15.06.2020 - 16:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona-Studie im Landkreis Tirschenreuth: Teilnehmer erhalten die nächsten Tage Post

Seit einigen Wochen hat sich die Coronalage im Landkreis Tirschenreuth entspannt. Der Krisenstab Katastrophenschutz trifft sich daher nur noch einmal pro Woche. Dabei stimmen sich die Mitglieder auch wegen der Antikörper-Studie ab.

Der Krisenstab Katastrophenschutz kommt mittlerweile nur noch einmal in der Woche zusammen. Zu Beginn der Corona-Krise tagte der Stab fast täglich.
von Martin Maier Kontakt Profil

Seit der Ausrufung des Katastrophenfalls wegen der Corona-Pandemie in Bayern kommt der Krisenstab Katastrophenschutz des Landkreises Tirschenreuth immer wieder zusammen. Erstmals tagte das Gremium am Dienstag, 17. März. Drei Monate später hat sich die Lage deutlich normalisiert.

In den ersten Wochen setzten sich die Mitglieder fast täglich zusammen, auch an Wochenenden. "Jede Woche tagten wir sechs Mal", blickt Wolfgang Fenzl, Pressesprecher am Landratsamt, zurück. Zuletzt traf sich der Stab noch zweimal wöchentlich. Und mittlerweile reicht eine Zusammenkunft in der Woche. Am Montag, 15. Juni, tauschten sich der Stab zum 50. Mal aus. Bei jedem Treffen waren immer alle Organisationen vertreten. Dies hob Regierungsdirektorin Regina Kestel am Montag im Gremium hervor.

So arbeitet das Landratsamt Tirschenreuth in Krisenzeiten:

Tirschenreuth

Mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Fallzahlen sagt sie auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien: "Die Lage ist aktuell ruhig und stabil. Derzeit sind auch ausreichend Vorräte an Schutzausrüstung vorhanden." Sowohl Kestel als auch Fenzl sprechen von einer sehr guten Zusammenarbeit aller Organisationen im Krisenstab. Dies hätten auch immer wieder externe Teilnehmer bestätigt. "Alle haben sich schon vor der Coronakrise gekannt. Damit kann vieles auf dem kurzen Dienstweg geklärt werden", lobt der Pressesprecher.

Allerdings ist der Krisenstab noch immer gefordert. Dabei nennt Fenzl vier Hauptfelder, die die Teilnehmer momentan noch beackern. Im Fokus steht weiterhin der Betrieb der Corona-Teststrecke in der Einsteinstraße in Tirschenreuth. Dorthin schicken zum einen die Hausärzte Personen mit Verdacht auf Covid-19, zum anderen das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen.

4800 Bürger werden angeschrieben

Zudem trifft der Stab Vorkehrungen, um für eine mögliche zweite Corona-Welle gewappnet zu sein. Darunter fallen das Beschaffen von Schutzmaterial und das Vorhalten von Kapazitäten in den Krankenhäusern. Als dritten Punkt zählt der Pressesprecher den gegenseitigen Austausch der verschiedenen Organisationen auf. "Jeder bringt sich auf den aktuellen Stand."

Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Durchführung der Antikörper-Studie ("TiKoCo19") für den Landkreis Tirschenreuth. Diese soll dazu beitragen, Covid-19 besser zu erforschen. Die Einwohnermeldeämter haben dazu mittlerweile die Datensätze von 7200 Bürgern bereitgestellt. Von diesen werden vorerst 4800 die nächsten Tage angeschrieben. Sollten sich weniger als 3600 bereiterklären, sich Blut abnehmen zu lassen, wird entsprechend nachgefasst.

Eltern können auch ihre Kinder für die Corona-Studie testen lassen:

Tirschenreuth

An der Studie des Robert-Koch-Instituts, die Erklärungen für die hohe Infektions- und Todesrate im Landkreis liefen soll, wird noch gearbeitet. Wie schon angekündigt sollen die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz Anfang Juli präsentiert werden.

Hintergrund:

Wer sitzt im Krisenstab?

Die Leitung des Krisenstabs Katastrophenschutz liegt bei Landrat Roland Grillmeier und die Federführung bei Regierungsdirektorin Regina Kestel. Dabei sind: Örtliche Einsatzleitung, Gesundheitsamt, die drei Polizeiinspektionen Tirschenreuth, Waldsassen und Kemnath, das BRK Tirschenreuth, die Kliniken Nordoberpfalz AG, die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz, das THW, die Bundeswehr, die Bundespolizei, der Versorgungsarzt, Notfallseelsorge sowie ein Verbindungskollege zum Krisenstab Neustadt/WN und Weiden.

Im Blickpunkt:

Aktuelle Coronazahlen

Die Zahl der Corona-Infizierten liegt im Landkreis weiterhin bei 1140 (Stand: Montag, 15. Juni, 12 Uhr). Davon sind 990 genesen. Diese Schätzung orientiert sich an den Kriterien des Robert-Koch-Instituts.

Die Zahl der Toten, die nachweislich am Virus SARS-CoV-2 verstorben sind, liegt bei 122 (+/-0) . Die Zahl der Toten, die am Virus erkrankt waren, aber nicht sicher daran verstorben sind, gibt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit für den Landkreis Tirschenreuth mit 137 (+/-0) an.

Rechnerisch sind im Landkreis Tirschenreuth aktuell noch 13 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl ergibt sich folgendermaßen: Zahl der Infizierten (1140) minus Zahl der Todesfälle (137) minus Zahl der Genesenen (990). Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt im Landkreis Tirschenreuth bei 2,76. Zum Vergleich: Den Bayern-Durchschnitt gibt das Landesamt für Gesundheit mit 1,93 an und den Oberpfalz-Durchschnitt mit 1,89.

Zudem hat die Stadt Tirschenreuth neue Zahlen veröffentlicht. Demnach gab es bis zum Freitag, 12. Juni, in der Kreisstadt 155 an Covid-19 infizierte Personen. Zum Vergleich: Am 8. Mai waren es 153.

Die Coronazahlen für den Landkreis Tirschenreuth vom Freitag, 16. Juni:

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