10.06.2021 - 10:42 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Große Kunst an der Mauer der Fronfeste in Tirschenreuth

Die Mauersteine der Fronfeste haben schon viel gesehen. Aktuellstes Kapitel ist eine spektakuläre Ausstellung mit dem Titel "DenkMalKunst" des Kunstvereins Tirschenreuth.

Die Künstlerinnen und Künstler sind sehr glücklich darüber, endlich wieder ausstellen zu dürfen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Nach langer Abstinenz präsentieren sich die Mitglieder des Kunstvereins bei einer Ausstellung wieder der Öffentlichkeit. Mit der Mauer der Fronfeste bietet sich zudem eine ungewöhnliche Kulisse. Zwölf Gemälde werden dort präsentiert.

"Bunte Bilder erzählen neue Geschichten an alten Mauern - was haben diese Steine wohl schon gesehen - als Zeugen vergangener Jahrhunderte bewahren sie ihre Geheimnisse als stille Beobachter." Dieses Gedicht hat Künstlerin Dr. Brigitte Demmel in wunderschöner Kalligraphie auf eine Leinwand geschrieben. Das 1,50 mal 1,50 Meter große Bild hängt tatsächlich an der Mauer der Fronfeste. Es ist nicht das einzige Kunstwerk, elf weitere Malereien zieren jetzt die Fronfeste: eine weitere Mauergeschichte.

Openair-Kunstszene

Die zwölf Gemälde gehören zu einer außergewöhnlichen Präsentation von Kunst in der Heimat. Im kleinen Kreis nur zur Ausstellungseröffnung durften sich die Künstlerinnen und Künstler an diesem außergewöhnlichen Ausstellungsort nun treffen, um ihre Arbeiten der Öffentlichkeit vorzustellen. Es war eine Premiere im doppelten Sinn. Nach einem ganzen Jahr ohne Kunst darf wieder ausgestellt werden. Und erstmals hat Tirschenreuth nun eine Openair-Kunstszene. Zweiter Bürgermeister Peter Gold ließ es sich nicht nehmen, zur Eröffnung zu kommen. Er fand den Titel "DenkMalKunst", entwickelt von Museumsleiterin Stefanie Süß, richtig gut. Diese Ausstellung sei als Alternative für die wegen Corona geplatzte Veranstaltung gemeinsam mit Künstlern aus Lauf entstanden, erklärte Gold die Hintergründe.

Von der Idee des Künstlers Tom Brankovic zur Mauer-Kunst sei die KVT-Vorsitzende Petra Schicker sofort überzeugt gewesen. "Kunst geht nach Außen, geht zu den Menschen", freute Gold diese Initiative des KVT und fügte lachend an: "Und ich glaube, die vorbeifahrenden Autos fahren bereits langsamer, weil sie Kunst erblicken." Was in jeder Hinsicht begrüßenswert sei.

Der Bürgermeister wünschte viele interessierte Besucher, die sich die Werke beim Spaziergang oder mit einem bewussten Bummel zur Fronfeste anschauen. Er bedankte sich beim Verein, dem Stadtbauamt und beim Museumsquartiers für das enge Zusammenwirken. Petra Schicker ließ die schweren Zeiten für Kunstschaffende Revue passieren. Gott sei Dank müssten die Vereinsmitglieder nicht von Kunst leben, sagte sie.

Umso positiver blickte Schicker auf die vergangenen Wochen zurück, wo sich zwölf Künstler der Herausforderung stellten, großflächige Malerei für draußen zu schaffen. Hier bedankte sich Schicker unter anderem beim MQ für die Unterstützung beim Material und mit der Bereitstellung des Hörmann-Saal, wo die großen Leinwände zuerst auf Maß geschnitten werden mussten. Danach habe sie und Angelika Sticht Säume genäht für die Aufhängung an der Mauer. Drei Wochen später seien die Werke fertig gewesen. Nächste Aufgabe sei gewesen, sie gegen Wind und Wetter zu versiegeln. Wieder sei das MQ hilfreich zur Seite gestanden. Das Stadtbauamt, maßgeblich Hochbautechniker Lutz Zangl, habe extra eine geeignete Aufhängtechnik entwickelt, damit die Werke mauerschonend installiert werden konnten. Diese für Tirschenreuth und die weitläufige Region einmalige Openair-Kunstszene solle gewiss keine Eintagsfliege werden, betonten Schicker und Gold.

Nach der kurzen Einführung blieb Zeit für Kunst-Betrachtungen. Alle Künstler haben die neue Herausforderung großartig mit viel Liebe im Detail gemeistert. Mit strahlenden, weit sichtbaren Acrylfarben werden unterschiedlichste Motive, darunter Tiere ebenso wie Landschaften, surrealistische Malerei, Heimat und Moderne gezeigt. Jeder der zwölf Künstler hat auf individuelle Art seinen ureigenen Charakter in seine Darstellung gelegt.

Finissage mit Versteigerung

Die Ausstellung kann bis Ende Juli besichtigt werden. Zur Finnissage ist eine Versteigerung der Werke angedacht. Die großflächigen, 1,50 mal 1,50 Meter hohen Gemälde sind gut geeignet zum Installieren in großen Firmenhallen, Büroräumen oder freien Wandflächen.

Bis Ende Juli bereichern zwölf Kunstwerke von zwölf Künstlerinnen und Künstlern die Stadt Tirschenreuth und die Region mit einer außergewöhnlichen Ausstellung an der Mauer der Fronfeste.
Zweiter Bürgermeister Peter Gold und KVT-Vorsitzende Petra Schicker
Petra Schicker erklärt Peter Gold die Werke.
Auf einer Informationstafel werden die Künstlerinnen und Künstler im Bild vorgestellt.

Nach einer langen Corona-Pause fand am Samstag die erste Stadtführung für dieses Jahr in Tirschenreuth statt

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Tirschenreuth
Info:

Aussteller und ihre Werke

■ Angelika Sticht (Der grüne Gast)■ KVT-Vorsitzende Petra Schicker (Blauer Hut)■ Kerstin Rumswinkel (Mosaik trifft Acryl)■ Siegfried Rahner (Fischhofbrücke)■ Lilia Pioch (Tag und Nacht)■ Christine Michl (Blühendes Wasser)■ Petra Gehring (Auf den Punkt gebracht)■ Anton Eichinger (Im Grünen)■ Brigitte Demmel (MauerGeschichten)■ Desislava Dimitrova (Zuhause)■ Tom Brankovic (Traum - Paar)■ Ulla Britta Baumer (Eva Magdalena - gefangen in Rot)

  • Angelika Sticht (Der grüne Gast)
  • KVT-Vorsitzende Petra Schicker (Blauer Hut)
  • Kerstin Rumswinkel (Mosaik trifft Acryl)
  • Siegfried Rahner (Fischhofbrücke)
  • Lilia Pioch (Tag und Nacht)
  • Christine Michl (Blühendes Wasser)
  • Petra Gehring (Auf den Punkt gebracht)
  • Anton Eichinger (Im Grünen)
  • Brigitte Demmel (MauerGeschichten)
  • Desislava Dimitrova (Zuhause)
  • Tom Brankovic (Traum – Paar)
  • Ulla Britta Baumer (Eva Magdalena – gefangen in Rot)

 

 

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