09.11.2020 - 17:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Erster Schultag nach den Ferien verläuft im Landkreis Tirschenreuth "ganz entspannt"

Viel ändert sich für die Schüler im Landkreis Tirschenreuth nach den Herbstferien nicht. Ob der Unterricht digital oder im Klassenzimmer stattfindet, entscheidet nun nicht mehr der Corona-Inzidenzwert.

Marlene Züllich, Natalie Brandl und und Alina Grüner (von links) machen in der Mensa des Stiftland-Gymnasiums Mittagspause. Sie sind durch Plexiglasscheiben getrennt.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Nach einer Woche Herbstferien beginnt auch für die Schüler im Landkreis Tirschenreuth wieder der Schulalltag. Der hat sich in Bezug auf die Corona-Regeln nicht geändert, berichten etwa Schulleiter aus Erbendorf, Kemnath, Tirschenreuth und Waldsassen. Neu ist, dass nicht mehr der Corona-Inzidenzwert über eine automatische Klassenteilung oder eine Schulschließung entscheidet. „Das bestimmt nun das lokale Gesundheitsamt“, erklärt Schulrätin Martina Puff vom Schulamt in Tirschenreuth.

Einmal in der Woche trifft sich das Schulamt mit dem Gesundheitsamt und dem Krisenstab des Landkreises zu einer Sitzung. Dabei wird über das Infektionsgeschehen in den Städten und Gemeinden im Landkreis gesprochen. „Über Quarantäne, geteilte Klassen, Präsenz- und Distanzunterricht entscheidet am Ende das Gesundheitsamt“, sagt Puff. Vor den Ferien mussten bei bestimmten Inzidenzwerten Schulen geschlossen werden. „Das Ampel-Prinzip gilt nicht mehr, entscheidend ist das Infektionsgeschehen an einer Schule.“

Aufgrund der hohen Fallzahlen gilt in ganz Bayern seit Montag eine Maskenpflicht für alle Schüler an allen Schulen. „Die Maskenpflicht gilt auf dem gesamten Schulgelände und während des Unterrichts“, erläutert Martina Puff. Befreiungen würden nur in begründeten Ausnahmefällen gewährt. Bislang war die Maskenpflicht im Unterricht an die Inzidenzwerte 35 beziehungsweise 50 gekoppelt. Die Maskenpflicht gilt im Übrigen auch für alle Lehrkräfte – auch beim Aufenthalt im Lehrerzimmer.

Für Kerstin Reiter, Rektorin an der Mädchenrealschule Waldsassen, war der erste Schultag nach den Ferien „ganz entspannt“. „Wir knüpfen an die Tage vor den Ferien an“, erzählt sie. Die Schüler wurden darauf hingewiesen, Ersatzmasken zum Wechseln mitzubringen. Die Klassenleiter konnten sich, in sogenannten Klassenleiterstunden, für die Schüler Zeit nehmen und die Hygieneregeln auffrischen. „An allen Schulen sind die Schüler sehr diszipliniert“, lobt Schulrätin Martin Puff.

Plexiglas von einem anonymen Spender

Dennoch: Für die Brotzeit oder das Mittagessen muss die Maske abgenommen werden. In der Mensa des Stiftland-Gymnasiums gibt eine Neuerung: Auf den Tischen wurden Plexiglasplatten aufgestellt, jeder Platz ähnelt jetzt einer Kabine. „Die Platten sind von einem anonymen Spender“, sagt Manuela Maschauer von der gleichnamigen Stadtbäckerei in Tirschenreuth. Bereits im zweiten Jahr betreibt sie mit drei Mitarbeitern die Schulmensa des Gymnasiums. Vor der Pandemie, konnten dort 100 Schüler die Pause verbringen – mit dem nun erforderlichen Abstand sind nur noch 50 zugelassen. Die Plexiglasplatten wurden während der Ferien aufgestellt. Für die Schüler sind die Plexiglasplatten kein Problem. „Da gewöhnt man sich schnell dran“, sagt Zehntklässlerin Hanna Bauer.

"Einbahnstraße" auf den Gängen

Wer sich am Schulkiosk etwas zu essen kaufen möchte, muss an den Realschulen in Kemnath und Waldsassen vorbestellen. „Dieses System haben wir seit Beginn der Schuljahrs“, erklärt German Helgert, Schulleiter der Realschule in Kemnath. Die Schüler bestellen die Pausenverpflegung und bekommen sie am nächsten Tag von der Bäckerei geliefert. Zusätzlich gibt es auf den Gängen der Realschule Kemnath ein „Einbahnstraßensystem“, das für weniger Begegnungen sorgen soll.

„Völlig unproblematisch“ verlaufen sei auch der erste Schultag in der Grund- und Mittelschule Erbendorf. „Wir haben zu den allgemeinen Vorgaben die Pausenzeiten angepasst“, erklärt Schulleiterin Sabine Graser. In der Grundschule haben die Erst- und Zweitklässler sowie die Dritt- und Viertklässler gemeinsam Pause. In der Mittelschule ist es ähnlich. Auch wurde der Pausenhof seit Beginn des Schuljahrs unter den Klassen aufgeteilt – rund 100 Schüler sind es pro Pause.

„Klassen zu teilen, ist derzeit nicht notwendig“, erklärt Schulrätin Martina Puff. Ziel sei es, so lange wie möglich den Präsenzunterricht aufrecht zu halten.

Lehrer in Weiden kümmern sich selbst um Schutzwände

Weiden in der Oberpfalz
Hanna Bauer und Milena Klöble (von links) machen in der Mensa des Stiftland-Gymnasiums Mittagspause.
Plexiglaswände auf den Tischen trennen die Sitzplätze voneinander ab.

 

 

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