30.03.2020 - 18:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona-Pandemie: Landrat Wolfgang Lippert setzt weiterhin auf viele Tests

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt von Tag zu Tag: Auf der Karte des Robert-Koch-Instituts ist Tirschenreuth mittlerweile der am stärksten betroffene Landkreis in Deutschland. Warum ist das so?

Bisher gab es auf dem Parkplatz beim Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth zwei große Corona-Test-Straßen.
von Martin Maier Kontakt Profil

"In dieser Statistik sind wir leider Spitzenreiter", nimmt Landrat Wolfgang Lippert Bezug auf die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI). Nach deren Zahlen hat der Landkreis auf 100 000 Einwohner gerechnet am meisten bestätigte Covid-19-Fälle in der Bundesrepublik: 575,14 (Stand: 30. März). Damit liegt Tirschenreuth noch vor dem Landkreis Heinsberg (483,25), der bisher am schwersten von der Coronapandemie betroffen war.

Kontaktpersonen ermitteln

"Ich glaube, wir sind aber auch Spitzenreiter bei den Tests", erklärt Landrat Lippert die hohen Zahlen. Schon nach dem ersten Coronafall im Landkreis habe man gehandelt. Es werde konsequent versucht, die Kontaktpersonen zu ermitteln, um die Infektionskette zu unterbrechen. Das Test-Zentrum in der Kreisstadt, das Gesundheitsamt und BRK eingerichtet haben, ist seit über zwei Wochen in Betrieb. Zudem hat es noch zwei große Test-Straßen durch die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) gegeben. Lippert spricht von gut über 1700 Tests. Und er macht noch einmal deutlich: "Testen, testen, testen. Das ist für uns das Entscheidende." Als weiteres Beispiel nennt der Landrat das Gesundheitsamt, in dem normal 18 Leute arbeiten. Diese Behörde sei um zusätzliche 40 Personen aufgestockt worden. "Ich glaube, wir sind hier wirklich optimal aufgestellt."

"Eine Woche voraus"

Den großen Anstieg der Corona-Infizierten am Wochenende erklärte er damit, dass die Ergebnisse der ersten KVB-Test-Straße eingetroffen sind. Wolfgang Lippert glaubt, "dass wir in der Entwicklung der Pandemie möglicherweise eine Woche voraus sind".

Auch habe der Landkreis sehr schnell auf steigende Coronazahlen reagiert. Nach dem 40. Fall (davon 19 in Mitterteich) wurden in den Gemeinden Handzettel verteilt und es gab Lautsprecherdurchsagen. Und die Ausgangssperre für Mitterteich folgte einen Tag darauf. Zu dieser Zeit waren 47 Coronafällen im gesamten Landkreis registriert (davon 25 in Mitterteich).

Die Entwicklung zum Corona-Schwerpunkt sei ansonsten sehr schwer nachzuvollziehen. Wie Innenminister Joachim Herrmann stellt auch Lippert fest, dass das Mitterteicher Starkbierfest alleine sicher nicht ausreiche, um die derzeitige Lage zu erklären. Es könne eine Rolle gespielt haben. Zur damaligen Zeit sei die Veranstaltung aber rein rechtlich nicht zu beanstanden gewesen. "Hinterher ist man immer schlauer."

Nachgefragt:

Ausgangssperre: Noch keine Entscheidung

Bis einschließlich Donnerstag, 2. April, ist im Stadtgebiet Mitterteich noch die Ausgangssperre verhängt. Ob diese dann verlängert wird, steht noch nicht fest. "Aktuell wird in Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz und den Ministerien geprüft, wie weiter verfahren wird", erklärt Wolfgang Fenzl, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. (rti)

Die Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth steigen weiter:

Tirschenreuth

Landrat Wolfgang Lippert wendet sich mit persönlichen Worten an die Landkreisbürger:

Tirschenreuth
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