21.08.2018 - 18:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bauamt soll Umgehung planen

Derzeit führt der "Holzweg" durch die Kreisstadt. Wenn Bürgermeister Franz Stahl an die schweren Fuhrwerke denkt, die Tag für Tag jede Menge dicke Stämme durch die Kreisstadt transportieren, wird ihm manchmal angst und bange. Seit Montag sieht er das Verkehrsproblem deutlich entspannter.

Bürgermeister Franz Stahl (links) und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß diskutieren die mögliche Trasse der Entlastungsspange für die Kreisstadt..
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

(wb) Der Grund: Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München hat dem Tirschenreuther Rathauschef an diesem Tag in Aussicht gestellt, dass die Ortsumgehung schneller als erwartet in Angriff genommen werden kann. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach wird, so teilt das Ministerium von Ilse Aigner der Stadt Tirschenreuth mit, bereits Ende dieses Jahres mit der Planung der Ortsumgehung beginnen.

Einzelfallentscheidung

"Ich musste den Brief zwei Mal lesen, bis ich glauben konnte, was da stand", strahlt Bürgermeister Stahl. Seit Anfang der 90er Jahre wird diese Entlastungsstraße schon gefordert. Der Briefwechsel für dieses Projekt füllt mittlerweile einen dicken Ordner. Seit der Grenzöffnung habe der Schwerlastverkehr enorm zugenommen, klagt Stahl. Er verweist auf eine Verkehrszählung in der Mähringer Straße, nach der sich mittlerweile rund 630 Brummis pro Tag auf dieser Trasse den Weg durch die Stadt bahnen, darunter jede Menge schwer beladene Holztransporter, die zu einem großen Sägewerk in der Marktgemeinde Plößberg unterwegs sind.

Kräftig mit angeschoben hat bei diesem Etappenziel CSU-Wahlkreisabgeordneter Tobias Reiß. Die Entscheidung des Aigner-Ministeriums sei so nicht unbedingt zu erwarten gewesen, weil die Tirschenreuther Umfahrung im Ausbauplan für die Staatsstraßen "nur" mit der Dringlichkeitsstufe "1R" versehen sei, weiß der Parlamentarier. "R" steht für Reserve. Im Klartext heißt dies: Erst wenn die Maßnahmen der Dringlichkeitsstufe 1 abgearbeitet sind, rücken Reserve-Projekte nach. Die Planungszusage ist "eine absolute Einzelfallentscheidung", weiß Reiß.

Tirschenreuth profitiert nach Auskunft der zuständigen Stellen davon, dass das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach "in letzter Zeit wichtige Projekte der Dringlichkeitsstufe 1 planerisch zum Abschluss gebracht hat", darunter die Ortsumgehung Plößberg und der Ausbau des Hessenreuther Berges zwischen Pressath und Erbendorf. Beide Maßnahmen wurden vor einigen Tagen mit dem offiziellen ersten Spatenstich begonnen.

Wichtiger Zubringer

Derzeit wird die Kreisstadt von der Staatsstraße 2167 regelrecht durchschnitten. Die Straße ist die wichtigste Verbindung vom Grenzübergang Mähring zur Bundesstraße 15. Sie führt vorbei an der Mittelschule, dem BRK-Seniorenheim und dem Freibad. "Ohne die Entlastungsstraße würde die Stadt irgendwann einen verkehrstechnischen Infarkt erleiden", betont Stahl.

2,7 Kilometer lang

Die Spange soll den Verkehr etwa eineinhalb Kilometer östlich von Tirschenreuth aufnehmen und vorbei an Matzersreuth und Kleinkonreuth zur Lodermühle und von dort auf der bestehenden Trasse zur B 15 führen.

Die Länge der Umgehung gibt das Ministerium mit 2,7 Kilometer an. Die bei einer umwelttechnischen Prüfung 2016 favorisierte Trasse ist mit 5,3 Millionen Euro veranschlagt.

Auch wenn mit dem Planungsauftrag noch keine Finanzierungszusage verbunden ist, sieht MdL Reiß, der sich immer wieder bei den zuständigen Stellen für dieses Projekt stark gemacht hat, darin doch einen großen Durchbruch für den Bau der Tirschenreuther Umgehung. "Eine fertige Planung ist gegenüber anderen Projekten immer ein absoluter Startvorteil", weiß Reiß. Zudem gebe es für solche Projekte auch immer wieder mal Sondermittel.

Nächster Schritt ist nun eine Verkehrsuntersuchung, um fundierte Zahlen für die mögliche Entlastung durch den Bau der Ortsumgehung zu erhalten.

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