31.05.2018 - 23:20 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Gewitterfront wütet im Stiftland

Nach einem herrlich sonnigen Tag schlägt das Wetter am frühen Abend dramatisch um: Eine massive Gewitterfront entlädt sich über dem Stiftland und hinterlässt in mehreren Orten große Schäden.

Heftige Regenfälle spülten erneut Wassermassen und Schlamm durch die Konnersreuther Ortsmitte. Überflutet wurde auch wieder die Schafferhof-Baustelle (rechts). Aktive von neun Feuerwehren waren im Einsatz, darunter eine Gruppe aus Kemnath mit Hochwasser-Spezialausrüstung.
von Udo Lanz Kontakt Profil

(lnz/kro/rti) Besonders hart traf es erneut Konnersreuth, wo Starkregen Straßen überschwemmte, Schlamm und Schotter auf Fahrbahnen spülte und zahlreiche Keller volllaufen ließ. Bis 19.30 Uhr gingen bei der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) 20 Meldungen allein aus Konnersreuth und den umliegenden Dörfern ein.

Die Einsatzkräfte mussten über Stunden hinweg Schwerstarbeit leisten. Rund 100 Aktive von neun Feuerwehren packten in Konnersreuth an. Mit vor Ort war sogar ein speziell mit einer Hochwasser-Ausrüstung versehener Versorgungs-Lkw der Feuerwehr Kemnath. Die Leitung lag bei Kreisbrandrat Andreas Wührl.

Auch in Tirschenreuth hatten die Feuerwehren mit den Regenmassen zu kämpfen. Kurz nach 20.30 Uhr wurden der ILS dort 15 Ereignisse gemeldet. Darunter waren überflutete Keller und Straßenzüge sowie Schlamm auf den Straßen.

Eine Zwischenbilanz zog Jürgen Meyer, Pressesprecher der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz am Donnerstagabend um 22 Uhr. Demnach gab es im Stiftland 65 Einsätze. "Vor allem die Ortskerne von Konnersreuth und Tirschenreuth waren betroffen. Dass so etwas so extrem und nur punktuell passiert, ist schon selten. An so etwas kann ich mich kaum erinnern", erklärte Meyer. Das BRK versorgte in den beiden Orten die Einsatzkräfte mit Speisen und Getränken. Die ILS arbeite auch im Vollbetrieb mit 12 Leuten.


Kreisbrandinspektor Lorenz Müller über die Einsätze in Tirschenreuth und Konnersreuth

Erschwerend kam dazu, dass auch über Marktredwitz eine Unwetterfront gezogen war. "Die hat es fast noch schlimmer erwischt", sagte Jürgen Meyer. Die oberfränkische Stadt rief daher den Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes "Örtliche Einsatzleitung bei Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle" aus. Dies bedeutete, dass die Wehren aus Waldershof, Waldsassen und Mitterteich den Brandschutz und die technischen Hilfsdienste für Marktredwitz gewährleisteten. Zudem wurde das THW Weiden in Vollalarm versetzt und nach Oberfranken abkommandiert.

Mit einem Traktor beseitigen Helfer in der Pfarrer-Schuhmann-Straße in Konnersreuth auf die Fahrbahn gespülten Schotter.

Gemeinsames Anpacken in der Konnersreuther Fliederstraße.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.