Tirschenreuth
07.01.2019 - 11:27 Uhr

Erfahrung und Besonnenheit

Bürgermeister Franz Stahl weiß um die Bedeutung einer aktiven Bürgergesellschaft. Als Dank zeichnet er vier Persönlichkeiten mit dem Turso aus.

Bürgermeister Franz Stahl nutzt den Neujahrsempfang immer, um verdiente Persönlichkeiten der Stadt mit dem Turso auszuzeichnen. Im Bild (von links): Landtagsabgeordnete Anna Toman, Herbert Konrad, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Resi Konrad, Bürgermeister Franz Stahl, Johanna Faget, Maria Haas, Kurt Haas, Karl Supguth und Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht. Bild: kro
Bürgermeister Franz Stahl nutzt den Neujahrsempfang immer, um verdiente Persönlichkeiten der Stadt mit dem Turso auszuzeichnen. Im Bild (von links): Landtagsabgeordnete Anna Toman, Herbert Konrad, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Resi Konrad, Bürgermeister Franz Stahl, Johanna Faget, Maria Haas, Kurt Haas, Karl Supguth und Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht.

Es ist alljährlich einer der Höhepunkte des Neujahrsempfangs der Stadt Tirschenreuth: die Verleihung von Turso-Auszeichnungen an "Mitgestalter einer aktiven Bürgergesellschaft". Mit dem Turso werden vor allem jene Menschen geehrt, die im Vereinsleben nicht unbedingt an vorderster Stelle stehen. "Sie sorgen oftmals im Stillen dafür, dass das Vereinsleben funktioniert", betonte Stahl.

Mit dem Turso wurde Johanna Fagetausgezeichnet, seit 1989 Schriftführerin des Oberpfälzer Waldvereins und Urgestein des OWV. Seit drei Jahrzehnten hat sie keine einzige Sitzung verpasst und ist zudem eine feste Stütze beim Ferienprogramm, der Waldweihnacht, beim Gartenfest und anderen Veranstaltungen. Durch ihre ruhige und besonnene Art hat sie so manche Unstimmigkeiten im Verein geschlichtet.

Geehrt wurde auch Maria Haasvom ATSV Tirschenreuth, die 1969 die Vorturnerausbildung im Turngau absolvierte und seitdem ihre Erfahrungen an die Jüngeren weiter gibt. Viele Jugendturnerinnen wurden von ihr auf den Wettkampf vorbereitet. Für die ehemals legendären ATSV-Faschingsbälle hat sie viele Choreographien einstudiert. 1998 baute sie das Eltern-Kind-Turnen auf und hat diese Tätigkeit nach 20 Jahren nun in jüngere Hände gegeben. Besondere Freude macht ihr das Turnen mit dem Nachwuchs im Alter von vier bis sechs Jahren.

Den dritten Turso erhieltHerbert Konrad, der sich vehement für die Archivierung und sichere Verwahrung alter Handwerksgüter, besonders die der Fassbinderei Mickisch einsetzt. 1997 wurde deshalb der "Arbeitskreis Historisches Handwerk" gegründet. In Matzersreuth wurde nun endlich ein idealer Raum gefunden, in dem die "Tirschenreuther Handwerkerscheune" untergebracht werden konnte. Dies ist vor allem der Unnachgiebigkeit von Herbert Konrad zu verdanken. Zudem hat sich Konrad sehr stark in der Städtepartnerschaft mit Planá engagiert, ebenso bei der alljährlichen Sankt-Anna-Wallfahrt. Während seiner Zeit als Vorsitzender des Fördervereins St. Anna wurden stolze 275 000 Euro in diese Wallfahrtskirche investiert.

Der vierte Turso-Preisträger ist Karl Supguth, der nach 44 Jahren als Organist der evangelischen Gemeinde Tirschenreuth nun sein Amt in jüngere Hände abgab. Supguth hatte eigentlich nie vor, Organist zu werden, vielmehr sprang er für seine Gattin in die Bresche, doch daraus wurden 44 Jahre. Zudem leitete er zeitweise den evangelischen Posaunenchor und war Ausbilder des Posaunenchors. Weitere Leidenschaften des 81-Jährigen sind Mathematik und das Programmieren. Stahl über Supguth: "Er ist einer unsere Mitbürger, für dessen ehrenamtliche Arbeit der Turso wie geschaffen ist."

Eine besondere Gratulation hatte der Bürgermeister für Professor Alexander Nesanel Friedund seine Gattin Dorothea Woiczechowski-Friedparat, die Ende 2018 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz beziehungsweise mit der Bundesverdienstmedaille geehrt wurden. Beide haben die Herrschaft der Nationalsozialisten erlebt, Professor Fried entging in mehreren Konzentrationslagern nur knapp dem Tod. Beide werden nicht müde, Schülern zu vermitteln, was die Gräuel des Nationalsozialismus für die Betroffenen bedeuteten.

Franz Stahl wörtlich: "Ich verneige mich vor Ihrem Mut und Ihrer Kraft und wünsche Ihnen noch viele weitere gemeinsame Jahre mit viel Glück und Gesundheit."

Eien besondere Laudatio gab es von Bürgermeister Franz Stahl für Dorothea Woiczechowski-Fried und Professor Alexander Nesanel Fried. Bild: kro
Eien besondere Laudatio gab es von Bürgermeister Franz Stahl für Dorothea Woiczechowski-Fried und Professor Alexander Nesanel Fried.
 
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