03.03.2019 - 14:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ein echtes Erlebnis

Im vergangenen Jahr besuchten gut 10 000 Menschen das Museumsquartier. Ludwig Bundscherer, Leiter der Einrichtung und der Tourist-Info der Kreisstadt, freut sich über den Erfolg - ist aber auch der Meinung, dass Zahlen nicht alles sind.

von Redaktion ONETZProfil

So viele Besucher gab es seit dem Rekordhoch während der Landesgartenschau 2013 nicht mehr. Dass immer mehr Interessierte den Weg in das Museumsquartier (MQ) finden, habe verschiedene Gründe. Im Gegensatz zu vielen anderen Museen ist das MQ eben kein "verstaubtes, schweigendes Museum, sondern ein echtes Erlebnis" und hebe sich damit von der Masse ab. Die gut 1500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche sei lebendig. Nicht nur, weil die drei Häuser lebende Fische in Aquarien mit bis zu 30 000 Liter Fassungsvermögen beherbergten, sondern auch, weil die Ausstellung viele Familien mit Kindern anlocke. Dafür hätten die Mitarbeiter des MQ in letzter Zeit viele Projekte in die Wege geleitet. Neben Angeboten im Rahmen des Ferienprogramms im Sommer werden zum Beispiel auch Schnitzeljagden veranstaltet. Eine weitere Besonderheit ist die sogenannte "Nacht im Museum" für Grundschulen. Ziel sei es, die Schüler für die eigene Kultur und Stadtgeschichte zu begeistern.

Digital und international

Um das Kulturangebot attraktiver zu gestalten, soll zudem die Digitalisierung vorangetrieben werden. Ein großer Schritt in diese Richtung sei bereits mit "Alois" getan. Dabei handelt es sich um einen digitalen "Chat-Bot", der Fragen rund um das Freizeitangebot in Tirschenreuth automatisch über den Messenger "WhatsApp" beantworten kann (wir berichteten). So können sich Interessierte aus dem Umland sowie Urlauber über Themen wie Wanderrouten, Parkmöglichkeiten und den Zoigl informieren. Mehr Touristen wurden laut Bundscherer auch durch Werbung bei den Gastgebern im Umland in das Museumsquartier gelockt.

"Kunst um drei"

Bundscherer und seine Kollegen wollen die Bürger neugierig auf ihre eigene Kultur machen. Sie hoffen, dass diese mehr als nur ein Mal vorbeikommen wollen. Dazu trage auch ein eventorientiertes Programm bei. Sowohl Sonderausstellungen, Vorträge und Lesungen als auch Musik und Aktionen wie "Kunst um drei" böten Abwechslung zu den Ausstellungsstücken.

Interessante Möglichkeiten schafften auch grenzübergreifende Projekte - etwa die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Museumspartner in Planá. Doch nicht nur das breite Angebot an Veranstaltungen sei der Grund für das steigende Interesse. Ebenso trage die Politik ihren Teil dazu bei, dass die Kultur einen so hohen Stellenwert in der Region einnehme. "Wir können uns glücklich schätzen", betont Bundscherer im Hinblick auf die Förderung, die von der Stadt Tirschenreuth und Bürgermeister Franz Stahl ausgehe. Die erhaltenen Gelder investiert das MQ weiterhin in pädagogische und innovative Konzepte, die Digitalisierung sowie ein moderneres Design. So wurde in diesem Zuge bereits der Museums-Flyer neu gestaltet.

Kultur zeigen

Der Museumsleiter freut sich natürlich über den Meilenstein von 10 000 Besuchern. Jedoch gehe es nicht allein um die Zahlen, sondern darum, weiterhin Begeisterung für die Geschichte der Kreisstadt zu wecken. Für 2019 sei das Ziel darum nicht zwangsläufig, einen höheren Wert in der Statistik zu erreichen, sondern einfach noch besser "unsere Kultur zu zeigen".

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