03.02.2020 - 19:01 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Etablierte Parteien im Landkreis Tirschenreuth kriegen Konkurrenz

Die ÖDP kann aufatmen. Doch nicht nur sie. Auch andere Gruppierungen im Landkreis haben den Sprung geschafft und dürfen bei der Kommunalwahl antreten. Doch nicht alle haben Grund zur Freude.

Auf die Einträge in die Unterstützungsliste war etwa auch die ÖDP angewiesen. 340 Unterschriften musste sie sammeln - 440 sind es geworden. Die ÖDP möchte in diesem Jahr zum ersten Mal für den Kreistag kandidieren.
von Susanne Forster Kontakt Profil

(sfo/esc/lnz) Bis 3. Februar, 12 Uhr, hatten Bürger die Gelegenheit, ihre Unterstützungsunterschrift für eine neue Gruppierung abzugeben. Dafür lagen in den Rathäusern der Gemeinden Unterschriftenlisten aus. Im Landkreis gibt es vier neue Gruppierungen. Die "Bürgerliche Wählergemeinschaft" in Bärnau möchte dort in den Stadtrat einziehen. Die Wählergemeinschaft "Zukunft Stadt Mitterteich" stellt einen Bürgermeisterkandidaten und eine Liste für den Stadtrat. In Ebnath möchte "Die Partei" eine Gemeinderatsliste und einen Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stellen. Und die "Immenreuther Wählergemeinschaft" stellt einen Bürgermeisterkandidaten und eine Liste für den Gemeinderat. Und für den Kreistag möchte die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) mit einer Liste antreten.

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Heidi Schertler, Wahlleiterin der Stadt Bärnau, teilt mit, dass zum Stichtag 3. Februar insgesamt 119 Unterschriften für die Bürgerliche Wählergemeinschaft eingegangen sind.

Deutlich mehr Unterstützung als für die Zulassung zur Kommunalwahl erforderlich erhielt die Wählergemeinschaft "Zukunft Stadt Mitterteich": 250 Unterschriften entfielen auf den Bürgermeisterkandidaten Heribert Hegen, 230 Unterschriften gab es für die Stadtratsliste. Die notwendige Mindestzahl lag jeweils bei 120 Unterschriften. "Ich finde das richtig super", zeigte sich Heribert Hegen auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien hocherfreut über das Ergebnis. "Die Mitterteicher haben gezeigt, dass sich was ändern soll", so Hegen. "Ich bedanke mich für das Vertrauen."

Nicht überall Freude

Auch die Immenreuther Interessengemeinschaft (IWG) war auf die Unterschriften der Wähler angewiesen, um bei den Kommunalwahlen anzutreten. Ob das gelungen ist, weiß Wahlleiterin Katja Busch: "Sie haben es geschafft - sowohl Bürgermeister als auch Gemeinderat." 50 Unterschriften wären für die IWG nötig gewesen, um sich dem Wahlkampf zu stellen. Es waren aber mehr: über 75 für den Gemeinderat und über 90 für den Bürgermeister, wie Katja Busch berichtet. Per E-Mail hat sie noch am frühen Montagabend den Verantwortlichen der IWG Bescheid gegeben. Somit stehen in Immenreuth drei Bürgermeisterkandidaten und vier Parteien beziehungsweise Wählergruppen zur Wahl.

Auch ÖDP wohl erfolgreich

Thomas Schraml, zuständig für die Kommunalwahlen im Landkreis, sagt, zum Stichtag seien rund 440 Unterschriften für die ÖDP gezählt worden. 340 Stück waren nötig. "Nun müssen wir noch prüfen, wie viele der Unterschriften gültig sind", sagt er. Ungültig ist eine Unterstützungsunterschrift etwa, wenn sich "sich bewerbende Personen" eintragen, die "für die gleiche Wahl" kandidieren, so Schraml.

Lange Gesichter gibt es wohl in Ebnath. "Ich habe zwar noch keine Info bekommen", sagt Marco Kellner von "Die Partei" am Montagnachmittag. "Aber ich befürchte, dass wir es nicht geschafft haben." Kellner vermutet, dass er und seine Parteifreunde nicht genügend Unterschriften für die Unterstützerliste gesammelt haben, um bei den Kommunalwahlen in Ebnath anzutreten. Woran's liegt? "Das muss man auch selbstkritisch sehen", meint er. "Wir haben zu wenig Wahlkampf betrieben, die Hürde war zu hoch." Unter anderem liegen seiner Meinung nach die Gründe für die wahrscheinlich fehlenden Unterschriften auch am mangelnden öffentlichen Nahverkehr: Die Ebnather hätten für ihre Signatur extra nach Neusorg fahren müssen - für ältere Bürger, die kein Auto haben, nicht einfach. Ein Ansprechpartner der VG Neusorg war am Montagnachmittag nicht zu erreichen, um den Ausgang zu bestätigen. Es gibt also noch etwas Hoffnung für die Satirepartei.

Die Mitterteicher haben gezeigt, dass sich was ändern soll.

Heribert Hegen, Bürgermeisterkandidat der Wählergemeinschaft

Heribert Hegen, Bürgermeisterkandidat der Wählergemeinschaft "Zukunft Stadt Mitterteich".

Im Blickpunkt:

Die Zahl der benötigten Unterstützungsunterschriften richtet sich nach den Einwohnerzahlen einer Kommune. Es gilt: Mit bis zu 1000 Einwohnern 40 Unterschriften, bis zu 2000 Einwohnern 50 Unterschriften ("Die Partei" in Ebnath, "Immenreuther Wählergemeinschaft"), bis zu 3000 Einwohnern 60 Unterschriften, bis zu 5000 Einwohnern 80 Unterschriften ("Bürgerliche Wählergemeinschaft" in Bärnau) und bis zu 10 000 Einwohnern 120 Unterschriften ("Zukunft Stadt Mitterteich").

Für die Kreistagswahlen werden im Landkreis Tirschenreuth - dort gibt es nicht mehr als 100 000 Einwohner - 340 Unterschriften benötigt (ÖDP). Die abschließende Entscheidung darüber, ob die eingetragenen Unterschriften gültig sind, trifft der Wahlausschuss am heutigen Dienstag. (sfo)

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