09.06.2020 - 16:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ferienprogramm: "Alles komplett ausfallen zu lassen, ist keine Option"

Viele Kommunen haben noch nicht entschieden, ob sie in diesem Jahr ein Ferienprogramm anbieten sollen. Die Kommunale Jugendpflegerin des Landkreises Tirschenreuth, Theresia Kunz, gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Theresia Kunz ist Kommunale Jugendpflegerin des Landkreises.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Theresia Kunz ist Kommunale Jugendpflegerin des Landkreises Tirschenreuth und plant alljährlich gemeinsam mit den Kommunen die Ferienprogramme. Eigentlich. Denn heuer in Coronazeiten stehen dahinter vor allem Fragezeichen.

ONETZ: Wie sieht es mit den Ferienprogrammen in diesem Sommer aus: Wird es welche geben oder werden die Programme coronabedingt ausfallen?

Theresia Kunz: Aktuell befinden sich die Planungen in der Warteschleife. Ein Wort steht momentan über dem Ferienprogramm 2020: Unsicherheit.

ONETZ: Wann wird eine Entscheidung gefällt, ob es ein Ferienprogramm geben wird? Wann und wie erhalten die Eltern Bescheid?

Theresia Kunz: Jede Gemeinde muss selbst für sich entscheiden, ob sie ein Programm für Kinder und Jugendliche in den Ferien anbietet oder nicht. Ich habe den Gemeinden empfohlen, erstmal kein Programmheft zu drucken. Denn bei späteren Änderungen wäre es nur verwirrend, wenn zum jetzigen Zeitpunkt schon ein Programm in Druck ginge. Die Gemeinden können auf ihrer Homepage aktuell bekannt geben, in welchem Umfang sie ein Programm anbieten und was das beinhalten wird. Die Verunsicherung liegt nicht nur bei der Zielgruppe des Ferienprogramms, nämlich bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen engagieren und die Angebote gestalten. Sie müssen sich dieses Jahr zusätzlich auf Hygienevorschriften und bestimmte Vorgaben dazu einstellen.

ONETZ: Was tun Sie, um dieser Verunsicherung entgegenzuwirken? Wie unterstützen Sie die Kommunen?

Theresia Kunz: Ich verstehe diese Sorgen der Verantwortlichen und auch der Eltern absolut. Es wird ein Mehr an Flexibilität und Umorganisation erforderlich sein. Aber ich kommuniziere: Alles komplett ausfallen zu lassen, ist keine Option. Kinder und Jugendliche brauchen im Alltag wieder das Gefühl von Normalität und Unbeschwertheit, Erlebnisse mit Gleichaltrigen und Freunden.
Es ist klar, dass beispielsweise Zeltlager oder mehrtägige Ausflüge nicht angeboten werden können. Aber bestimmte Programme können bedenkenlos stattfinden. Ich denke da vor allem an Unternehmungen im Freien, zum Beispiel Wanderungen, Abenteuer-Rallyes, Go-Kart-Fahren etc. Da kann man die Abstands- und Hygieneregeln gut einhalten. Außerdem sinken die Zahlen der Infizierten aktuell.
Ich stehe in Kontakt mit dem Referenten für Kommunale Jugendarbeit beim Bayerischen Jugendring, und erarbeite ein Schutzkonzept, das auch dem Gesundheitsamt vorgelegt wird. Das erhalten die Kommunen, um es praktisch umsetzen zu können. Mein Rat an die Kommunen ist: Weiter planen, mit den Vereinen in Kommunikation bleiben, um dann im August die Angebote durchführen zu können, die nach den Vorgaben möglich sind.

ONETZ: Wie war denn die Resonanz in den Vorjahren?

Theresia Kunz: Das Ferienprogramm ist jedes Jahr ein fester, sehr beliebter und attraktiver Bestandteil der Jugendarbeit in allen 26 Kommunen im Landkreis Tirschenreuth. Wir hatten eine enorme Resonanz, die Kommunen bieten eine breite Palette von mehrstündigen, Tages- und sogar Mehrtagesangebote für verschiedene Altersstufen und Interessen an.
Das Ferienprogramm hat sich im Laufe der Jahre total ausgeweitet. Besonders die Programme in der Natur sind gefragt - interessanterweise ganz bodenständige Aktivitäten wie zum Beispiel Kartoffelernten wie früher, Besuch beim Imker oder "einmal Bauer sein".

ONETZ: Sollten die Programme doch noch komplett entfallen: Gibt es weitere Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sich zu beschäftigen?

Theresia Kunz: Wir bieten das ganze Jahr über einen Spielgeräte-Verleih an, der kostenlos und auch in den Ferien geöffnet ist. Dort können sich Kinder und Jugendliche zum Beispiel Stelzen ausleihen, Slacklines und Bewegungsspiele. Für die Sommerferien wollen wir uns verschieden bestückte Spieleboxen mit unterschiedlichsten Brettspielen anschaffen, die sich Familien wochenweise ausleihen können. Eine Verleihliste findet man bei uns auf der Homepage des Landkreises unter dem Fachbereich "Kinder, Jugend & Familien" und "Kommunale Jugendarbeit".
Natürlich werden die Spielsachen von uns nach jedem Verleih ordentlich gereinigt und desinfiziert. Wir hoffen, das Angebot wird rege genutzt und ich hoffe, dass es keine Nullnummer beim Ferienprogramm 2020 im Landkreis Tirschenreuth geben wird.

Seinen Jahresbericht hat der Kreisjugendring diesmal online vorgestellt:

Tirschenreuth

 

 

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