16.08.2018 - 14:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Brache wird Vorzeige-Projekt

Spatenstich für den Neubau des Hauses St. Elisabeth: Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) errichtet auf dem seit 40 Jahren brachliegenden Gelände zehn barrierefreie Wohnungen.

Voller Einsatz beim Spatenstich: Stadtpfarrer Georg Flierl, Bürgermeister Franz Stahl, Architekt Peter Brückner Ludwig Gareis und weitere Ehrengäste (von links).
von Konrad RosnerProfil

"Es war einiges an Durchhaltevermögen nötig", stellte Ludwig Gareis vom KWS fest, dass nun doch auf dem Gelände des ehemaligen Hösl-Anwesens gebaut werden könne. Das noch stehende Gebäude werde in enger Absprache mit dem Denkmalschutz saniert. Sein besonderer Dank galt vor allem Stadtpfarrer Georg Flierl sowie Kirchenpfleger und Kämmerer August Trißl. Ohne deren Einsatz wäre es wohl nicht zur Verwirklichung des Bauvorhabens gekommen. Sein Dank galt aber auch allen Zuwendern und Unterstützern, so der Stadt und dem Landkreis Tirschenreuth, dem Bezirk, der Bayerischen Landesstiftung, der Katholischen Kirchenstiftung und der Denkmalpflege.

Planung seit zehn Jahren

Lob und Dank zollte er auch dem Architekturbüro "Brückner & Brückner". "Mit diesem Bau", so Gareis, "wird ein städtebaulicher Missstand mitten im Zentrum der Stadt beseitigt." Stadtpfarrer Georg Flierl betonte, dass dieser Bau keine Selbstverständlichkeit sei. Vor zehn Jahren seien erste Überlegungen gekommen, was man hier machen könnte. "Die Katholische Kirchenstiftung alleine hätte dies nie und nimmer stemmen können, unsere Möglichkeiten sind beschränkt." Flierl dankte vor allem Ludwig Gareis, der mit Herzblut diesen Bau mittrage, aber auch Kirchenpfleger August Trißl und Bürgermeister Franz Stahl für deren Einsatz.

"Hinter diesem Spatenstich steckt sehr viel Emotionalität", bekannte Stahl. Es gehe darum, Menschen mit neuem Wohnraum zu versorgen. Die Entscheidung, ein altes Bauwerk mit dem neuen Bauwerk zu verbinden, sei richtig. Mit Architekt Peter Brückner sei ein absoluter Fachmann am Werk, lobte er den Architekten.

Architekt Peter Brückner freue es außerordentlich, dass es nach fast zehn Jahren nun endlich klappt, das Projekt zu verwirklichen. Vor acht Jahren habe er sich erstmals mit diesem Projekt befasst. Mit diesem Bau würden im Herzen Tirschenreuths zentrumsnah soziale Wohnungen geschaffen.

An einem Strang ziehen

Brückner erinnerte daran, dass das Grundstück seit vierzig Jahren brach liege. Neues verbinde sich hier mit altem. Alle Protagonisten würden an einem Strang ziehen. Mittlerweile seien schon alle Gewerke vergeben, fast alles an Firmen aus der Region. Brückner lobte auch Projektleiter Martin Csakli. Die Bauarbeiten führt das Baunternehmen Schulwitz aus. Der Baubeginn für den Neubau des Nebentrakts war bereits Anfang August. Ende 2019 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Die zehn altersgerechten und barrierefreien Zwei-Zimmer-Wohnungen haben eine Größe zwischen 45 und 68 Quadratmetern. Insgesamt werden rund 3,7 Millionen Euro in diese Baumaßnahme investiert. Rund zwei Millionen Euro werden gefördert und kommen vom Freistaat Bayern, die Stadt steuert 400 000 Euro bei. Den Mietern werden in Zusammenarbeit mit dem ambulanten Pflegedienst Elisabethenverein Betreuungsleistungen angeboten, um ein möglichst langes und selbstständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Im Erdgeschoss des alten Hauses wird nach der Fertigstellung das soziale Projekt "Leben plus" einziehen.

Moderne Dienstleistungen:

Hintergrund

Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) wurde 1949 gegründet und ist heute ein modernes Dienstleistungsunternehmen. Das KWS erfüllt einen kirchlich-sozialen Auftrag. Es betätigt sich als Immobilienverwalter und als Baubetreuer mit einem vielfältigen und umfassenden Leistungsspektrum. Als Vermieter deckt das KWS alle Lebensphasen der Menschen ab. Der eigene Bestand umfasst mehr als 800 Wohneinheiten, darüber hinaus verwaltet das KWS für Dritte rund 500 Wohn- und Gewerbeeinheiten.

Bürgermeister Franz Stahl mit Ludwig Gareis, Maximilian Meiler (beide vom KWS) und Architekt Peter Brückner (von links) im Gespräch unter historischen Gewölben.

Architekt Peter Brückner hatte vor acht Jahren zum ersten Mal mit dem Hösl-Anwesen zu tun. Er erstellte die Pläne für das Haus St. Elisabeth.

Der innere Bereich des noch stehenden Hösl-Anwesens wird denkmalgeschützt saniert.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp