30.09.2021 - 12:07 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Fördergeld für Fischwirtschaft im Landkreis Tirschenreuth soll weiter fließen

Das "Land der 1000 Teiche" ist ein gängiger Werbeslogan. Mit 4700 echten Teichen hat der Landkreis noch viel mehr zu bieten – als Erholungsraum und Wirtschaftsgebiet. Jetzt werden die Karten für die neue Förderperiode gemischt.

Ein Blick von der "Himmelsleiter" ist zu jeder Jahreszeit lohnenswert. Einige der über 4000 Teiche des Landkreises sind von hier aus zu sehen.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Als eines von vier EU-Fischwirtschaftsgebieten in Bayern profitiert der Landkreis Tirschenreuth von einer entsprechenden Förderung. Das soll auch so bleiben, wie Fabian Polster im Wirtschaftsausschuss hoffte. Der Projektmanager zeigte auf, was mit dem Geld schon alles verwirklicht wurde und was noch geplant ist.

"Wir haben rund 800 Teichwirte im Landkreis, vor allem im Nebenerwerb", umriss Polster die Bedeutung des Wirtschaftszweigs. Die nächste Förderperiode starte voraussichtlich 2022. "Der Landkreis muss sich jedoch neu als Fischwirtschaftsgebiet bewerben." Bereits geschafft habe man, dass die Teichwirtschaft als immaterielles Kulturerbe in die Bundesliste aufgenommen wurde.

Als lokale Aktionsgruppe, die analog zum Leader-Förderprogramm auch für den Bereich Teichwirtschaft benötigt werde, kümmere sich die Arge Fisch um die Projekte. Seit 2009 seien aus diesem EU-Topf bereits 1,5 Millionen Euro in den Landkreis geflossen, verdeutlichte Fabian Polster. An herausragenden Aktionen nannte er den Bau der "Himmelsleiter" in der Waldnaabaue, das "Haus am Teich" und den Spielplatz "Fischers Fritz" im Zusammenhang mit der Gartenschau in Tirschenreuth sowie kleinere Projekte, etwa die an vielen Orten im Landkreis aufgestellten "Fischbänke".

In der jetzt zu Ende gehenden Förderperiode stünden 650.000 Euro zur Verfügung. Diesen Betrag habe man bis Ende des Jahres komplett verbraucht, blickte der Manager zuversichtlich auf zwei noch nicht verwirklichte Projekte, für die man einen Antrag stellt: In Friedenfels soll bei der Steinwaldhalle ein Fischspielplatz mit entsprechenden Lernmaterialien entstehen, in Waldsassen soll ein neuer Aussichtsturm auf die teichgeprägte Klosterlandschaft aufmerksam machen.

"Die Teichwirte stehen stark unter Druck", wies Landrat Roland Grillmeier auf die aktuelle Situation im Landkreis hin und nannte das Stichwort Fischotter. Ausgleichsmechanismen funktionierten oft nicht so ganz, sah er bürokratische Vorgaben kritisch: "Wenn wir zwei Meter hohe Zäune in der Waldnaabaue bauen sollen – ist das noch Natur?"

Bei Waldsassen ist mit EU-Fördermitteln ein Aussichtsturm geplant

Tirschenreuth
Hintergrund:

Landkreis seit 2009 EU-Fischwirtschaftsgebiet

  • Seit 2009 ist der Landkreis Tirschenreuth als eines der ältesten und größten Teichgebiete Europas offizielles EU-Fischwirtschaftsgebiet.
  • Als Lokale Aktionsgruppe koordiniert die Arbeitsgemeinschaft Fisch seit 2014 Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Teichwirtschaft.
  • In der Arge Fisch kümmern sich Teichwirte, Gastronomen, Direktvermarkter und Touristiker um die Förderung der heimischen Teichwirtschaft.
  • Zu den bekannten Aktionen der Arge gehören die "Erlebniswochen Fisch", die "Phantastischen Karpfen" und die Ernennung der "Oberpfälzer Teichnixe".

"Der Landkreis muss sich jedoch neu als Fischwirtschaftsgebiet bewerben."

Projektmanager Fabian Polster über die kommende Förderperiode

 

 

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