Die "Kleine Landesgartenschau" aus dem Jahre 2013 wirkt bis heute noch nach. Zum einen in den Köpfen der Menschen, die mit dem Spektakel laut Bürgermeister Franz Stahl eine "Zeitenwende" erleben durften, zum anderen in der formellen Abwicklung der Durchführungsgesellschaft, zu deren Spitze Franz Häring mit gehörte. Erst im Frühjahr dieses Jahres folgte der Schlusspunkt der Gesellschaft. Grund genug für Franz Stahl einen Rückblick auf die Regionalgartenschau auf die Tagesordnung zu setzen. Mit dabei war bei der Sitzung vergangenen Donnerstag auch Franz Häring, der mit Bildern und Fakten die Veranstaltungsreihe beleuchtete.
Ganze Region geprägt
Breiten Raum in den Ausführungen nahm der Dank an die Verantwortlichen in Anspruch. Und da durfte auch Franz Häring viel Lob für sein Engagement entgegennehmen. Besonders aber stellte das Stadtoberhaupt die positive Resonanz in der Bevölkerung heraus. "Die Gartenschau hat die ganze Region geprägt", bescheinigte der Bürgermeister. In Tirschenreuth hätte die "Natur in der Stadt" als positives Ereignis Geschichte geschrieben. Dabei betrachtete Stahl nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch die begleitenden Maßnahmen, mit denen Defizite in der Stadtentwicklung beseitigt wurden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept hätte die Grundlagen für die Planungen geschaffen.
Im Stadtrat bescheinigte Franz Stahl allen eine gute Arbeit. "Uns ist nicht alles in den Schoß gefallen", unterstrich der Bürgermeister. So hätte erst die dritte Bewerbung für die Gartenschau zum Erfolg geführt. Und für den Zuschlag sei das besondere Konzept ausschlaggebend gewesen. Auch über die Zeit der Veranstaltung hinaus seien die nachhaltige Wirkung und der angestoßene Stadtumbau von Bedeutung. Beim "Mehrwert für die Stadt" nannte Franz Stahl die Bereiche Tourismus, Wirtschaft und Kultur. Insgesamt schrieb der Bürgermeister der Gartenschau eine Fülle von positiven Veränderungen im Ort zu. "Ich würde wieder Gartenschau machen", lautete sein persönliches Fazit.
Viele Helfer
Mit dem Projekt "Zukunft Stadtgrün" werde Tirschenreuth einen weiteren Schritt unternehmen. Der Spatenstich für die Fortsetzung des grünen Gürtels um die Altstadt soll am 17. Oktober erfolgen. Franz Häring erinnerte dann mit vielen Bildern und Fakten (Infokasten) an die Zeit der "Natur in Tirschenreuth 2013" und ihre Bedeutung für den Ort. Er verwies auf eine Einschätzung des Bürgermeisters, dass es in Tirschenreuth jetzt eine "Zeitrechnung vor und nach der Gartenschau" geben würde. "Wir sind jetzt im Jahr sechs nach der Gartenschau", rechnete Häring. In seinen Ausführungen wollte Franz Häring allen Personen nochmals für die Unterstützung danken, unter anderem dem Kreisfachberater für Gartenbau, Harald Schlöger. Und natürlich wurden Stahl und der Stadtrat für die gute und konstruktive Zusammenarbeit nicht vergessen. "Der Stadtrat hat damals die Zeichen der Zeit erkannt", betonte Häring. Und schließlich würdigte Häring die Arbeit des Fördervereins, der dafür sorgt, dass das Gelände belebt bleibt.
Peter Gold (CSU) wusste ebenfalls um die positiven Auswirkungen der Gartenschau - vor allem in der Bevölkerung. "Die Menschen kommen mehr zusammen", nannte Gold eine der wichtigen Veränderungen. Und auch Günther Franz (Freie Wähler) pflichtete bei: "Tirschenreuth hat eine andere Kultur bekommen!" Für Gunar Prauschke war beim Rückblick klar: "Hier wird generationsübergreifend Emotionalität greifbar"! Bürgermeister Franz Stahl wollte in seinem Fazit nicht vergessen, dass mit der "Natur in der Stadt Tirschenreuth 2013" anhaltende Werte geschaffen wurden. "Unsere Stadt hat Zukunft", blickte Stahl nach vorne.
Bei der Stadtratssitzung konnte Franz Häring eine abschließende Kostenbilanz der "Natur in Tirschenreuth 2013" vorlegen. Von allen Seiten honoriert wurde, dass alle Ausgaben unter den angesetzten Kosten lagen. So hat die reine Gartenschaurund 7,8 Millionen Euro gekostet. Nach Abzug der Förderung verblieben der Stadt 4,7 Millionen Euro an Eigenmitteln, 400 000 Euro weniger als geplant. Für städtebauliche Begleitmaßnahmenwurden 5,5 Millionen Euro ausgegeben, bei der Stadt verblieben 2,5 Millionen Euro (-700 000 Euro). Der Durchführungshaushaltforderte drei Millionen Euro (veranschlagt waren 4,3), verzeichnete 1,8 Millionen Euro an Einnahmen (veranschlagt waren eine Million) und somit 1,2 Millionen Euro Eigenmittel der Stadt. Damit betrugen die Gesamtkosten16,3 Millionen Euro. Nach Abzug der Förderung kostete die Gartenschau der Stadt 8,4 Millionen Euro.
Bei der Rückschau wurden auch Besucherzahlenvorgelegt. Insgesamt kamen von 29. Mai bis 25. August 2013 rund 260 000 Besucher (mit 250 000 wurde gerechnet). Im Durchschnitt besuchten 3000 Menschen die Gartenschau, Spitzenwert waren beim "Blaulichttag" 8500 Gäste. Beeindruckend auch die Zahl der Dauerkarten: 6550 dieser Billetts wurden verkauft. "Das verdeutlicht auch die Identifikation der Bevölkerung mit der Gartenschau", resümiert Bürgermeister Franz Stahl. Zur Bilanz gehört auch der Blick auf die Arbeit der Gästeführer: 25 Helfer boten an den 89 Tagen rund 400 Führungen an. (ws)










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