27.09.2020 - 14:32 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Barrierefreiheit: Freizeitführer geplant

Der Behindertenbeirat nimmt in der Stadt eine wichtige Funktion ein. Immerhin ist mehr als jeder Neunte im Ort schwerbehindert.

Der Behindertenbeirat der Stadt Tirschenreuth mit (von links) Petra Reger, Heike Sellner, Erich Sellner, Behindertenbeauftragter Martina Sötje, Bürgermeister Franz Stahl und Rudi Feichtinger. Es fehlten Christa Prauschke, Gabriele Englmann und Susanne Fröhlich-Wagner.
von Konrad RosnerProfil

Martina Sötje, die Behindertenbeauftragte der Stadt Tirschenreuth, lud ins "Blaue Zimmer" des Kettelerhauses zur Sitzung des neu geschaffenen Behindertenbeirats ein. Ihr Ziel sei, die Behindertenarbeit in Tirschenreuth noch mehr zu fokussieren und damit auch mit Leben zu erfüllen. "Wir wollen mehr Input von der Basis", betonte Martina Sötje.

Im Behindertenbeirat sind Vertreter des VdK, der Selbsthilfegruppe Behinderte/Nichtbehinderte, des Sozialteams, der Tagesstättensprecher des Sozialteams und ein Vertreter der Seniorenheime. Ganz besonders freute sich Sötje, dass auch Bürgermeister Franz Stahl zu dieser Sitzung kam. Die Sprecherin verwies darauf, dass es in Tirschenreuth 1692 Behinderte gebe, davon seien 1174 Personen Schwerbehinderte. Dies sei bei einer Einwohnerzahl von knapp 9000 Bürgern eine enorm hohe Zahl. Ziel für die weitere Zukunft sei, für Tirschenreuth einen Freizeitführer unter dem Aspekt Barrierefreiheit herauszubringen. Die Arbeitsgemeinschaft Bauen und Wohnen des Netzwerks Inklusion werde dafür einen Teil der Begehungen übernehmen. Dieser Freizeitführer soll dann auch online gestellt werden.

Konsequent gegen Falschparker

Lob zollte sie Stadtbaumeister Andreas Ockl, der sie mittlerweile bei Bauten und Sanierungen stets mit einbinde und versuche, die berechtigten Einwände der Behinderten optimal zu lösen. Kritik übte sie, dass oftmals Behindertenparkplätze zugeparkt seien oder gar Falschparker dort ihr Auto abstellten. Sie dankte dem Parksheriff, der hier konsequent durchgreife.

Großes Lob zollte sie dem Rotary-Club Stiftland mit seinem Präsidenten Peter Brückner, die eine Kapelle bauen wollen. Wichtig sei, dass der Weg zu dieser Kapelle auch barrierefrei sei, sprich mit dem Rollator oder dem Rollstuhl befahrbar sei. Peter Brückner habe ihr zugesichert, dass dies möglich sei.

Weiter ging Martina Sötje auf die "1. Oberpfälzer Inklusionsgespräche" mit Workshops am 6. November in Mitterteich ein. Diese Veranstaltungen seien jedoch wegen Corona fraglich.

Im Seniorenbeirat sind Bettina Reger, Heike Sellner, Erich Sellner, Rudi Feichtinger, Christa Prauschke, Gabriele Englmann und Susanne Fröhlich-Wagner Mitglied. Die drei Letztgenannten fehlten jedoch bei dieser Sitzung.

Rederecht bei Stadtratssitzung

Bürgermeister Franz Stahl betonte, dass er diesen "sehr interessanten Termin gerne wahrgenommen hat". Der Behindertenbeirat sei ein wichtiges Gremium, das absolut berechtigt sei. Stahl hob hervor, dass die Stadt die Wertstellung und die Arbeit der Beauftragten in der Behindertenarbeit und den Seniorenbeauftragten als sehr wichtig ansehe. Beide Beauftragten haben bei den Stadtratssitzungen Rederecht. Die Behindertenarbeit, so Stahl, sei nicht einfach, zumal man oftmals kritisch auf Situationen in den Kommunen schauen müsse, "ja ihr haltet der Kommune oftmals den Spiegel hin", dafür zollte er ein großes Dankeschön.

Junge mit ins Boot holen

Bei der Unterstützung der Menschen verwies Stahl auch auf das Angebot "Leben plus", das als Modell gestartet sei und jetzt schon mehr als 50 Netzwerkpartner und 25 ehrenamtliche Helfer habe. Die Vielfältigkeit, die hier angeboten werde, sei sagenhaft. Im Jahr 2020 hatte "Leben plus" schon über 1000 Einsätze. Der Bürgermeister betonte, dass es optimal wäre, wenn alle drei, Seniorenbeauftragter, Behindertebeauftragte, Jugendbeauftragter, zusammenarbeiten, "denn es ist wichtig, auch die Jungen mit ins Boot zu holen".

Hier ein Bericht zu "Leben plus"

Tirschenreuth

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