Dreizehn Wochen ging fast gar nichts mehr, ab dem heutigen 22. Juni sind in Bayern wieder Busreisen möglich. Die Staatsregierung hat dies am 16. Juni entschieden und ist damit der Aufforderung des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) nachgekommen, der gegen die Wettbewerbsverzerrung geklagt hatte. Denn in vielen anderen Bundesländern gab es weniger strenge Regeln. Damit gelten nun im Schul-, Fern- und Linienbus sowie für Reisende im Flugzeug, mit der Bahn und im Reisebus die gleichen Auflagen.
Bus vorübergehend abgemeldet
Omnibusunternehmer Hans Fick aus Mitterteich sagt, "dreieinhalb Monate stand unser moderner Reisebus, ich hab ihn sogar abgemeldet, um Versicherungen und Steuern zu sparen". Am 2. Juli will er seinen ersten Ausflug starten, ein Tagesausflug in die Sächsische Schweiz. Von Gesprächen wisse er, dass manche begeistert sind, andere aber noch ängstlich, ob sie eine Busreise antreten sollen. Viele weitere Fahrten werde es jedoch nicht geben, da die Theater, Musical, Messen oder auch große Feste wie der Hamburger Hafengeburtstag oder das Oktoberfest alle abgesagt wurden. Große Hoffnung setzt Hans Fick darauf, im August doch noch einen Badeurlaub in Kroatien anbieten zu können. "In Kroatien gab es viel weniger Corona-Fälle, die haben alles gut gemeistert."
Er werde diese Woche extra nach Kroatien fahren und sich alles ansehen, was am Strand und im Hotel, aber auch im Land selbst zu befolgen ist. Als "hirnrissig" bezeichnet er die Tatsache, dass es in den Bundesländern uneinheitliche Regelungen gebe. Seinen modernen Omnibus wird er zum 1. Juli wieder anmelden, "ich hoffe, dann geht es wieder aufwärts". Ähnlich optimistisch ist auch Wolfgang Meisl vom Reisebüro Meisl aus Krummennaab. "Wir werden Ende Juli unsere erste Reise anbieten, schauma mal, wie's wird", so sein Kommentar. Wolfgang Meisl hatte im März alle sechs Omnibusse abgemeldet, seine Busfahrer arbeiten in Kurzarbeit.
Entscheidung befürwortet
Am 27. April meldete Meisl wieder drei Omnibusse für den Linienverkehr an. "Dank des Linienverkehrs haben wir diese Zeit gut überstanden", so Meisl, der der Entscheidung der Bundesregierung jedoch zustimmt. "Deutschland hat gut gehandelt, wenn ich zum Vergleich nur an England denke. Solange es keinen Impfstoff gibt, wird man vor Corona nie sicher sein", argumentiert er. Dennoch, solch eine Krise habe er noch nie mitgemacht. Eska-Geschäftsführer Hans Prucker resümiert: "Da unser Hauptgeschäftszweig der Linien- und der Schulbusverkehr ist, ist diese Zeit bis auf einige Ausnahmen Ende März/Anfang April relativ normal verlaufen. Deshalb mussten wir keine größeren Umsatzeinbußen verzeichnen." Der Reise- und Ausflugsverkehr hat bei Eska nur einen Anteil von unter zehn Prozent. Dennoch sei es ärgerlich, wenn man seit Monaten gebuchte Fahrten nicht durchführen könne. Am Schlimmsten sei jedoch gewesen, die Kunden auf später zu vertrösten, ohne zu wissen, in welcher Form Reiseverkehr wieder möglich sei. Prucker: "Es wird Monate dauern, bis sich dieser Sektor unter Einhaltung der Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen wieder halbwegs normalisiert hat."

















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