02.03.2021 - 14:13 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Einzug in BRK-Kindergarten in Tirschenreuth erst im September

Beim vierten Kindergarten der Kreisstadt kommt es zu weiteren Verzögerungen. Die BRK-Einrichtung wird erst im Herbst in den Neubau einziehen. Auch die Kosten sind nochmals gestiegen, informiert Bürgermeister Franz Stahl.

Über den aktuellen Sachstand des BRK-Kindergartens in Tirschenreuth informieren BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, stellvertretender Kämmerer Harald Eckstein, Bürgermeister Franz Stahl und Einrichtungsleiterin Martina Fuhrmann (von links). Sie stehen im Durchgangs- und Spielraum, der die beiden Kindergartengruppen verbindet.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Eigentlich wollte das Team des BRK-Kindergartens bereits im April in den Neubau beim ZOB nahe der Altstadt einziehen. Doch es kam zu weiteren Verzögerungen am Bau, informierte Bürgermeister Franz Stahl bei einer Baustellenbegehung. Der Termin für den Umzug ist nun von 1. April auf September 2021 verschoben.

Lieferschwierigkeiten

"Wir wären gern schneller gewesen", gibt der Bürgermeister zu. Die Baustelle habe einige Stolpersteine aufgewiesen. Die Verzögerungen seien der aktuellen Lage in der Bauwirtschaft geschuldet. Die Stadt habe nur schwer Angebote für ihre Aufträge erhalten. Coronabedingt gab es zudem Schwierigkeiten bei der Zulieferung von Baumaterial. Auch die Kosten für den Neubau in Holzständerbauweise seien nochmals gestiegen - auf 5,7 Millionen Euro. Beim Hebfest im August 2020 plante die Stadt noch mit Kosten von 4,8 Millionen Euro. Von den aktuellen 5,7 Millionen Euro werden 2,3 Millionen Euro gefördert, womit bei dem Bauherren ein Eigenanteil von 3,4 Millionen Euro verbleibt. Als Grund für die Kostensteigerung nennt der Bürgermeister die angespannte Lage im Bausektor. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen in Abstimmung dafür, den Umzug vom Frühjahr in den Herbst zu verschieben.

Aktuell Trockenbauarbeiten

Stahl informierte weiter über den Baufortschritt. Die Elektronik sowie Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen seien bereits zu 90 Prozent fertig installiert. Im Inneren werden zudem Trockenbau-Arbeiten erledigt, die Wände werden verschlossen. Auch die Außenfassade des Neubaus wird derzeit verkleidet. Diese Woche sollen die Dachdeckerarbeiten fortgesetzt werden. Ebenfalls ist die Planung für die Einbaumöbel abgeschlossen. Sowohl die beiden Kinderkrippen- als auch die Kindergartenräume erhalten eigens angefertigte Spielpodeste - eine Art Kletter- und Spielgerüst im Innenbereich.

Mit Belegung sehr zufrieden

Eigentlich sollte der vierte Kindergarten in der Kreisstadt bereits im September vergangenen Jahres fertig sein. Der Betrieb startete dann vor rund einem halben Jahr im Interimskindergarten – als Übergangslösung wurden mobile Raumsysteme am Volksfestplatz an der Franz-Heldmann-Straße aufgebaut. Dort müssen das Kindergarten-Team und die Kleinen noch einige Monate länger ausharren als geplant. Die Eltern der Kindergarten- und Krippenkinder seien bereits über die erneute Verzögerung informiert und zeigen Verständnis, wusste BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl. "Es war eine gute Entscheidung", findet er. So entstehe nicht noch mehr Zeitdruck. Die Kinder seien derweil in der Übergangslösung gut versorgt. Mit der Belegung bisher sind der Kreisgeschäftsführer und die Einrichtungsleiterin mehr als zufrieden. "Es läuft extrem gut." Die zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen seien schon ziemlich voll. Dennoch freut sich das "Weltentdecker"-Team auf das neue Gebäude.

Das ganze Haus bespielen

Aktuell öffnet der Kindergarten im Container-Gebäude nur für die Notbetreuung, teilt Leiterin Martina Fuhrmann mit. Den Kontakt zu den Mädchen und Buben halte man teils über die Morgenkreise, die zwei mal pro Woche als Videokonferenz übertragen werden, oder über Videos, auf denen Kinder und Erzieherinnen Lieder singen.

Das Kindergarten-Team will sich demnächst mit dem künftigen Wirkungsort vertraut machen. Bereits bei der Baustellenbegehung wurde deutlich, wie offen und lichtdurchflutet die Einrichtung nach der Fertigstellung wird. "Das ganze Haus kann bespielt werden", verrät Martina Fuhrmann. Besonders die "Spielburgen" in jeder Gruppe sind an das Alter der Kinder angepasst sollen für einen Perspektivwechsel sorgen - passend zum Motto des Kindergartens "Weltentdecker". Dazu gehöre auch der gruppenübergreifende Austausch und Exkursionen in die Stadt. "Uns wird man öfter mal auf dem Marktplatz sehen", sagt die Einrichtungsleiterin.

Auch Außenanlagen fertig

Einen Vorteil habe die weitere Verschiebung des Einzugs, merkte der Bürgermeister an. Mit dem Umzug im September nehme man den Zeitdruck, das Gebäude fertigzustellen. Zudem seien dann auch die Außenanlagen fertig gestaltet. So könne man zum Start des Kindergartenjahres im September eine komplett fertige Einrichtung übergeben.

Rückblick zum Hebfest

Tirschenreuth

Einzug in die mobilen Raumsysteme als Übergangslösung

Tirschenreuth
Viel hohe und helle Räume prägen auch die Räume im Bereich der Kinderkrippe. An die Wand im Hintergrund kommt eine Art Spieleburg für die ein- bis dreijährigen Kinder.
So sollen die Spielpodeste aussehen. Entworfen hat sie die Firma Kameleon Raumkonzepte. Dahinter steckt ein Schreiner mit pädagogischem Hintergrund. Die Pläne setzen die Schreiner vor Ort um.
Hintergrund :

Entstehung des BRK-Kinderhauses "Weltentdecker"

  • Juli 2018: Die drei bestehenden Kindertageseinrichtungen sind an der Kapazitätsgrenze. Die Stadt Tirschenreuth entscheidet, einen vierten Kindergarten zu bauen. Geplante Kosten: 2,2 Millionen Euro.
  • Februar 2019: BRK übernimmt Trägerschaft für Kindergarten.
  • Januar 2020: Als Einrichtungsleiterin steht Martina Fuhrmann fest. Die neue Kindertageseinrichtung ist von der Reggio-Pädagogik inspiriert: Die Kinder agieren als Forscher und Künstler.
  • April 2020: Grundsteinlegung für den Kindergarten. Einen offiziellen Spatenstich gibt es wegen der Coronakrise nicht. Geplante Fertigstellung: September 2020.
  • Mitte August 2020: Wegen Bauverzögerungen startet der Kindergartenbetrieb in einer Übergangslösung in mobilen Raumsystemen auf dem Volksfestplatz. Geplant ist der Umzug in den Neubau zum 1. April 2021.
  • Ende August 2020: Hebfest für das neue Gebäude in Holzständerbauweise. Die Kosten steigen auf 4,8 Millionen Euro.
  • September 2020: Betrieb im Container-Gebäude startet.
  • Februar 2021: Coronabedingte Zulieferungsschwierigkeiten von Baumaterial und die angespannte Lage im Bausektor sorgen für weitere Kostensteigerungen und Bauverzögerungen. Der Umzug kann nicht wie geplant im April, sondern erst im September 2021 stattfinden. Die Kosten für den Neubau steigen auf 5,7 Millionen Euro.

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