab. "Wobei es fast mehr geworden ist. Schließlich ist auch etwas liegengeblieben", erklärt Weiß. Aber auch von März bis Mai habe es immer wieder Verhandlungen gegeben. Dabei drehte es sich um dringende, nicht aufschiebbare Sachen, wie Gewaltschutz, Sorgerechtsentscheidungen und einige Zivilsachen.

Seit März verhandelten die Gerichte nur dringende Fälle:

Weiden in der Oberpfalz
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