Erinnerung an Adam Dolczycki zum 50. Todestag

Tirschenreuth
08.09.2022 - 09:34 Uhr

Der 9. September soll nicht ohne Gedenken an einen verdienten Tirschenrtuehr vorübergehen, dessen Todestag sich heute zum 50. Mal jährt: Adam Dolzycki. Bekannt war er vor allem qualitätsvollen Klavierunterricht.

Heute, am 9. September, jährt sich zum 50. Male der Todestag von Adam Dolczycki. Vielen älteren Einwohnern von Tirschenreuth ist als der "Professor" wegen seines qualitätsvollen Klavierunterrichts in Erinnerung.

Am 9. September 1972, also vor genau fünfzig Jahren, starb Professor Adam Dolczycki im Alter von 86 Jahren. Den älteren Einwohnern von Tirschenreuth wird er noch in Erinnerung sein, wenn er mit breitkrempigem Hut und Mantel durch die Stadt zur Messe, zum Einkaufen oder zum Verteilen der Plakate für die Schülerkonzerte ging. Diese veranstaltete er jährlich, um den Fortschritt der Kinder und Jugendlichen zu zeigen, den diese am Klavier gemacht hatten - die Konzerte waren nicht wegzudenken aus dem Jahresverlauf im Kalender der Tirschenreuther. An Adam Dolczyckis 50. Todestag soll daran erinnert werden, dass der Klavierlehrer viel geleistet hat für die musische Erziehung nach 1945 in der heutigen Kreisstadt.

Adam Dolczycki wurde am Heiligen Abend 1886 in Lemberg (heutige Ukraine) geboren und strandete nach dem Zweiten Weltkrieg in Tirschenreuth. In seiner Kindheit lernte er zunächst Geige, mit elf Jahren gab er mit diesem Instrument sein erstes öffentliches Konzert. Dolczycki studierte dann Geschichte und Komposition am Konservatorium. Später ging er nach Berlin. Hier widmete er sich bei Max Bruch und Engelbert Humperdinck dem Studium der Komposition und bei Heinrich Barth dem Studium für Klavier. Das Geigenspiel musste er verletzungsbedingt nach einem Sturz aufgeben. Der Dirigent Artur Nikisch brachte ihn dann ans Dirigentenpult. So dirigierte der gebürtige Ukrainer von 1913 bis 1939 in den Städten Warschau, Moskau, Baku, Posen, Sofia und wieder Warschau. Hier war er von 1938 bis 1939 Direktor der Oper. Die Kriegsereignisse führten dann auf verschlungenen Wegen nach Tirschenreuth. Die Fluchtwege trennten ihn sogar von seiner geliebten Frau Elisabeth, einer früheren Sängerin. Aber in Altenstadt bei Weiden fanden sie wieder zueinander, UNRRA-Offiziere nahmen das Paar mit nach Tirschenreuth. Hier begann er nach dem Zweiten Weltkrieg seine "Musikschule" für Klavier.

Einige Schüler waren erst vier oder fünf Jahre alt, erinnert sich Jutta Hösl. Die Tirschenreutherin war eine seiner Schülerinnen. "Dieser Unterricht war keine lästige Pflicht, den die Eltern verlangten, sondern eine Stunde, worauf sich die Schülerinnen und Schüler freuten", erinnert sie sich. Die Schüler lernten die klassische Klaviermusik von Mozart, Beethoven, Schubert, Grieg, Mendelssohn und natürlich Chopin kennen und lieben. Durch den qualitätsvollen Unterricht von Adam Dolczycki schafften Schüler ein Niveau, dass sie sogar eigene Klavierabende, teils auch mit den Hofer Symphonikern unter dem Dirigat von Adam Dolczycki, veranstalten konnten. "Er formte den Fortschritt auf dem Instrument so spielerisch mit seiner gütigen Art und war der väterliche Freund", berichtet Hösl.

Adam Dolczycki arbeitete bis zum Ende seines Lebens, bis ihn eine Krankheit in die Klinik zwang. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Tirschenreuther Friedhof, wo auch seine Frau 1987 an seiner Seite begraben wurde. Eine ausführliche Lebensbeschreibung über Professor Adam Dolczycki verfasste Werner Hösl in seinem Buch "Tirschenreuther Lebenswege".

 
 

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