14.03.2019 - 13:05 Uhr
KemnathOberpfalz

Kommunalwahl 2020: Wer kandidiert wieder?

Nächstes Jahr wählen die Bayern wieder ihre Vertreter der Gemeinden und Landkreise. Oberpfalz-Medien fragt bei den Bürgermeistern im westlichen Kreis Tirschenreuth nach, wer sich wieder als Kandidat in einem Jahr aufstellen lassen will.

von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Heute in einem Jahr, am 15. März 2020, wählen die bayerischen Kommunen wieder ihre Gemeindevertreter, darunter auch die Bürgermeister. Doch welcher der bereits amtierenden Rathauschefs möchte sich wieder aufstellen lassen und wer nicht? In einigen Gemeinden im westlichen Kreis Tirschenreuth gibt es schon deutliche Entscheidungen, in anderen herrscht noch Unsicherheit.

Massiver Schlafmangel

Uli Roth, ehrenamtlicher Bürgermeister von Krummennaab, weiß: "Nein, ich werde nicht weiter machen." Der SPD-Vertreter wurde 2008 in das Amt gewählt. Seine Entscheidung fällte der 51-Jährige vor etwa einem halben Jahr. Sie habe vielfältige Gründe: „Ich möchte zum einen keine 14 Stunden am Tag mehr arbeiten. Ich bin ja nicht nur Bürgermeister, sondern auch Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab.“ Seit 12 Jahren leide er schon an massivem Schlafmangel. "Man wird nicht jünger."

Zudem möchte Roth wieder hauptberuflich als Lehrer am Gymnasium in Tirschenreuth arbeiten. "Aktuell arbeite ich 18 Stunden in der Woche. Nächstes Jahr möchte ich wieder Vollzeit Biologie und Chemie unterrichten." Einen Nachfolger gibt es bislang noch nicht. "Leider haben die Partei und auch ich versäumt, uns um Nachwuchs zu kümmern." In Bezug auf die Kommunalwahl 2020 herrsche momentan auch bei den anderen Parteien im Ort noch Totenstille.

Darüberhinaus würde Roth jedoch wieder für den Kreistag kandidieren. "Wenn ich wieder gewählt werde, würde ich gerne als Kreisrat weitermachen."

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Tirschenreuth

Schon seit November 2018 steht fest: Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl wird 2020 nicht mehr für die CSU kandidieren. "Ich wäre nächstes Jahr 18 Jahre im Amt und 64 Jahre alt. Irgendwann muss man auch wissen, wann man den Platz für eine neue Generation frei macht", findet Nickl. Statt ihm wird für die CSU Roman Schäffler kandidieren. "Er ist seit 20 Jahren Kämmerer der Stadt und kümmert sich um die Haushaltsplanung. Er wäre ein sehr guter Nachfolger."

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Kemnath

Auch in Kastl bei Kemnath wird es eine Veränderung geben: Bürgermeister Josef Etterer von der CSU wurde 2014 gewählt. "Mit 68 Jahren habe ich die rechtliche Altersgrenze überschritten." Wer für ihn 2020 kandidieren wird, ist bislang noch unklar.

Entscheidung fällt noch

In Immenreuth kümmert sich aktuell Josef Hecht als zweiter Bürgermeister um das Tagesgeschäft. Erster Bürgermeister Heinz Lorenz, der 2014 gewählt wurde, ist weiterhin krankgeschrieben. Laut Hecht hat sich bislang noch keine Partei in der Gemeinde geäußert, wer für die Kommunalwahl 2020 aufgestellt werden soll. "Bei mir selber ist das kein Thema mehr. Ich habe schon die Altersgrenze überschritten." Heinz Lorenz ist aus der CSU ausgestiegen. "Ich kann noch nicht sagen, ob ich wieder antrete. Das entscheidet sich in den nächsten Wochen", meint Lorenz. Schon 2014 ist der heute 44-Jährige ohne Partei in den Wahlkampf gegangen. "Ich möchte auch abwarten, welches Ergebnis die aktuelle Verhandlung bringt."

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Immenreuth

"Ich habe bereits vor ein paar Jahren gesagt, dass ich nur wieder antrete, wenn es die Gesundheit zulässt und die Partei mich wieder aufstellt", erklärt Kulmains Bürgermeister Günter Kopp. Der 62-Jährige ist aktuell in seiner zweiten Amtsperiode. Gesundheitlich ist er noch fit. "Die Partei muss mich ja erst nominieren, dann tritt man als Bürgermeisterkandidat wieder an", betont der CSU-Politiker.

