14.03.2019 - 13:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Drei kommunalpolitische Urgesteine ziehen sich zurück

Dass Landrat Wolfgang Lippert 2020 nicht mehr antritt, steht schon länger fest. Wie schaut es aber bei den Bürgermeistern im östlichen Landkreis Tirschenreuth aus?

von Martin Maier Kontakt Profil

In einem Jahr (15. März 2020) sind in Bayern die Kommunalwahlen. Einige Amtsinhaber haben sich schon entschieden, dass sie sich zurückziehen werden. Darunter sind auch drei politische Urgesteine.

Seit 1994 ist Josef Schmidkonz (Unabhängige Wählergemeinschaft) Rathauschef in Mähring. Der 66-Jährige ist damit dienstältester Bürgermeister im Landkreis. Für ihn ist aber 2020 Schluss. "Meine Entscheidung ist gereift. Ich will nächstes Jahr in den Ruhestand gehen", erklärt der Griesbacher. Im Gemeinderat sitzt er seit 1984. Für dieses Gremium will er auch nicht mehr kandidieren.

Kreistag eine Option

Allerdings kann er sich vorstellen, weiterhin für die Freien Wähler im Kreistag zu sitzen. "Es muss zwar nicht sein, aber falls es gewünscht ist, würde ich mich wieder aufstellen lassen." Wer als Bürgermeister-Kandidat in seiner Gemeinde antritt, könne er noch nicht sagen. Er schätzt aber, dass sich die Gruppierungen bis Ende des Jahres Zeit lassen. "In Mähring sind wir mit solchen Entscheidungen eher immer später dran."

Herbert Bauer lenkt seit 1996 die Geschicke seiner Gemeinde Falkenberg. Vorher war der CSU-Politiker schon zwei Perioden als Gemeinderat aktiv. Der 70-Jährige begründet seinen Rückzug mit seinem Alter. "Ich glaube, es reicht." Die Entscheidung, welchen Kandidaten seine Partei ins Bürgermeister-Rennen schickt, falle in der nächsten oder übernächsten Woche. Eine nochmalige Kandidatur als Kreisrat kann er sich allerdings vorstellen, auch wenn er sich nicht darum reiße. "Das muss die Partei entscheiden, ob sie mich noch einmal aufstellen will."

Auch Pechbrunnbraucht einen neuen Rathauschef. Ernst Neumann (67) tritt nicht mehr an. Er ist seit 1999 im Amt. "Zum Zeitpunkt der Wahl bin ich 68. Ich glaube, es ist Zeit, dass man sich im Leben noch andere Sachen gönnt", nennt der CSU-Politiker sein Alter als Grund für den Rückzug. Er werde auch nicht als Gemeinderat kandidieren. Seine Partei werde die nächsten Wochen einen Kandidaten für seine Nachfolge präsentieren. Aus dem Entscheidungsprozess halte sich Neumann aber vollkommen heraus.

Außerdem wird es in Mitterteichnach 18 Jahren zu einem Wechsel kommen. Schließlich will Amtsinhaber Roland Grillmeier (47) für die CSU als Landrat kandidieren. Welche Bürgermeister-Kandidaten die Parteien ins Rennen schicken, steht noch nicht fest.

Schon vor eineinhalb Jahren hat die einzige Frau auf einem Chefsessel in einem Rathaus im Landkreis ihren Rückzug bekannt gegeben: Seit 2014 führt Friederike Sonnemann (56) die Geschicke von Waldershof. Als Gründe führte sie damals den Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung an. Zudem verwies sie darauf, "dass der Umgang mit meiner Person nicht immer fair war". Möglicherweise wird eine Frau ihre Nachfolgerin, denn die CSU hat sich schon aus der Deckung gewagt und schickt die 38-jährige Margit Bayer ins Rennen.

Zwei Unentschlossene

Und dann gibt es noch zwei Gemeindechefs, die sich noch nicht sicher sind, ob sie noch einmal antreten. "Meine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Das geschieht im nächsten Vierteljahr", gibt Max Bindl (Freie Wähler) an. Seit 2008 ist er Bürgermeister von Konnersreuth. Der 60-Jährige mache seinen Entschluss auch von der Familie abhängig: "Die spielt eine große Rolle bei mir."

In Friedenfelsführt seit 1996 Gottfried Härtl (CSU, 59) die Amtsgeschäfte. "Es ist noch keine definitive Entscheidung gefallen", erklärt der 59-Jährige. Zuerst einmal würden bei seinem CSU-Ortsverband Neuwahlen anstehen. "Daher will ich mich dazu in der Öffentlichkeit noch nicht äußern."

Auch im westlichen Landkreis treten einige Bürgermeister nicht mehr an.

Kemnath
Im Blickpunkt:

Sie treten noch einmal an

Im östlichen Landkreis gibt es einige Bürgermeister, die weiterhin an der Spitze ihrer Kommune stehen wollen. Seit 2002 im Amt sind der Tirschenreuther Franz Stahl (58), der Wiesauer Toni Dutz (60) und der Plößberger Lothar Müller (52). Das CSU-Trio will noch einmal antreten. Seinen bisherigen zwei Perioden will der Waldsassener Bernd Sommer (50, CSU) eine weitere Folgen lassen. Das gleiche Anliegen verfolgt sein Parteikollege Wolfgang Braun (64) in Fuchsmühl. Seit 2012 führt Alfred Stier (CSU) in Bärnau die Amtsgeschäfte. Das will der 58-Jährige auch weiterhin tun. Ebenso werfen in Neualbenreuth Klaus Meyer (53, CSU-CWG) und in Leonberg Johann Burger (Freie Wähler) nach jeweils einer Periode wieder ihre Hüte in den Ring.

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