Bürgermeister Peter König aus Neusorg ist sich ebenfalls unsicher, ob er wieder kandidieren wird: "Ich weiß noch nicht, ob ich wieder antrete. Das muss noch besprochen werden." Der SPD-Vertreter ist seit 2008 an der Rathausspitze. Der 59-Jährige vermutet, dass erst im Sommer eine endgültige Entscheidung zu der Aufstellung für die Wahl fallen wird.

Mehr Aufwand

Bürgermeister Ludwig König in Brand wird sich nicht mehr als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen: "Nein, ich mache aus Altersgründen nicht weiter. Ich werde nächstes Jahr 74 und habe schon zwölf Jahre im Amt hinter mir." Zudem werde das Aufgabenspektrum immer breiter: "Es wird mehr Aufwand. Ich mache das alles in Altersteilzeit." Ein Nachfolger für König seht bislang noch nicht fest. "Das muss innerhalb der CSU erst noch besprochen werden. Im nächsten Vierteljahr wird hier eine Entscheidung fallen."

In Ebnath steht auch noch nicht fest, ob Bürgermeister Manfred Kratzer wieder kandidiert. Der SPD-Politiker ist seit einer Wahlperiode im Amt. "Im Frühjahr gibt es eine Konferenz. Da entscheiden die Fraktionen dann, wer für die Kommunalwahl als Kandidat aufgestellt wird." Der 65-Jährige würde gerne wieder kandidieren: „Meiner Meinung nach sollte ein Bürgermeister mindestens zwölf Jahre im Amt bleiben. In sechs Jahren kann man gar nicht alles abarbeiten, was man sich vornimmt. Man muss erste Kontakte knüpfen und Netzwerke schaffen."

Abhängig von der Partei

Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko (CSU) ist seit 1996 im Amt. Er sagt: "Es gibt viele Projekte, die ich noch machen möchte. Aber die Entscheidung, ob ich wieder kandidiere, ist noch nicht gefällt." Denn diese hänge nicht nur von dem 62-Jährigen alleine ab, sondern auch vom Vorstand seiner Partei.

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Erbendorf
Diese Bürgermeister möchten wieder für die Kommunalwahl 2020 kandidieren::

Werner Prucker, Bürgermeister der Gemeinde Reuth bei Erbendorf, möchte wieder kandidieren. "Wir haben noch viele Ideen, die wir umsetzen möchten. In der Politik und Verwaltung haben wir ein konstruktives Miteinander", erklärt der Politiker der Freien Wähler. Der 55-Jährige ist seit einer Amtsperiode Bürgermeister.

Auch Pullenreuths Bürgermeister Hubert Kraus wird wieder zur Wahl für die CSU in seiner Gemeinde antreten. „Ich werde wieder kandidieren, weil ich noch einige Projekte vor mir habe - wie die zwei Dorferneuerungen in Lochau und Trevesen oder die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde. Wir haben schon viel gemacht, aber es gibt auch noch einiges zu tun", betonte der 46-Jährige, der 2014 gewählt wurde.

Kommunalwahl 2020 in Speichersdorf, Mehlmeisel und Fichtelberg::

Unentschlossen, ob er wieder zur Wahl antreten wird, ist noch Manfred Porsch, Bürgermeister von Speichersdorf. Der 64-Jährige wurde 1996 als Vertreter der Unabhängigen Bürgervereinigung gewählt. "Ich werde noch einen Gesundheitstest abwarten. Im Frühjahr wird dann die Entscheidung fallen."

Der 58-jährige Franz Tauber, Bürgermeister von Mehlmeisel, ist seit 2014 im Amt. "Ob ich wieder aufgestellt werde, weiß ich nicht", sagt er offen. Aber er würde gerne bei der nächsten Kommunalwahl wieder als Kandidat für die Freien Wähler in Mehlmeisel antreten. "Ich bin ehrenamtlicher Bürgermeister. Das mache ich gerne. Es ist zwar auch anstrengend, macht aber Spaß." Er würde gerne noch einige Projekte, die er angefangen hat - wie die Ortsentwicklung - weiter begleiten. Nebenbei ist Tauber noch bei einem Elektrogroßhändler in Stuttgart tätig.

In Fichtelberg ist Bürgermeister Georg Ritter seit Juni 2018 im Krankenstand. Seither übernimmt der zweite Bürgermeister Karl-Heinz Glaser das Tagesgeschäft in der Gemeinde. Er wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht antreten, da er mit 73 Jahren für das Amt zu alt sein wird.

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